50 Minuten sind nicht wirklich das einzige Problem

Schutzgemeinschaft SDN fordert alle Großschiffe auf die Tiefwasser-Route – auch Container
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Varel/Nordeeküste. Sehr erfreut zeigt sich die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V. (SDN) über die aktuelle Einschätzung des niedersächsischen Umweltministers, dass Großcontainerschiffe das küstennahe Verkehrstrennungsgebiet Terschelling-Deutsche Bucht aus Sicherheitsgründen möglichst nicht nutzen sollten. Schon jetzt würden entsprechende Schiffe von den Niederländern darauf hingewiesen.
„Aber das allein reicht nicht aus, unsere Küste nach menschlichem Ermessen möglichst gut zu schützen”, appelliert SDN-Vorsitzender und Bürgermeister Gerd-Christian Wagner. „Das ein treibender Havarist im Einzelfall weniger als eine Stunde brauchen könnte, in zu flaches Wasser zu geraten, ist nicht neu”, führt er weiter aus. „Aber in der Regel erweist sich der Zeitrahmen von maximal zwei Stunden, bis ein Notschlepper vor Ort ist, als ausreichend.” Wichtiger erscheine es, aus Sicht der SDN, dafür zu sorgen, dass sich eine Schiffshavarie nach Möglichkeit gar nicht erst ereigne und wenn dann doch, sich deren Folgen möglichst klein begrenzt halten.
Und somit fordere die Schutzgemeinschaft von den politisch verantwortlichen im Bund und den Küstenländern: Riesenschiffe jeder Art müssen den küstenfernen und Risiko ärmeren Tiefwasserweg nutzen. Tanker und offensichtliche Gefahrgutschiffe unterlägen dieser Regel bereits. Aber auch auf den Containerschiffen befinde sich meist einiges an Gefahrgut. „Es ist einfach an der Zeit wirklich umzudenken!“, mahnt Wagner an die politische Vernunft. „Wir müssen sofort damit anfangen und nicht nur immer mehr oder weniger „vernünftige“ Wirtschaftsziele zum alleinigen Maß aller Dinge machen.“
Somit sieht es die SDN im Sinne „Prävention statt Reaktion“ als zwingend nötig an, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die eine Havarie vermeiden helfen. Wozu sowohl schiffbauliche wie personale als auch verkehrsführende Aspekte gehören. Denn ein havariertes Schiff allein kann schon das Leben an der Nordseeküste zerstören! Und zudem, menschlicher Technik sei es nun einmal nicht möglich, alle durch ihn verursachte Störungen wieder zu beseitigen, geschweige denn erfolgte Schäden zu beheben, ist sich Wagner sicher.
Das Notschlepp-Konzept allerdings habe sich als Reaktion bisher im Wesentlichen bewährt“, meint Wagner. „Allerdings weist es immer noch gravierende Sicherheitslücken auf.” So sehe die Schutzgemeinschaft schon seit Jahren vor Nordfriesland (nordwestlich von Sylt), bei den Offshore-Windparks und auf der Unterelbe einen dringenden Notschlepper-Bedarf. „Das Problem ist einfach”, gibt Wagner auch als Bürgermeister zu bedenken, „eine einzige folgenschwere Havarie reicht aus – ohne unabsehbaren Glücksfall wie bei den letzten Schiffsunfällen vor unserer Küste – das Weltnaturerbe Wattenmeer als Lebensraum für Menschen und Tiere zu zerstören.”

Mit freundlicher Bitte um Veröffentlichung,

SDN Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V.
– Pressestelle –
Peter Andryszak
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0172-4363439
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20-11-12 SDN_PM Tiefwasserroute

Die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V. (SDN)
ist ein überregionaler und gemeinnütziger Umweltschutz-Dachverband, der 1973 ins Leben gerufen wurde und sich seitdem sachlich-fachlich und partei-übergreifend für den Schutz der Nordsee als Lebens-, Wirtschafts- und Naturraum engagiert. Sie dient rund 200 Kommunen, Landkreisen, Naturschutzvereinen, Instituten, Verbänden und Einzelmitgliedern als Sprachrohr. Gemeinsames Ziel: die Eigenarten und Schönheiten der Nordsee, des Wattenmeeres und der angrenzenden Küste vor schädigenden Eingriffen durch den Menschen zu schützen und Probleme des Nordseeschutzes einer Lösung zuzuführen.
Einige Maßnahmen der letzten Jahrzehnte, bei denen die SDN als Lobbyverband die Belange der Küste vertreten hat und die inzwischen als weitgehend abgearbeitet gelten dürften, sind die Dünnsäure-, Abfall-, und Klärschlammverklappung, die Anschaffung moderner Notschlepper, das Notschleppkonzept, Antifouling, Luftüberwachung, Ballastwasser, Tankreinigung, MARPOL I bis IV, u.a.m.
Die SDN ist Mitglied der KIMO International: http://www.kimointernational.org
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Bankbetriebswirtin löst Bankkaufmann ab

Online-Mitgliederversammlung der Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V. (SDN) / neue Schatzmeisterin einstimmig gewählt

Foto: SDN/Andryszak
SDN-Vorsitzender Bürgermeister Gerd-Christian Wagner beglückwünscht die frisch gewählte neue Schatzmeisterin der Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V. (SDN), Anke Kück, mit einem Blumenstrauß zu ihrem verantwortungsvollen Ehrenamt.

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Husum/Varel/Brunsbüttel/Oldenburg. Die Mitglieder der Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V. (SDN) haben sich im Vorfeld darauf geeinigt, ihre längst fällige Mitgliederversammlung (MV) der Pandemie gerecht online abzuhalten. „Bei einer Mitgliederbefragung haben sich lediglich zwei Personen gegen eine digitale MV ausgesprochen“, freut sich der 1. Vorsitzende, Bürgermeister Gerd-Christian Wagner. „Damit hat sich unsere Auffassung bestätigt, dass eine solche Art der MV weit überwiegend akzeptiert ist.“ Zumal diese digitalen Sitzungen üblicherweise auch noch schneller abliefen.
So wählten die Teilnehmer der Online-Versammlung nach der Entlastung ihren alten Vorstand mit dem Vorsitzenden Gerd-Christian Wagner, dem 1. stellvertretenden Vorsitzenden Ulrich Birstein und dem Schriftführer Hans-Martin Slopianka einstimmig wieder als ihren neuen. Das seit über zehn Jahren im Amt stehende vierte Mitglied hingegen, Schatzmeister Manfred Hoffmann, stand auf eigenem Wunsch nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung. Allerdings, so machte der gelernte Jurist und Bankkaufmann aus Varel/Niedersachsen klar, stünde er seiner Nachfolgerin und der SDN auch künftig gerne mit Rat und Tat zur Seite.
Einstimmig gewählte neue SDN-Schatzmeisterin ist nun die Genossenschaftliche Bankbetriebswirtin und Journalistin Anke Kück aus Varel/Niedersachsen. Sie habe nach reiflicher Überlegung und nicht zuletzt aufgrund der umfangreichen Information durch ihren Vorgänger und dessen Bereitschaft, auch zukünftig für sie ansprechbar zu sein, „ja“ gesagt. Beides habe sie ermutigt, die Aufgaben als Schatzmeisterin bei der SDN mit Freude anzugehen.
Die engagierte ehrenamtliche Arbeit ist ihr schon seit der Schulzeit vertraut und zieht sich, mehrfach ausgezeichnet, mit einer Vielzahl von Projekten bis in die heutigen Tage. So hat die aus Blumenthal (Landkreis Stade) stammende Redakteurin beim Friesländer Boten (Friebo) gerade auch in jüngster Zeit viel Anerkennung für ihre Vorstandsmitgliedschaft in der Lokalen Agenda und ihrem Vorsitz in der Hospizbewegung Varel e.V. erhalten.
Neben den Vorstandswahlen befassten sich die Mitglieder auch noch mit den Aktivitäten der SDN, insbesondere während der Pandemie-Zeit, und zwei aktuellen Themen zum Schutz der Nordsee.„Um gegenüber den Regierungen entsprechendes Gehör zu finden, ist angesichts der besonderen ökologischen und ökonomischen Situation, auch in Anbetracht des Klimawandels, eine küstenweite Zusammenarbeit notwendig“, meint Gerd-Christian Wagner abschließend. „Das wird die SDN auch in Zukunft weiter mit Augenmaß betreiben – auch zu Corona-Zeiten.“

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20-10-30 SDN_PM neuer Vorstand

 

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Einige Maßnahmen der letzten Jahrzehnte, bei denen die SDN als Lobbyverband die Belange der Küste vertreten hat und die inzwischen als weitgehend abgearbeitet gelten dürften, sind die Dünnsäure-, Abfall-, und Klärschlammverklappung, die Anschaffung moderner Notschlepper, das Notschleppkonzept, Antifouling, Luftüberwachung, Ballastwasser, Tankreinigung, MARPOL I bis IV, u.a.m.
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Aus purer Verzweiflung mit heißer Nadel gestrickt

Schutzgemeinschaft SDN wendet sich gegen Verklappung von Hafen-Schlick in die Nordsee

Foto-Quelle: SDN/Andryszk

Varel/Elbmündung/Hamburg. Und wieder einmal scheint es sich zu bewahrheiten, die alte menschliche Denkweise “habe ich Müll, werfe ich ihn einfach ins Meer, da versinkt er dann und ist für immer weg!” trotz aller erzielten Erkenntnisse und gemachten Erfahrungen ist noch lange nicht verschwunden. Aktuelles Beispiel dafür ist ein internes Dokument der Hafenverwaltung Hamburg Port Authority (HPA), das dieser Tage von der Wochenzeitung „Die Zeit“ öffentlich gemacht wurde. Demnach bestehe die Gefahr, falls das Problem der Schlickablagerungen am Grund des Hamburger Hafens nicht schnell genug gelöst würde, dass Schiffe mit großem Tiefgang in 2021 nicht mehr auf der Elbe fahren dürften. Bis März 2021 müsse demnach eine Lösung gefunden sein. Ansonsten, so notiert die Hafenverwaltung, sei der Ausbau, also die Elbvertiefung, schlicht „zwecklos“. Eine mögliche Lösung stelle laut HPA die Verklappung des Hafenschlicks auf einer noch zu Hamburg gehörenden Fläche gleich neben der Elbfahrrinne dar; nördlich der zum Nationalpark Wattenmeer gehörenden Insel Scharhörn. Und als zukünftige Verklappungsregion stünde auch die offene See der AWZ in Überlegung.

Und wieder einmal steht umsichtige Vorsorge für die Umwelt mit kurzsichtigen Entscheidungen kleinstaatlicher Hafenpolitik im Widerstreit”, ärgert sich Bürgermeister Gerd-Christian Wagner, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste (SDN). Das Wattenmeer und die Nordsee seien doch keine kostengünstige Müllkippe verfehlter Hafenpolitik. „Sicher hat der Hamburger Hafen eine wichtige wirtschaftliche Bedeutung“, führt er weiter aus, „aber natürlich muss auch der Schutz des Meeres und der lebendigen Umwelt in den Flüssen angemessen berücksichtigt werden.“ Denn neben dem mit Trübungsfahnen vernebeltem Gewässern selbst seien auch die im Boden lebende Flora und Fauna einer großflächigen Zerstörung ausgesetzt. Von mechanischen Verletzungen größerer Fische über das Einsaugen von kleinen Fischen und deren Brut durch die Bagger bis hin zu Verschüttungen durch tausende Tonnen teilweise mit Schadstoffen belasteten Schlicks sei alles dabei. „Es ist einfach an der Zeit wirklich umzudenken!“, appelliert Wagner an die politische Vernunft. „Wir müssen sofort damit anfangen und nicht nur immer mehr oder weniger „vernünftige“ Wirtschaftsziele zum alleinigen Maß aller Dinge machen.“

Das immer größer werdende Problem mit der Verschlickung ist rein von Menschen gemacht“, ist sich der stellvertretende SDN-Vorsitzende Ulrich Birstein sicher. Er habe als Elblotse über viele Jahre reichlich Erfahrungen mit der immer stärker werdenden Strömung der Elbe gesammelt. „Wir erleben hier geradezu ein Paradebeispiel dafür, wie der Mensch versucht ein von ihm selbst geschaffenes großes Problem zu lösen, indem er die grundlegenden Aktionen, die überhaupt erst zum Problem geführt haben, wieder neu auflegt.“ Hauptgrund der starken Verschlickung des Hamburger Hafens und erst recht der Häfen an der Unterelbe, wie auch der ökologisch wertvollen Lebensräume der Tideelbe, sei die Tidendynamik. Ihr mangele es immer mehr an einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Ebbe und Flut. Und das mit jeder weiteren Flussvertiefung um so mehr. Mit dem Resultat, das die Flut nicht nur immer höher aufliefe, sondern auch mit mehr Wucht und Schlick im Gepäck. „Da bleibt als einzige Lösung: Die Elbe muss wieder langsamer werden!“ Und das gehe nur, ist sich Birstein sicher, wenn man ihr wieder mehr Raum gebe.

Und somit fordert die Schutzgemeinschaft von den politisch verantwortlichen im Bund und den Küstenländern:

– Die Vertiefung von Elbe, Weser und Ems zu stoppen,

die Schlick-Verklappung in der Nordsee zu beenden, zumal belastete Sedimente bis an die cuxhavener sowie schleswig-holsteinischen Wattengebiete verdriften,

– keine Verbringstelle nördlich der Naturschutzinsel Scharhörn oder der Ausschließlichen Wirtschaftszone,

– strombauliche Maßnahmen zur Verlangsamung der Elbströmung, wie Rückdeichungsprojekte, Wiederanschluss von Nebenelben und Überflutungsflächen, damit der Fluss wieder mehr Platz bekommt,

– Aufnahme einer norddeutschen Hafenkooperation,

– Erstellung eines Hafenentwicklungsplanes, der die Grenzen des Wachstums des Hamburger Hafens aufzeigt,

– Förderung und Erforschung von Techniken, mit dem der Schlick schadstofffrei und dauerhaft umweltschonend entsorgt werden könnte, wie die Herstellung von gebrannten Ziegeln oder als Material für den Deichbau,

– Einhaltung der Regelungen der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL), die von Hamburg 2016 unterzeichnet wurde.

Rechtlich ist das Einbringen von Hafenschlick eine Form der Abfallbeseitigung“, erläutert der SDN-Vorsitzende. „Hierfür gilt der Vorrang einer Verwertung, auch für Kommunen, mittelständische Betriebe und natürlich auch für die Hansestadt.“

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PM als PDF: 20-10-06 SDN_PM Verklappung

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Einige Maßnahmen der letzten Jahrzehnte, bei denen die SDN als Lobbyverband die Belange der Küste vertreten hat und die inzwischen als weitgehend abgearbeitet gelten dürften, sind die Dünnsäure-, Abfall-, und Klärschlammverklappung, die Anschaffung moderner Notschlepper, das Notschleppkonzept, Antifouling, Luftüberwachung, Ballastwasser, Tankreinigung, MARPOL I bis IV, u.a.m.

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Im Detail nicht immer nur einer Meinung

Varel/Cuxhaven/Oldenburg. Die aktuelle Pandemie beherrscht zurzeit die volle Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Aber neben ihr gibt es noch unverändert eine lange Reihe weiterer Themen – und auch Probleme – die ebenso große Aufmerksamkeit erfordern. Dem zu entsprechen und gleichzeitig für sie nach möglichst effektiven Lösungswegen zu suchen hat sich die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V. (SDN) mit ihrem Vorsitzenden Bürgermeister Gerd-Christian Wagner ins Handlungsbuch geschrieben. „Was liegt dafür also näher, als das sich die SDN auch mit einer Einrichtung an einen Tisch setzt, die den Schutz der Meere vor der deutschen Küste auf ihrer Agenda stehen hat – dem Havariekommando (HK).” Und dort standen die Türen für ein solches Gespräch weit offen.

Mit HK-Leiter Hans-Werner Monsees stellten sich auch seine Stellvertreter Dieter Schmidt und Holger Jäde der kritischen Auseinandersetzung mit dem SDN-Vorsitzenden. „In der Vergangenheit befasste sich die SDN sicherlich überwiegend mit dem HK, wenn irgend etwas nicht geklappt hatte“, resümiert Wagner. „Wir waren im Detail sicherlich nicht immer einer Meinung und werden das auch zukünftig wohl nicht immer sein“. Aber heute setze die SDN viel mehr auf einen präventiven Austausch mit den im HK präsenten fachlichen Kompetenzen, welche, wie auch die SDN, in den vergangenen beinahe zwei Jahrzehnten reichlich Wissen und Erfahrung gesammelt und reflektiert hätten. Denn im Grunde, so der SDN-Vorsitzende weiter, decke das HK mit seinem Aufgabenbereich einen Teil der vielzähligen SDN-Themen für den Schutz der Nordsee als Lebens-, Wirtschafts- und Naturraum mit ab. „Dies unterstreicht unser gemeinsames Ziel, die Meeresumwelt und die Menschen an der Küste zu schützen“, erklärt HK-Leiter Monsees dazu.

Und ein viel versprechender Anfang dahin ist nun gemacht. So werden SDN und HK sich zukünftig innerhalb überschaubarer Zeiträume immer wieder zu einem präventiven Austausch zusammen setzen und dabei versuchen, auch strittige Themen zu einer Klärung zu führen. Nächstes Thema wird dabei wahrscheinlich der Einsatz von Seelotsen zur Havarievermeidung und -folgenbekämpfung sein. „Wir hatten heute ein sehr konstruktives Gespräch, beschließt Monsees das Treffen in den Einsatzräumen des Havariekommandos in Cuxhaven. „Darauf wollen wir gemeinsam aufbauen und den fachlichen Austausch zwischen der Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste und dem Havariekommando fördern“.

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PM als PDF: 20-09-22 SDN_PM HK-Treffen

 

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Einige Maßnahmen der letzten Jahrzehnte, bei denen die SDN als Lobbyverband die Belange der Küste vertreten hat und die inzwischen als weitgehend abgearbeitet gelten dürften, sind die Dünnsäure-, Abfall-, und Klärschlammverklappung, die Anschaffung moderner Notschlepper, das Notschleppkonzept, Antifouling, Luftüberwachung, Ballastwasser, Tankreinigung, MARPOL I bis IV, u.a.m.

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Das Havariekommando (HK)

handelt im Auftrag des Bundes und der fünf Norddeutschen Bundesländer (Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein). Im Falle einer komplexen Schadenslage auf See übernimmt es die Gesamteinsatzleitung und nutzt dafür die Einsatzmittel des Bundes und der fünf norddeutschen Bundesländer. Es führt regelmäßig Übungen und Fortbildungen mit seinen Partnern durch.

www.havariekommando.de

Großschiffe weg von der Küste

Havarie der MSC ZOE macht Verantwortung des Menschen für Folgen seines Handelns deutlich

(3740 Anschläge Haupttext + 1093 Anschläge Zusatz-Info)

Quelle Foto: SDN/Andryszak

Varel/Brunsbüttel/Oldenburg. In der Sturmnacht vom 1. auf den 2. Januar 2019 hat das Groß-Containerschiff MSC ZOE 342 Container vor den Nordseeinseln von Ameland bis Borkum verloren. Eine Havarie, deren Folgen die Lebensräume Wattenmeer und südliche Nordsee noch auf unabsehbare Zeit stark belasten wird. In gut eineinhalb Jahren ist es deutschen, niederländischen und panamaischen Havarie-Experten mittlerweile gelungen, einen Abschlussbericht zum Unfall zu fertigen. Dieser ist nun heute auch der breiten Öffentlichkeit präsentiert worden.

Allerdings sind sich die Experten demnach nicht in allen Punkten einig geworden; insbesondere in der Frage, ob eine mögliche Bodenberührung des Schiffes bei starkem Wellengang eine wesentliche Rolle gespielt habe. Den Niederländern reicht allerdings schon der Verdacht auf ein solches Risiko. Sie warnen große Schiffe bereits seit Herbst letzten Jahres davor, bei sehr schlechtem Wetter die relativ flache küstennahe Route zu wählen. Die zuständigen deutschen Behörden tun das allerdings nicht. Sie wollten auf ein entsprechend eindeutiges Votum im Abschlussbericht der deutschen Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) warten. Und ein solches gibt es nicht. Vielmehr ist laut BSU-Unfallbericht nicht klar, welches Phänomen oder welche Kombination der vier Phänomene (extreme Bewegungen und Beschleunigungskräfte, Kontakt oder Beinahekontakt zum Meeresboden, grünes Wasser und Slamming) zum Containerverlust führte.

Aber aus Sicht der Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste steht in jeden Fall fest, dass auf der Schifffahrts-Route nahe der Küste und ihren Inseln besondere Wind-, Wellenbedingungen und Tideverhältnisse zu beträchtlichen Eintauch- und Rollbewegungen großer Schiffe führen können. Und das bedeute, andere Schiffe ähnlicher Abmessungen können bei ähnlichem Wetter und (vor allem) Wellengang ähnliches erfahren und somit die Umwelt der Nordseeküste nebst ihrer Bewohner gefährden.

Somit sieht es die SDN im Sinne „Prävention statt Reaktion“ als zwingend nötig an, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die eine mögliche Havarie möglichst vermeiden helfen. Wozu sowohl schiffbauliche wie personale als auch verkehrsführende Aspekte gehören. Denn ein havariertes Schiff allein kann schon die Nordseeküste zerstören! Denn die Großschiffe transportieren nicht nur ihre Ladung sondern auch noch tausende Tonnen Öl.

Und wieder einmal steht umsichtige Vorsorge für die Umwelt mit kurzsichtigen Entscheidungen im Widerstreit”, ärgert sich Bürgermeister Gerd-Christian Wagner, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste (SDN). Als kommunaler Umweltverband setzt sich die SDN unter anderen für die Interessen der Landkreise und rund 200 Kommunen entlang der deutschen Nordseeküste ein. Dabei streitet sie insbesondere auch für eine stete Minimierung des Gefährdungspotentials durch den Schiffsverkehr. “Es darf einfach nicht sein, dass die Sicherheit von Nordsee, Natur und Mensch den Bedingungen des Kommerzes ausgeliefert werden”, appelliert der SDN-Vorsitzende.

Und zudem, menschlicher Technik sei es nun einmal nicht möglich, alle durch Menschen verursachte Störungen wieder zu beheben, geschweige denn erfolgte Schäden zu beheben, ist Wagner überzeugt. So sei es aus Sicht der SDN, neben einer umwelt-schutzgerechten Verkehrs- planung und nicht zu hoch gestapelter Containerlagen an Deck, zwingend geboten, die Nutzung geeigneter Verkehrstrennungsgebiete mit größerer Wassertiefe für Groß-Schiffe wie Mega-Containerfrachter vorzuschreiben.

Aber Position der SDN auch dabei ist und muss sein „Prävention statt Reaktion“!

“Es darf nicht sein, dass die Sicherheit von Nordsee, Natur und Mensch den Bedingungen des Kommerzes ausgeliefert werden”, blickt Wagner in Richtung Zukunft.

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PM als PDF: 20-06-25 SDN_PM MSC ZOE

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Einige Maßnahmen der letzten Jahrzehnte, bei denen die SDN als Lobbyverband die Belange der Küste vertreten hat und die inzwischen als weitgehend abgearbeitet gelten dürften, sind die Dünnsäure-, Abfall-, und Klärschlammverklappung, die Anschaffung moderner Notschlepper, das Notschleppkonzept, Antifouling, Luftüberwachung, Ballastwasser, Tankreinigung, MARPOL I bis IV, u.a.m.

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Großschiffe fern der Küste

Havarie der MSC ZOE macht Verantwortung des Menschen für Folgen seines Handelns deutlich

(3238 Anschläge Haupttext + 1093 Anschläge Zusatz-Info)

Quelle Foto: SDN/Andryszak

Varel/Brunsbüttel/Oldenburg. In der Sturmnacht vom 1. auf den 2. Januar 2019 hat das Groß-Containerschiff MSC ZOE 342 Container vor den Nordseeinseln von Ameland bis Borkum verloren. Eine Havarie, deren Folgen die Lebensräume Wattenmeer und südliche Nordsee noch auf unabsehbare Zeit stark belasten wird. In gut eineinhalb Jahren ist es deutschen, niederländischen und panamaischen Havarie-Experten mittlerweile gelungen, einen Abschlussbericht zum Unfall zu fertigen. Dieser soll laut aktuellen Presseberichten wohl im Juli auch der breiten Öffentlichkeit präsentiert werden.

Allerdings sind sich die Experten demnach nicht in allen Punkten einig geworden; insbesondere in der Frage, ob eine mögliche Bodenberührung des Schiffes bei starkem Wellengang eine wesentliche Rolle gespielt habe. Der niederländischen Küstenwache reicht allerdings schon der Verdacht auf ein solches Risiko. Sie warnt große Schiffe bereits seit Herbst letzten Jahres davor, bei sehr schlechtem Wetter die relativ flache küstennahe Route zu wählen. Die zuständigen deutschen Behörden tun das allerdings nicht. Man mache eine Entscheidung über die Pflicht zur Nutzung des Tiefwasserweges von einem entsprechend eindeutigen Votum im Abschlussbericht der deutschen Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) abhängig. Und ein solches scheint es laut Ulf Kaspera, Direktor BSU, nicht zu geben: „Es gibt verschiedene Sichtweisen“ und von daher sei der Abschlussbericht ein „Kompromiss“, ist der Nordwest Zeitung zu entnehmen.

Und wieder einmal steht umsichtige Vorsorge für die Umwelt mit kurzsichtigen Entscheidungen im Widerstreit”, ärgert sich Bürgermeister Gerd-Christian Wagner, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste (SDN). Als kommunaler Umweltverband setzt sich die SDN unter anderen für die Interessen der Landkreise und rund 200 Kommunen entlang der deutschen Nordseeküste ein. Dabei streitet sie insbesondere auch für eine stete Minimierung des Gefährdungspotentials durch den Schiffsverkehr.

So werden vor allem die Küstenfischerei und die Tierwelt der Nordsee noch sehr lange mit den teilweise lebensbedrohlichen Folgen der Havarie der MSC Zoe zu tun haben.” Zudem sei es neben den Massen an Ladung und Verpackungsmaterial immer noch nicht sicher, wie viel Gefahrgut wirklich in den 342 Containern verstaut war, die über Bord gegangen sind. „Es ist einfach an der Zeit, wirklich zum Wohle der Umwelt umzudenken!“, appelliert Wagner an die präventive Vernunft insbesondere der Verantwortlichen in den Küstenländern und besonders Berlin. Belegen doch verschiedene Studien, dass viele Container nicht nur unkorrekt beladen, sondern auch falsch deklariert sind.

Und zudem, menschlicher Technik sei es nun einmal nicht möglich, alle durch Menschen verursachte Störungen wieder zu beheben, geschweige denn erfolgte Schäden zu beheben, ist Wagner überzeugt. So sei es aus Sicht der SDN, neben einer umwelt-schutzgerechten Routenplanung und nicht zu hoch gestapelter Containerlagen an Deck, zwingend geboten, die Nutzung geeigneter Verkehrstrennungsgebiete mit größerer Wassertiefe für Groß-Schiffe wie Mega-Containerfrachter vorzuschreiben. „Und die Seefahrernation Niederlande gibt uns da ein gutes Beispiel!“, blickt Wagner Richtung Westen.

Mit freundlicher Bitte um Veröffentlichung,

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PM als PDF:20-06-15 SDN_PM MSC ZOE

Die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V. (SDN)

ist ein überregionaler und gemeinnütziger Umweltschutz-Dachverband, der 1973 ins Leben gerufen wurde und sich seitdem sachlich-fachlich und partei-übergreifend für den Schutz der Nordsee als Lebens-, Wirtschafts- und Naturraum engagiert. Sie dient rund 200 Kommunen, Landkreisen, Naturschutzvereinen, Instituten, Verbänden und Einzelmitgliedern als Sprachrohr. Gemeinsames Ziel: die Eigenarten und Schönheiten der Nordsee, des Wattenmeeres und der angrenzenden Küste vor schädigenden Eingriffen durch den Menschen zu schützen und Probleme des Nordseeschutzes einer Lösung zuzuführen.

Einige Maßnahmen der letzten Jahrzehnte, bei denen die SDN als Lobbyverband die Belange der Küste vertreten hat und die inzwischen als weitgehend abgearbeitet gelten dürften, sind die Dünnsäure-, Abfall-, und Klärschlammverklappung, die Anschaffung moderner Notschlepper, das Notschleppkonzept, Antifouling, Luftüberwachung, Ballastwasser, Tankreinigung, MARPOL I bis IV, u.a.m.

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Jahrestag der Nordsee-Verschmutzung

Geborgen wurde der Containerschrott – teilweise mit Ladung – was geschieht mit dem Rest?

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Quelle Fotos: SDN/Andryszak

Varel/Brunsbüttel/Oldenburg. Und wieder einmal ist die deutsche Nordseeküste mit viel Glück – scheinbar – einer Katastrophe entronnen. Die nach der Havarie der MSC Zoe in der Sturmnacht vom 1. auf den 2. Januar 2019 eingeleiteten Bergungsarbeiten seien im deutschen Nordseegebiet erfolgreich abgeschlossen, verkündet die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung gegen Ende des Jahres. Gemeint ist damit lediglich die Beseitigung aller “schifffahrtsrelevanten Hindernisse”. „Aber was ist mit dem Rest – der eigentlichen Verschmutzung des Lebensraumes Nordsee durch die Inhalte der 342 überbord gegangenen Container mit einem geschätzten Gesamtgewicht von rund 3.400 Tonnen (davon 2.736 Tonnen Ladung)?”, fragt sich Bürgermeister Gerd-Christian Wagner, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste (SDN). Als kommunaler Umweltverband vertritt die SDN die Interessen von rund 200 Kommunen, Landkreisen, Instituten, Vereinen, Verbänden und Einzelmitgliedern entlang der Nordseeküste.
Menschlicher Technik sei es nicht möglich, alle Einzelteile aus den zerstörten Containern am Meeresgrund oder der Wassersäule zu finden; geschweige denn zu bergen, ist Wagner überzeugt. „So werden die Küstenfischerei und vor allem die Tierwelt noch sehr lange mit diesem zum Teil gesundheits- und lebensbedrohenden Problem zu tun haben.” Denn es sei absolut nicht sicher, wieviel Gefahrgut wirklich in den Containern verstaut war und nun, neben den Massen von Ladung und Verpackungsmaterial, seine Wirkung auf die Meeresumwelt entfaltet. Belegen doch verschiedene Studien, dass viele Container nicht nur unkorrekt beladen, sondern auch falsch deklariert sind. So habe die Reederei Hapag-Lloyd bei einer Stichprobe im Jahre 2016 auf ihren Schiffen allein 4.231 irreführend deklarierte Ladungseinheiten entdeckt. Oder aktuell ergab eine Untersuchung zu unsachgemäß verstauter oder deklarierter Ladung von 500 Containern durch das National Cargo Bureau (NCB) aus den USA, das mehr als die Hälfte von ihnen als “potentiell gefährlich” einzustufen seien. „Somit sind Peilsender nur für Gefahrgut-Container nicht die große Lösung zum Schutz vor weiterer Vermüllung der Nordsee durch überbord gegangene Ladung“, so der SDN-Vorsitzende.
„Es ist einfach an der Zeit wirklich umzudenken!“, appelliert Wagner an die politische Vernunft. „Wir müssen sofort damit anfangen und nicht nur immer kurzfristige Wirtschaftsziele zum alleinigen Maß aller Dinge machen.“ Vielmehr müssten mögliche Auswirkungen auf die Umwelt immer mit bedacht und einbezogen werden. Ebenso wie eine stete Minimierung des Gefährdungspotentials durch den Schiffsverkehr. Allerdings habe sich in gut 30 Jahren SDN-Forderungen nach qualitativen Verbesserungen zur Gefahrenabwehr noch nichts wirklich gebessert. „Für die großen Schiffe gibt es an der deutschen Küste Alternativen, für die Natur nicht“, ist auch Ulrich Birstein überzeugt, Elb-Lotse und BSHL-Präsident sowie erster stellvertretender Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste.

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PM als PDF:20-01-01 SDN_PM MSC ZOE

Zusatz-Information:
Aus Sicht der SDN bietet sich Folgendes zur Minimierung des Gefährdungspotentials durch den Fracht-Schiffsverkehr an (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
– Keine Zulassung von Substandardschiffen zu deutschen Häfen.
– Das Stauen von Containern und anderen Ladungsteilen ist ausschließlich qualifizierten Hafenarbeitern zu überlassen.
– Containersicherungen dürfen erst nach dem Festmachen entfernt werden.
– Die oberen Containerlagen müssen immer mit automatischen Twistlocks und mit Kreuzverspannungen gesichert werden.
– Container dürfen an Deck nicht zu hoch gestapelt werden. Wobei aus SDN-Sicht acht Lagen übereinander aus Winddruck-, Stabilitäts-, Gewichts- und Sicherungsgründen deutlich zu viel sind.
– Nutzung des Ladungssicherungshandbuches der Versicherungen.
– Sicherstellung einer korrekten Beladung der einzelnen Container.
– Stete Qualifizierung von Stauern, Crew und Inspektoren zum aktuellen Stand der Technik.
– Einsatz von Sicherheitscontainern, die hinsichtlich Stabilität und Ortung eine einfache Bergung ermöglichen und nicht aufgrund großer Fallhöhen zerbersten.
– Zustand von Ladung und Ladungssicherung (Twistlocks) sensorisch überwachen.
– Weltweit gezielte und qualifizierte Ausbildung der Seemannschaft, insbesondere im Gefahrgutbereich.
– Verringern des Fahrplandrucks für die Schiffe und ihre Kapitäne.
– Durch Routenplanung Schlechtwettergebiete vermeiden.
– Eine stärkere Einbeziehung der Umweltausbildung an den Seefahrtschulen.
– Verstärkte Kontrollen auf den Schiffen durch die entsprechenden Behörden.
– Einführen einer behördlichen Meldepflicht für Gefahrguttransporte sowie Einrichten einer Datenbank für transportierte Gefahrgüter und Prüfpflicht der Staupläne.
– Umwelt- und besatzungsgerechte Standards und schärfere Kontrollen des Frachtverkehrs.
– Einführen einer kontrollierten Schiffslenkung in vielbefahrenen Wasserstraßen.
– Verpflichtende Nutzung geeigneter Verkehrstrennungsgebiete mit größerer Wassertiefe für Groß-Schiffe wie die Mega-Containerfrachter.
– Umweltschutzgerechte verbindliche Regelungen für die Hauptschifffahrtsrouten entlang des Wattenmeeres.
– Einführen einer Gefährdunghaftung.
– Gesetzliche Regelung einer Bergungspflicht.
– Reduzieren der Vielfalt gefährlicher Stoffe wie auch eine Umorganisation der Teileproduktion mit dem Ziel einer weltweiten Transportverringerung.

Die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V. (SDN)
ist ein überregionaler und gemeinnütziger Umweltschutz-Dachverband, der 1973 ins Leben gerufen wurde und sich seitdem sachlich-fachlich und partei-übergreifend für den Schutz der Nordsee als Lebens-, Wirtschafts- und Naturraum engagiert. Sie dient rund 200 Kommunen, Landkreisen, Naturschutzvereinen, Instituten, Verbänden und Einzelmitgliedern als Sprachrohr. Gemeinsames Ziel: die Eigenarten und Schönheiten der Nordsee, des Wattenmeeres und der angrenzenden Küste vor schädigenden Eingriffen durch den Menschen zu schützen und Probleme des Nordseeschutzes einer Lösung zuzuführen.
Einige Maßnahmen der letzten Jahrzehnte, bei denen die SDN als Lobbyverband die Belange der Küste vertreten hat und die inzwischen als weitgehend abgearbeitet gelten dürften, sind die Dünnsäure-, Abfall-, und Klärschlammverklappung, die Anschaffung moderner Notschlepper, das Notschleppkonzept, Antifouling, Luftüberwachung, Ballastwasser, Tankreinigung, MARPOL I bis IV, u.a.m.
Die SDN ist Mitglied der KIMO International: http://www.kimointernational.org

Neue Schiffe für den Küstenschutz

Nordseeschützer begrüßen Bauvergabe für zwei neue Mehrzweckschiffe – Fordern aber noch intensiveren Einsatz für den Küstenschutz

(ca 3231 Anschläge Haupttext)

Quelle Fotos: SDN/Andryszak

Nordseeküste/Varel/Oldenburg. Sehr erfreut zeigt sich die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V. (SDN) über die aktuelle Bauvergabe von zwei hochmodernen und umweltschonend angetriebenen Gewässerschutz- und Notfallschleppschiffen für die deutsche Nordsee. „Mit diesem längst fälligen Ersatz für die beiden ältesten Mehrzweckschiffe MELLUM und SCHARHÖRN wird das anspruchsvolle Notschleppkonzept in Nord- und Ostsee in Verbindung mit den noch jüngeren Mehrzweckschiffen NEUWERK und ARKONA und den gecharterten Notschleppern NORDIC, BALTIC, BÜLK und FAIRPLAY 25 wenigstens beibehalten“, stellt der SDN-Vorsitzende Bürgermeister Gerd-Christian Wagner fest. Als kommunaler Umweltverband befasst sich die SDN im Namen der schleswig-holsteinischen und niedersächsischen Küstenlandkreise und -kommunen seit vielen Jahren mit dem Sicherheitskonzept für beide deutschen Küstenmeere.

Allerdings sei nicht alles Gold was etwas Glanz hätte, merkt Wagner kritisch an. Das von Seiten des Bundesverkehrsministeriums, der Schifffahrtsverwaltung und des Havariekommandos immer als Ideallösung für den Notfalleinsatz propagierte Mehrzweckschiff-Konzept habe in der Vergangenheit häufig deutliche Mängel im realen Notfalleinsatz gezeigt. „Einzig die umsichtige Einschätzung der Kapitäne zu den situationsbedingten Möglichkeiten ihrer Schiffe am Einsatzort hat nicht selten Schäden und Verletzungen auf der helfenden Seite vermieden”, ist auch der stellvertretende SDN-Vorsitzende und Elb-Lotse Ulrich Birstein überzeugt. So sei zum Beispiel die MELLUM bei der Havarie der GLORY AMSTERDAM nicht aktiv in den Notschlepper-Einsatz gegangen, da ihr Kapitän seine Besatzung bei hoher See nicht einer zu großen Gefährdung auf dem mit zu geringer Freibordhöhe versehenen Arbeitsdeck aussetzen wollte. Doch hoffentlich kommen die beiden – oder sogar drei – deutlich größeren Neubauten dem Anspruch an Notschleppeinsätzen unter Schlechtwetterbedingungen wirklich näher”, wünscht er.

Das Notschlepp-Konzept hat sich aber bisher im Wesentlichen bewährt“, meint Wagner. Allerdings weise es immer noch gravierende Sicherheitslücken auf. So sehe die Schutzgemeinschaft schon seit Jahren vor Nordfriesland (nordwestlich von Sylt), bei den Offshore-Windparks und auf der Unterelbe einen dringenden Notschlepper-Bedarf. „Das Problem ist einfach”, gibt Wagner auch als Bürgermeister zu bedenken, „eine einzige folgenschwere Havarie reicht aus – ohne unabsehbaren Glücksfall wie bei den letzten Schiffsunfällen vor unserer Küste – das Weltnaturerbe Wattenmeer als Lebensraum für Menschen und Tiere zu zerstören.” Es sei längst an der Zeit, dass das Bundesverkehrsministerium, für dessen Spitze schon seit vielen Jahren insbesondere Autos und Flugzeuge im Fokus stünden, dem Schutz der deutschen Küsten mehr Aufmerksamkeit widmen müsse. „Da bietet die um Jahre verzögerte Beschaffung neuer Mehrzweckschiffe sicherlich einen Hoffnungsschimmer”, blickt der SDN-Vorsitzende in die Zukunft. Aber schon im kommenden Jahr gebe es wieder die Notwendigkeit, die Charter der von Privat stammenden Notschlepper zu erneuern. „Aber die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste wird immer weiter an der Durchsetzung eines vernünftigen Schutzes der deutschen Küste arbeiten!”

Mit freundlicher Bitte um Veröffentlichung,

SDN Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V.

– Pressestelle –

Peter Andryszak

pressestelle@sdn-web.de

0172-4363439

www.sdn-web.de

Pressemeldung als PDF: 19-12-22 SDN_PM neue GS-Schiffe

Die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V. (SDN)

ist ein überregionaler und gemeinnütziger Umweltschutz-Dachverband, der 1973 ins Leben gerufen wurde und sich seitdem sachlich-fachlich und partei-übergreifend für den Schutz der Nordsee als Lebens-, Wirtschafts- und Naturraum engagiert. Sie dient rund 200 Kommunen, Landkreisen, Naturschutzvereinen, Instituten, Verbänden und Einzelmitgliedern als Sprachrohr. Gemeinsames Ziel: die Eigenarten und Schönheiten der Nordsee, des Wattenmeeres und der angrenzenden Küste vor schädigenden Eingriffen durch den Menschen zu schützen und Probleme des Nordseeschutzes einer Lösung zuzuführen.

Einige Maßnahmen der letzten Jahrzehnte, bei denen die SDN als Lobbyverband die Belange der Küste vertreten hat und die inzwischen als weitgehend abgearbeitet gelten dürften, sind die Dünnsäure-, Abfall-, und Klärschlammverklappung, die Anschaffung moderner Notschlepper, das Notschleppkonzept, Antifouling, Luftüberwachung, Ballastwasser, Tankreinigung, MARPOL I bis IV, u.a.m.

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Weihnachtsgeschenke für die Nordsee von der MSC ZOE

Geborgen wurde der Containerschrott – teilweise mit Ladung – was wird mit dem verbleibenden Rest?

(2897 Anschläge Haupttext + 2318 Anschläge Zusatz-Info)

Quelle Fotos: SDN/Andryszak

Varel/Brunsbüttel/Oldenburg. Und wieder einmal ist die deutsche Nordseeküste mit viel Glück – scheinbar – einer Katastrophe entronnen. Die nach der Havarie der MSC Zoe im Januar 2019 eingeleiteten Bergungsarbeiten seien im deutschen Nordseegebiet erfolgreich abgeschlossen, verkündet die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung und meint damit lediglich die Beseitigung aller “schifffahrtsrelevanten Hindernisse”. „Aber was ist mit dem Rest – der eigentlichen Verschmutzung des Lebensraumes Nordsee durch die Inhalte der 342 überbord gegangenen Container mit einem geschätzten Gesamtgewicht von rund 3.400 Tonnen (davon 2.736 Tonnen Ladung)?”, fragt sich Bürgermeister Gerd-Christian Wagner, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste (SDN). Als kommunaler Umweltverband vertritt die SDN die Interessen von rund 200 Kommunen, Landkreisen, Instituten, Vereinen, Verbänden und Einzelmitgliedern entlang der Nordseeküste.

Menschlicher Technik sei es nicht möglich, alle Einzelteile aus den zerstörten Containern am Meeresgrund oder der Wassersäule zu finden; geschweige denn zu bergen, ist Wagner überzeugt. „So werden die Küstenfischerei und vor allem die Tierwelt noch sehr lange mit diesem zum Teil gesundheits- und lebensbedrohenden Problem zu tun haben.” Denn es sei absolut nicht sicher, wieviel Gefahrgut wirklich in den Containern verstaut war und nun, neben den Massen von Ladung und Verpackungsmaterial, seine Wirkung auf die Meeresumwelt entfaltet. Belegen doch verschiedene Studien, dass viele Container nicht nur unkorrekt beladen, sondern auch falsch deklariert sind. So habe die Reederei Hapag-Lloyd bei einer Stichprobe im Jahre 2016 auf ihren Schiffen allein 4.231 davon entdeckt. Oder aktuell ergab eine Untersuchung zu unsachgemäß verstauter oder deklarierter Ladung von 500 Containern durch das National Cargo Bureau (NCB) aus den USA, das mehr als die Hälfte von ihnen als “potentiell gefährlich” einzustufen seien. „Somit sind Peilsender nur für Gefahrgut-Container nicht die große Lösung zum Schutz vor weiterer Vermüllung der Nordsee durch überbord gegangene Ladung“, so der SDN-Vorsitzende.

Es ist einfach an der Zeit umzudenken!“, appelliert Wagner an die politische Vernunft. „Wir müssen sofort damit anfangen und nicht nur immer kurzfristige Wirtschaftsziele zum alleinigen Maß aller Dinge machen.“ Vielmehr müssten mögliche Auswirkungen auf die Umwelt immer mit bedacht und einbezogen werden. Ebenso wie eine stete Minimierung des Gefährdungspotentials durch den Schiffsverkehr. Allerdings habe sich in gut 30 Jahren SDN-Forderungen nach qualitativen Verbesserungen zur Gefahrenabwehr noch nichts wirklich gebessert. „Für die großen Schiffe gibt es an der deutschen Küste Alternativen, für die Natur nicht“, ist auch Ulrich Birstein überzeugt, Elb-Lotse und BSHL-Präsident sowie erster stellvertretender Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste.

Mit freundlicher Bitte um Veröffentlichung,

SDN Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V.

– Pressestelle –

Peter Andryszak

pressestelle@sdn-web.de

0172-4363439

www.sdn-web.de

 

 

Zusatz-Information:

Aus Sicht der SDN bietet sich Folgendes zur Minimierung des Gefährdungspotentials durch den Fracht-Schiffsverkehr an (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

– Keine Zulassung von Substandardschiffen zu deutschen Häfen.

– Das Stauen von Containern und anderen Ladungsteilen ist ausschließlich qualifizierten Hafenarbeitern zu überlassen.

Containersicherungen dürfen erst nach dem Festmachen entfernt werden.

– Die oberen Containerlagen müssen immer mit automatischen Twistlocks und mit Kreuzverspannungen gesichert werden.

– Container dürfen an Deck nicht zu hoch gestapelt werden. Wobei aus SDN-Sicht acht Lagen übereinander aus Winddruck-, Stabilitäts-, Gewichts- und Sicherungsgründen deutlich zu viel sind.

– Nutzung des Ladungssicherungshandbuches der Versicherungen.

– Sicherstellung einer korrekten Beladung der einzelnen Container.

– Stete Qualifizierung von Stauern, Crew und Inspektoren zum aktuellen Stand der Technik.

– Einsatz von Sicherheitscontainern, die hinsichtlich Stabilität und Ortung eine einfache Bergung ermöglichen und nicht aufgrund großer Fallhöhen zerbersten.

– Zustand von Ladung und Ladungssicherung (Twistlocks) sensorisch überwachen.

– Weltweit gezielte und qualifizierte Ausbildung der Seemannschaft, insbesondere im Gefahrgutbereich.

– Verringern des Fahrplandrucks für die Schiffe und ihre Kapitäne.

– Durch Routenplanung Schlechtwettergebiete vermeiden.

– Eine stärkere Einbeziehung der Umweltausbildung an den Seefahrtschulen.

– Verstärkte Kontrollen auf den Schiffen durch die entsprechenden Behörden.

– Einführen einer behördlichen Meldepflicht für Gefahrguttransporte sowie Einrichten einer Datenbank für transportierte Gefahrgüter und Prüfpflicht der Staupläne.

– Umwelt- und besatzungsgerechte Standards und schärfere Kontrollen des Frachtverkehrs.

– Einführen einer kontrollierten Schiffslenkung in vielbefahrenen Wasserstraßen.

– Verpflichtende Nutzung geeigneter Verkehrstrennungsgebiete mit größerer Wassertiefe für Groß-Schiffe wie die Mega-Containerfrachter.

– Umweltschutzgerechte verbindliche Regelungen für die Hauptschifffahrtsrouten entlang des Wattenmeeres.

– Einführen einer Gefährdunghaftung.

– Gesetzliche Regelung einer Bergungspflicht.

– Reduzieren der Vielfalt gefährlicher Stoffe wie auch eine Umorganisation der Teileproduktion mit dem Ziel einer weltweiten Transportverringerung.

 

Die Pressemeldung als PDF: 19-12-16 SDN_PM Ladungsverluste

 

 

Die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V. (SDN)

ist ein überregionaler und gemeinnütziger Umweltschutz-Dachverband, der 1973 ins Leben gerufen wurde und sich seitdem sachlich-fachlich und partei-übergreifend für den Schutz der Nordsee als Lebens-, Wirtschafts- und Naturraum engagiert. Sie dient rund 200 Kommunen, Landkreisen, Naturschutzvereinen, Instituten, Verbänden und Einzelmitgliedern als Sprachrohr. Gemeinsames Ziel: die Eigenarten und Schönheiten der Nordsee, des Wattenmeeres und der angrenzenden Küste vor schädigenden Eingriffen durch den Menschen zu schützen und Probleme des Nordseeschutzes einer Lösung zuzuführen.

Einige Maßnahmen der letzten Jahrzehnte, bei denen die SDN als Lobbyverband die Belange der Küste vertreten hat und die inzwischen als weitgehend abgearbeitet gelten dürften, sind die Dünnsäure-, Abfall-, und Klärschlammverklappung, die Anschaffung moderner Notschlepper, das Notschleppkonzept, Antifouling, Luftüberwachung, Ballastwasser, Tankreinigung, MARPOL I bis IV, u.a.m.

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Notschlepper NORDIC gehört jetzt auch optisch dazu

Nordseeschützer loben Kennzeichnung / Fehlende Kennung war Mitursache für Havarie

(3121 Anschläge Haupttext)

Helgoland/Husum/Oldenburg. Erfreut zeigt sich die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V. (SDN) über die kürzlich mit schwarz-rot-gold erfolgte Kennzeichnung des seit Januar 2011 im staatlichen Auftrag tätigen Notschleppers NORDIC als zweifelsfrei im hoheitlichen Auftrag agierendes Fahrzeug. Die durch das Bundesverkehrsministerium erteilte Aufgabe des Schiffes ist es, einen auf dem Meer manövrierunfähig treibenden Havaristen in maximal zwei Stunden zu erreichen sowie eine Schleppverbindung zu ihm herzustellen, um ihn auf See zu halten und so vor einer Kollision oder Strandung zu bewahren.

Wie die Vorgängerin OCEANIC auch, ist der Bergungsschlepper NORDIC zentraler Teil des staatlichen Notschleppkonzeptes Nordsee. Während alle Behördenschiffe mit den Farben der deutschen Flagge und dem Schriftzug „Küstenwache“ auf dem Rumpf deutlich erkennbar für die Schifffahrt als solche gekennzeichnet sind, fehlte bei dem vom Bund von einer privaten Reederei gecharterten Schlepper diese Kennzeichnung. Das hatte fatale Folgen bei der Havarie der GLORY AMSTERDAM.

Der unter der Flagge Panamas fahrende Massengutfrachter war am 29. Oktober 2017 in einem Orkan morgens von seinem Ankerplatz losgerissen und trieb rund zwölf Stunden durch die Deutsche Bucht. Der Kapitän der GLORY AMSTERDAM erkannte lange nicht seine Verpflichtung eine Schleppverbindung mit der NORDIC herzustellen. Hierdurch ging wertvolle Zeit verloren. Als schließlich eine Verbindung hergestellt werden konnte, riss diese nach einer halben Stunde, da die Besatzung des Havaristen, trotz genauer Anweisung, die Schleppleine unsachgemäß befestigt hatte. Am Abend strandete das Schiff rund zwei Kilometer vor Langeoog auf einer Sandbank.

Als Mitursache wurden in dem Abschlussbericht der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) vor allem Verständigungsprobleme genannt, als es um praktische Absprachen für die Notschleppmanöver ging. So hatte der chinesische Kapitän die NORDIC wegen fehlender Kennzeichnung für einen kommerziellen Bergungsschlepper gehalten. Dadurch war wertvolle Zeit für die Herstellung einer Leinenverbindung verloren gegangen und letztlich kam es auch wegen anderer Ursachen zur Strandung.

Alle im staatlichen Auftrag tätigen Notschlepper in Europa sind für die internationale Seefahrt deutlich erkennbar“, weiß der Leiter des SDN-Arbeitskreises Küstenwache, Hans von Wecheln. „Sie haben die jeweilige nationale Kennung in Form des Hoheitszeichens an den Bordwänden und der jeweilige Auftraggeber ist zu lesen (z.B. „Coast Guard“ oder „Kustwacht“)“. „Besonders in der internationalen Seefahrt“, so von Wecheln weiter, „ist aufgrund der Sprachvielfalt und des Ausbildungsstandes eine eindeutige, klare Kennzeichnung unerlässlich“. Das wäre bei der Havarie erneut deutlich geworden.

Die BSU hatte bereits im Zwischenbericht und später sehr deutlich im Endbericht eine auffällige Kennzeichnung für den Notschlepper im staatlichen Einsatz empfohlen. Für die SDN war es schon seit Jahren unverständlich, dass neben den staatlichen Mehrzweckschiffen mit deutlicher Kennzeichnung, die von privat gecharterten Notschlepper NORDIC (Nordsee), BALTIC und FAIRPLAY 25 (beide Ostsee) diese Kennzeichnung bei Charterbeginn nicht bekommen hatten.

Mit freundlicher Bitte um Veröffentlichung,

SDN Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V.

www.sdn-web.de

Hans von Wecheln / Peter Andryszak

– Leiter Arbeitskreis „Küstenwache“ –  / – Pressestelle –

sdn.husum@t-online.de / pressestelle@sdn-web.de

                                             / 0172-4363439

Die Pressemeldung als PDF: 19-08-07 SDN_PM NORDIC

 

Die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V. (SDN)

ist ein überregionaler und gemeinnütziger Umweltschutz-Dachverband, der 1973 ins Leben gerufen wurde und sich seitdem sachlich-fachlich und partei-übergreifend für den Schutz der Nordsee als Lebens-, Wirtschafts- und Naturraum engagiert. Sie dient rund 200 Kommunen, Landkreisen, Naturschutzvereinen, Instituten, Verbänden und Einzelmitgliedern als Sprachrohr. Gemeinsames Ziel: die Eigenarten und Schönheiten der Nordsee, des Wattenmeeres und der angrenzenden Küste vor schädigenden Eingriffen durch den Menschen zu schützen und Probleme des Nordseeschutzes einer Lösung zuzuführen.

Einige Maßnahmen der letzten Jahrzehnte, bei denen die SDN als Lobbyverband die Belange der Küste vertreten hat und die teilweise als weitgehend abgearbeitet gelten dürften: die schiffsweise Dünnsäure-, Abfall-, und Klärschlammverklappung in die Nordsee, die Sonderabfallverbrennung auf See, das Notschleppkonzept nebst der Anschaffung moderner Notschlepper, umweltschonende Unterwasseranstriche, Schiffsabfälle, –abwässer und –emissionen, Luftüberwachung gegen illegale Öl- und Müllentsorgung auf See, Ballastwasserbehandlung, Tankreinigung auf See, Doppelhüllen-Tanker, MARPOL I bis IV, Reinhaltung der Flüsse durch Nachrüstung von Kläranlagen, Einführung der Nationalparks im Wattenmeer.

Die SDN ist Mitglied der KIMO International: http://www.kimointernational.org