Großschiffe weg von der Küste

Havarie der MSC ZOE macht Verantwortung des Menschen für Folgen seines Handelns deutlich

(3740 Anschläge Haupttext + 1093 Anschläge Zusatz-Info)

Quelle Foto: SDN/Andryszak

Varel/Brunsbüttel/Oldenburg. In der Sturmnacht vom 1. auf den 2. Januar 2019 hat das Groß-Containerschiff MSC ZOE 342 Container vor den Nordseeinseln von Ameland bis Borkum verloren. Eine Havarie, deren Folgen die Lebensräume Wattenmeer und südliche Nordsee noch auf unabsehbare Zeit stark belasten wird. In gut eineinhalb Jahren ist es deutschen, niederländischen und panamaischen Havarie-Experten mittlerweile gelungen, einen Abschlussbericht zum Unfall zu fertigen. Dieser ist nun heute auch der breiten Öffentlichkeit präsentiert worden.

Allerdings sind sich die Experten demnach nicht in allen Punkten einig geworden; insbesondere in der Frage, ob eine mögliche Bodenberührung des Schiffes bei starkem Wellengang eine wesentliche Rolle gespielt habe. Den Niederländern reicht allerdings schon der Verdacht auf ein solches Risiko. Sie warnen große Schiffe bereits seit Herbst letzten Jahres davor, bei sehr schlechtem Wetter die relativ flache küstennahe Route zu wählen. Die zuständigen deutschen Behörden tun das allerdings nicht. Sie wollten auf ein entsprechend eindeutiges Votum im Abschlussbericht der deutschen Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) warten. Und ein solches gibt es nicht. Vielmehr ist laut BSU-Unfallbericht nicht klar, welches Phänomen oder welche Kombination der vier Phänomene (extreme Bewegungen und Beschleunigungskräfte, Kontakt oder Beinahekontakt zum Meeresboden, grünes Wasser und Slamming) zum Containerverlust führte.

Aber aus Sicht der Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste steht in jeden Fall fest, dass auf der Schifffahrts-Route nahe der Küste und ihren Inseln besondere Wind-, Wellenbedingungen und Tideverhältnisse zu beträchtlichen Eintauch- und Rollbewegungen großer Schiffe führen können. Und das bedeute, andere Schiffe ähnlicher Abmessungen können bei ähnlichem Wetter und (vor allem) Wellengang ähnliches erfahren und somit die Umwelt der Nordseeküste nebst ihrer Bewohner gefährden.

Somit sieht es die SDN im Sinne „Prävention statt Reaktion“ als zwingend nötig an, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die eine mögliche Havarie möglichst vermeiden helfen. Wozu sowohl schiffbauliche wie personale als auch verkehrsführende Aspekte gehören. Denn ein havariertes Schiff allein kann schon die Nordseeküste zerstören! Denn die Großschiffe transportieren nicht nur ihre Ladung sondern auch noch tausende Tonnen Öl.

Und wieder einmal steht umsichtige Vorsorge für die Umwelt mit kurzsichtigen Entscheidungen im Widerstreit”, ärgert sich Bürgermeister Gerd-Christian Wagner, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste (SDN). Als kommunaler Umweltverband setzt sich die SDN unter anderen für die Interessen der Landkreise und rund 200 Kommunen entlang der deutschen Nordseeküste ein. Dabei streitet sie insbesondere auch für eine stete Minimierung des Gefährdungspotentials durch den Schiffsverkehr. “Es darf einfach nicht sein, dass die Sicherheit von Nordsee, Natur und Mensch den Bedingungen des Kommerzes ausgeliefert werden”, appelliert der SDN-Vorsitzende.

Und zudem, menschlicher Technik sei es nun einmal nicht möglich, alle durch Menschen verursachte Störungen wieder zu beheben, geschweige denn erfolgte Schäden zu beheben, ist Wagner überzeugt. So sei es aus Sicht der SDN, neben einer umwelt-schutzgerechten Verkehrs- planung und nicht zu hoch gestapelter Containerlagen an Deck, zwingend geboten, die Nutzung geeigneter Verkehrstrennungsgebiete mit größerer Wassertiefe für Groß-Schiffe wie Mega-Containerfrachter vorzuschreiben.

Aber Position der SDN auch dabei ist und muss sein „Prävention statt Reaktion“!

“Es darf nicht sein, dass die Sicherheit von Nordsee, Natur und Mensch den Bedingungen des Kommerzes ausgeliefert werden”, blickt Wagner in Richtung Zukunft.

Mit freundlicher Bitte um Veröffentlichung,

SDN Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V.

– Pressestelle –

Peter Andryszak

pressestelle@sdn-web.de

0172-4363439

www.sdn-web.de

PM als PDF: 20-06-25 SDN_PM MSC ZOE

Die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V. (SDN)

ist ein überregionaler und gemeinnütziger Umweltschutz-Dachverband, der 1973 ins Leben gerufen wurde und sich seitdem sachlich-fachlich und partei-übergreifend für den Schutz der Nordsee als Lebens-, Wirtschafts- und Naturraum engagiert. Sie dient rund 200 Kommunen, Landkreisen, Naturschutzvereinen, Instituten, Verbänden und Einzelmitgliedern als Sprachrohr. Gemeinsames Ziel: die Eigenarten und Schönheiten der Nordsee, des Wattenmeeres und der angrenzenden Küste vor schädigenden Eingriffen durch den Menschen zu schützen und Probleme des Nordseeschutzes einer Lösung zuzuführen.

Einige Maßnahmen der letzten Jahrzehnte, bei denen die SDN als Lobbyverband die Belange der Küste vertreten hat und die inzwischen als weitgehend abgearbeitet gelten dürften, sind die Dünnsäure-, Abfall-, und Klärschlammverklappung, die Anschaffung moderner Notschlepper, das Notschleppkonzept, Antifouling, Luftüberwachung, Ballastwasser, Tankreinigung, MARPOL I bis IV, u.a.m.

Die SDN ist Mitglied der KIMO International: http://www.kimointernational.org

Großschiffe fern der Küste

Havarie der MSC ZOE macht Verantwortung des Menschen für Folgen seines Handelns deutlich

(3238 Anschläge Haupttext + 1093 Anschläge Zusatz-Info)

Quelle Foto: SDN/Andryszak

Varel/Brunsbüttel/Oldenburg. In der Sturmnacht vom 1. auf den 2. Januar 2019 hat das Groß-Containerschiff MSC ZOE 342 Container vor den Nordseeinseln von Ameland bis Borkum verloren. Eine Havarie, deren Folgen die Lebensräume Wattenmeer und südliche Nordsee noch auf unabsehbare Zeit stark belasten wird. In gut eineinhalb Jahren ist es deutschen, niederländischen und panamaischen Havarie-Experten mittlerweile gelungen, einen Abschlussbericht zum Unfall zu fertigen. Dieser soll laut aktuellen Presseberichten wohl im Juli auch der breiten Öffentlichkeit präsentiert werden.

Allerdings sind sich die Experten demnach nicht in allen Punkten einig geworden; insbesondere in der Frage, ob eine mögliche Bodenberührung des Schiffes bei starkem Wellengang eine wesentliche Rolle gespielt habe. Der niederländischen Küstenwache reicht allerdings schon der Verdacht auf ein solches Risiko. Sie warnt große Schiffe bereits seit Herbst letzten Jahres davor, bei sehr schlechtem Wetter die relativ flache küstennahe Route zu wählen. Die zuständigen deutschen Behörden tun das allerdings nicht. Man mache eine Entscheidung über die Pflicht zur Nutzung des Tiefwasserweges von einem entsprechend eindeutigen Votum im Abschlussbericht der deutschen Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) abhängig. Und ein solches scheint es laut Ulf Kaspera, Direktor BSU, nicht zu geben: „Es gibt verschiedene Sichtweisen“ und von daher sei der Abschlussbericht ein „Kompromiss“, ist der Nordwest Zeitung zu entnehmen.

Und wieder einmal steht umsichtige Vorsorge für die Umwelt mit kurzsichtigen Entscheidungen im Widerstreit”, ärgert sich Bürgermeister Gerd-Christian Wagner, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste (SDN). Als kommunaler Umweltverband setzt sich die SDN unter anderen für die Interessen der Landkreise und rund 200 Kommunen entlang der deutschen Nordseeküste ein. Dabei streitet sie insbesondere auch für eine stete Minimierung des Gefährdungspotentials durch den Schiffsverkehr.

So werden vor allem die Küstenfischerei und die Tierwelt der Nordsee noch sehr lange mit den teilweise lebensbedrohlichen Folgen der Havarie der MSC Zoe zu tun haben.” Zudem sei es neben den Massen an Ladung und Verpackungsmaterial immer noch nicht sicher, wie viel Gefahrgut wirklich in den 342 Containern verstaut war, die über Bord gegangen sind. „Es ist einfach an der Zeit, wirklich zum Wohle der Umwelt umzudenken!“, appelliert Wagner an die präventive Vernunft insbesondere der Verantwortlichen in den Küstenländern und besonders Berlin. Belegen doch verschiedene Studien, dass viele Container nicht nur unkorrekt beladen, sondern auch falsch deklariert sind.

Und zudem, menschlicher Technik sei es nun einmal nicht möglich, alle durch Menschen verursachte Störungen wieder zu beheben, geschweige denn erfolgte Schäden zu beheben, ist Wagner überzeugt. So sei es aus Sicht der SDN, neben einer umwelt-schutzgerechten Routenplanung und nicht zu hoch gestapelter Containerlagen an Deck, zwingend geboten, die Nutzung geeigneter Verkehrstrennungsgebiete mit größerer Wassertiefe für Groß-Schiffe wie Mega-Containerfrachter vorzuschreiben. „Und die Seefahrernation Niederlande gibt uns da ein gutes Beispiel!“, blickt Wagner Richtung Westen.

Mit freundlicher Bitte um Veröffentlichung,

SDN Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V.

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Peter Andryszak

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PM als PDF:20-06-15 SDN_PM MSC ZOE

Die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V. (SDN)

ist ein überregionaler und gemeinnütziger Umweltschutz-Dachverband, der 1973 ins Leben gerufen wurde und sich seitdem sachlich-fachlich und partei-übergreifend für den Schutz der Nordsee als Lebens-, Wirtschafts- und Naturraum engagiert. Sie dient rund 200 Kommunen, Landkreisen, Naturschutzvereinen, Instituten, Verbänden und Einzelmitgliedern als Sprachrohr. Gemeinsames Ziel: die Eigenarten und Schönheiten der Nordsee, des Wattenmeeres und der angrenzenden Küste vor schädigenden Eingriffen durch den Menschen zu schützen und Probleme des Nordseeschutzes einer Lösung zuzuführen.

Einige Maßnahmen der letzten Jahrzehnte, bei denen die SDN als Lobbyverband die Belange der Küste vertreten hat und die inzwischen als weitgehend abgearbeitet gelten dürften, sind die Dünnsäure-, Abfall-, und Klärschlammverklappung, die Anschaffung moderner Notschlepper, das Notschleppkonzept, Antifouling, Luftüberwachung, Ballastwasser, Tankreinigung, MARPOL I bis IV, u.a.m.

Die SDN ist Mitglied der KIMO International: http://www.kimointernational.org

Jahrestag der Nordsee-Verschmutzung

Geborgen wurde der Containerschrott – teilweise mit Ladung – was geschieht mit dem Rest?

(2999 Anschläge Haupttext + 2318 Anschläge Zusatz-Info)
Quelle Fotos: SDN/Andryszak

Varel/Brunsbüttel/Oldenburg. Und wieder einmal ist die deutsche Nordseeküste mit viel Glück – scheinbar – einer Katastrophe entronnen. Die nach der Havarie der MSC Zoe in der Sturmnacht vom 1. auf den 2. Januar 2019 eingeleiteten Bergungsarbeiten seien im deutschen Nordseegebiet erfolgreich abgeschlossen, verkündet die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung gegen Ende des Jahres. Gemeint ist damit lediglich die Beseitigung aller “schifffahrtsrelevanten Hindernisse”. „Aber was ist mit dem Rest – der eigentlichen Verschmutzung des Lebensraumes Nordsee durch die Inhalte der 342 überbord gegangenen Container mit einem geschätzten Gesamtgewicht von rund 3.400 Tonnen (davon 2.736 Tonnen Ladung)?”, fragt sich Bürgermeister Gerd-Christian Wagner, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste (SDN). Als kommunaler Umweltverband vertritt die SDN die Interessen von rund 200 Kommunen, Landkreisen, Instituten, Vereinen, Verbänden und Einzelmitgliedern entlang der Nordseeküste.
Menschlicher Technik sei es nicht möglich, alle Einzelteile aus den zerstörten Containern am Meeresgrund oder der Wassersäule zu finden; geschweige denn zu bergen, ist Wagner überzeugt. „So werden die Küstenfischerei und vor allem die Tierwelt noch sehr lange mit diesem zum Teil gesundheits- und lebensbedrohenden Problem zu tun haben.” Denn es sei absolut nicht sicher, wieviel Gefahrgut wirklich in den Containern verstaut war und nun, neben den Massen von Ladung und Verpackungsmaterial, seine Wirkung auf die Meeresumwelt entfaltet. Belegen doch verschiedene Studien, dass viele Container nicht nur unkorrekt beladen, sondern auch falsch deklariert sind. So habe die Reederei Hapag-Lloyd bei einer Stichprobe im Jahre 2016 auf ihren Schiffen allein 4.231 irreführend deklarierte Ladungseinheiten entdeckt. Oder aktuell ergab eine Untersuchung zu unsachgemäß verstauter oder deklarierter Ladung von 500 Containern durch das National Cargo Bureau (NCB) aus den USA, das mehr als die Hälfte von ihnen als “potentiell gefährlich” einzustufen seien. „Somit sind Peilsender nur für Gefahrgut-Container nicht die große Lösung zum Schutz vor weiterer Vermüllung der Nordsee durch überbord gegangene Ladung“, so der SDN-Vorsitzende.
„Es ist einfach an der Zeit wirklich umzudenken!“, appelliert Wagner an die politische Vernunft. „Wir müssen sofort damit anfangen und nicht nur immer kurzfristige Wirtschaftsziele zum alleinigen Maß aller Dinge machen.“ Vielmehr müssten mögliche Auswirkungen auf die Umwelt immer mit bedacht und einbezogen werden. Ebenso wie eine stete Minimierung des Gefährdungspotentials durch den Schiffsverkehr. Allerdings habe sich in gut 30 Jahren SDN-Forderungen nach qualitativen Verbesserungen zur Gefahrenabwehr noch nichts wirklich gebessert. „Für die großen Schiffe gibt es an der deutschen Küste Alternativen, für die Natur nicht“, ist auch Ulrich Birstein überzeugt, Elb-Lotse und BSHL-Präsident sowie erster stellvertretender Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste.

Mit freundlicher Bitte um Veröffentlichung,

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PM als PDF:20-01-01 SDN_PM MSC ZOE

Zusatz-Information:
Aus Sicht der SDN bietet sich Folgendes zur Minimierung des Gefährdungspotentials durch den Fracht-Schiffsverkehr an (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
– Keine Zulassung von Substandardschiffen zu deutschen Häfen.
– Das Stauen von Containern und anderen Ladungsteilen ist ausschließlich qualifizierten Hafenarbeitern zu überlassen.
– Containersicherungen dürfen erst nach dem Festmachen entfernt werden.
– Die oberen Containerlagen müssen immer mit automatischen Twistlocks und mit Kreuzverspannungen gesichert werden.
– Container dürfen an Deck nicht zu hoch gestapelt werden. Wobei aus SDN-Sicht acht Lagen übereinander aus Winddruck-, Stabilitäts-, Gewichts- und Sicherungsgründen deutlich zu viel sind.
– Nutzung des Ladungssicherungshandbuches der Versicherungen.
– Sicherstellung einer korrekten Beladung der einzelnen Container.
– Stete Qualifizierung von Stauern, Crew und Inspektoren zum aktuellen Stand der Technik.
– Einsatz von Sicherheitscontainern, die hinsichtlich Stabilität und Ortung eine einfache Bergung ermöglichen und nicht aufgrund großer Fallhöhen zerbersten.
– Zustand von Ladung und Ladungssicherung (Twistlocks) sensorisch überwachen.
– Weltweit gezielte und qualifizierte Ausbildung der Seemannschaft, insbesondere im Gefahrgutbereich.
– Verringern des Fahrplandrucks für die Schiffe und ihre Kapitäne.
– Durch Routenplanung Schlechtwettergebiete vermeiden.
– Eine stärkere Einbeziehung der Umweltausbildung an den Seefahrtschulen.
– Verstärkte Kontrollen auf den Schiffen durch die entsprechenden Behörden.
– Einführen einer behördlichen Meldepflicht für Gefahrguttransporte sowie Einrichten einer Datenbank für transportierte Gefahrgüter und Prüfpflicht der Staupläne.
– Umwelt- und besatzungsgerechte Standards und schärfere Kontrollen des Frachtverkehrs.
– Einführen einer kontrollierten Schiffslenkung in vielbefahrenen Wasserstraßen.
– Verpflichtende Nutzung geeigneter Verkehrstrennungsgebiete mit größerer Wassertiefe für Groß-Schiffe wie die Mega-Containerfrachter.
– Umweltschutzgerechte verbindliche Regelungen für die Hauptschifffahrtsrouten entlang des Wattenmeeres.
– Einführen einer Gefährdunghaftung.
– Gesetzliche Regelung einer Bergungspflicht.
– Reduzieren der Vielfalt gefährlicher Stoffe wie auch eine Umorganisation der Teileproduktion mit dem Ziel einer weltweiten Transportverringerung.

Die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V. (SDN)
ist ein überregionaler und gemeinnütziger Umweltschutz-Dachverband, der 1973 ins Leben gerufen wurde und sich seitdem sachlich-fachlich und partei-übergreifend für den Schutz der Nordsee als Lebens-, Wirtschafts- und Naturraum engagiert. Sie dient rund 200 Kommunen, Landkreisen, Naturschutzvereinen, Instituten, Verbänden und Einzelmitgliedern als Sprachrohr. Gemeinsames Ziel: die Eigenarten und Schönheiten der Nordsee, des Wattenmeeres und der angrenzenden Küste vor schädigenden Eingriffen durch den Menschen zu schützen und Probleme des Nordseeschutzes einer Lösung zuzuführen.
Einige Maßnahmen der letzten Jahrzehnte, bei denen die SDN als Lobbyverband die Belange der Küste vertreten hat und die inzwischen als weitgehend abgearbeitet gelten dürften, sind die Dünnsäure-, Abfall-, und Klärschlammverklappung, die Anschaffung moderner Notschlepper, das Notschleppkonzept, Antifouling, Luftüberwachung, Ballastwasser, Tankreinigung, MARPOL I bis IV, u.a.m.
Die SDN ist Mitglied der KIMO International: http://www.kimointernational.org

Neue Schiffe für den Küstenschutz

Nordseeschützer begrüßen Bauvergabe für zwei neue Mehrzweckschiffe – Fordern aber noch intensiveren Einsatz für den Küstenschutz

(ca 3231 Anschläge Haupttext)

Quelle Fotos: SDN/Andryszak

Nordseeküste/Varel/Oldenburg. Sehr erfreut zeigt sich die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V. (SDN) über die aktuelle Bauvergabe von zwei hochmodernen und umweltschonend angetriebenen Gewässerschutz- und Notfallschleppschiffen für die deutsche Nordsee. „Mit diesem längst fälligen Ersatz für die beiden ältesten Mehrzweckschiffe MELLUM und SCHARHÖRN wird das anspruchsvolle Notschleppkonzept in Nord- und Ostsee in Verbindung mit den noch jüngeren Mehrzweckschiffen NEUWERK und ARKONA und den gecharterten Notschleppern NORDIC, BALTIC, BÜLK und FAIRPLAY 25 wenigstens beibehalten“, stellt der SDN-Vorsitzende Bürgermeister Gerd-Christian Wagner fest. Als kommunaler Umweltverband befasst sich die SDN im Namen der schleswig-holsteinischen und niedersächsischen Küstenlandkreise und -kommunen seit vielen Jahren mit dem Sicherheitskonzept für beide deutschen Küstenmeere.

Allerdings sei nicht alles Gold was etwas Glanz hätte, merkt Wagner kritisch an. Das von Seiten des Bundesverkehrsministeriums, der Schifffahrtsverwaltung und des Havariekommandos immer als Ideallösung für den Notfalleinsatz propagierte Mehrzweckschiff-Konzept habe in der Vergangenheit häufig deutliche Mängel im realen Notfalleinsatz gezeigt. „Einzig die umsichtige Einschätzung der Kapitäne zu den situationsbedingten Möglichkeiten ihrer Schiffe am Einsatzort hat nicht selten Schäden und Verletzungen auf der helfenden Seite vermieden”, ist auch der stellvertretende SDN-Vorsitzende und Elb-Lotse Ulrich Birstein überzeugt. So sei zum Beispiel die MELLUM bei der Havarie der GLORY AMSTERDAM nicht aktiv in den Notschlepper-Einsatz gegangen, da ihr Kapitän seine Besatzung bei hoher See nicht einer zu großen Gefährdung auf dem mit zu geringer Freibordhöhe versehenen Arbeitsdeck aussetzen wollte. Doch hoffentlich kommen die beiden – oder sogar drei – deutlich größeren Neubauten dem Anspruch an Notschleppeinsätzen unter Schlechtwetterbedingungen wirklich näher”, wünscht er.

Das Notschlepp-Konzept hat sich aber bisher im Wesentlichen bewährt“, meint Wagner. Allerdings weise es immer noch gravierende Sicherheitslücken auf. So sehe die Schutzgemeinschaft schon seit Jahren vor Nordfriesland (nordwestlich von Sylt), bei den Offshore-Windparks und auf der Unterelbe einen dringenden Notschlepper-Bedarf. „Das Problem ist einfach”, gibt Wagner auch als Bürgermeister zu bedenken, „eine einzige folgenschwere Havarie reicht aus – ohne unabsehbaren Glücksfall wie bei den letzten Schiffsunfällen vor unserer Küste – das Weltnaturerbe Wattenmeer als Lebensraum für Menschen und Tiere zu zerstören.” Es sei längst an der Zeit, dass das Bundesverkehrsministerium, für dessen Spitze schon seit vielen Jahren insbesondere Autos und Flugzeuge im Fokus stünden, dem Schutz der deutschen Küsten mehr Aufmerksamkeit widmen müsse. „Da bietet die um Jahre verzögerte Beschaffung neuer Mehrzweckschiffe sicherlich einen Hoffnungsschimmer”, blickt der SDN-Vorsitzende in die Zukunft. Aber schon im kommenden Jahr gebe es wieder die Notwendigkeit, die Charter der von Privat stammenden Notschlepper zu erneuern. „Aber die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste wird immer weiter an der Durchsetzung eines vernünftigen Schutzes der deutschen Küste arbeiten!”

Mit freundlicher Bitte um Veröffentlichung,

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Peter Andryszak

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Pressemeldung als PDF: 19-12-22 SDN_PM neue GS-Schiffe

Die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V. (SDN)

ist ein überregionaler und gemeinnütziger Umweltschutz-Dachverband, der 1973 ins Leben gerufen wurde und sich seitdem sachlich-fachlich und partei-übergreifend für den Schutz der Nordsee als Lebens-, Wirtschafts- und Naturraum engagiert. Sie dient rund 200 Kommunen, Landkreisen, Naturschutzvereinen, Instituten, Verbänden und Einzelmitgliedern als Sprachrohr. Gemeinsames Ziel: die Eigenarten und Schönheiten der Nordsee, des Wattenmeeres und der angrenzenden Küste vor schädigenden Eingriffen durch den Menschen zu schützen und Probleme des Nordseeschutzes einer Lösung zuzuführen.

Einige Maßnahmen der letzten Jahrzehnte, bei denen die SDN als Lobbyverband die Belange der Küste vertreten hat und die inzwischen als weitgehend abgearbeitet gelten dürften, sind die Dünnsäure-, Abfall-, und Klärschlammverklappung, die Anschaffung moderner Notschlepper, das Notschleppkonzept, Antifouling, Luftüberwachung, Ballastwasser, Tankreinigung, MARPOL I bis IV, u.a.m.

Die SDN ist Mitglied der KIMO International: http://www.kimointernational.org

Weihnachtsgeschenke für die Nordsee von der MSC ZOE

Geborgen wurde der Containerschrott – teilweise mit Ladung – was wird mit dem verbleibenden Rest?

(2897 Anschläge Haupttext + 2318 Anschläge Zusatz-Info)

Quelle Fotos: SDN/Andryszak

Varel/Brunsbüttel/Oldenburg. Und wieder einmal ist die deutsche Nordseeküste mit viel Glück – scheinbar – einer Katastrophe entronnen. Die nach der Havarie der MSC Zoe im Januar 2019 eingeleiteten Bergungsarbeiten seien im deutschen Nordseegebiet erfolgreich abgeschlossen, verkündet die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung und meint damit lediglich die Beseitigung aller “schifffahrtsrelevanten Hindernisse”. „Aber was ist mit dem Rest – der eigentlichen Verschmutzung des Lebensraumes Nordsee durch die Inhalte der 342 überbord gegangenen Container mit einem geschätzten Gesamtgewicht von rund 3.400 Tonnen (davon 2.736 Tonnen Ladung)?”, fragt sich Bürgermeister Gerd-Christian Wagner, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste (SDN). Als kommunaler Umweltverband vertritt die SDN die Interessen von rund 200 Kommunen, Landkreisen, Instituten, Vereinen, Verbänden und Einzelmitgliedern entlang der Nordseeküste.

Menschlicher Technik sei es nicht möglich, alle Einzelteile aus den zerstörten Containern am Meeresgrund oder der Wassersäule zu finden; geschweige denn zu bergen, ist Wagner überzeugt. „So werden die Küstenfischerei und vor allem die Tierwelt noch sehr lange mit diesem zum Teil gesundheits- und lebensbedrohenden Problem zu tun haben.” Denn es sei absolut nicht sicher, wieviel Gefahrgut wirklich in den Containern verstaut war und nun, neben den Massen von Ladung und Verpackungsmaterial, seine Wirkung auf die Meeresumwelt entfaltet. Belegen doch verschiedene Studien, dass viele Container nicht nur unkorrekt beladen, sondern auch falsch deklariert sind. So habe die Reederei Hapag-Lloyd bei einer Stichprobe im Jahre 2016 auf ihren Schiffen allein 4.231 davon entdeckt. Oder aktuell ergab eine Untersuchung zu unsachgemäß verstauter oder deklarierter Ladung von 500 Containern durch das National Cargo Bureau (NCB) aus den USA, das mehr als die Hälfte von ihnen als “potentiell gefährlich” einzustufen seien. „Somit sind Peilsender nur für Gefahrgut-Container nicht die große Lösung zum Schutz vor weiterer Vermüllung der Nordsee durch überbord gegangene Ladung“, so der SDN-Vorsitzende.

Es ist einfach an der Zeit umzudenken!“, appelliert Wagner an die politische Vernunft. „Wir müssen sofort damit anfangen und nicht nur immer kurzfristige Wirtschaftsziele zum alleinigen Maß aller Dinge machen.“ Vielmehr müssten mögliche Auswirkungen auf die Umwelt immer mit bedacht und einbezogen werden. Ebenso wie eine stete Minimierung des Gefährdungspotentials durch den Schiffsverkehr. Allerdings habe sich in gut 30 Jahren SDN-Forderungen nach qualitativen Verbesserungen zur Gefahrenabwehr noch nichts wirklich gebessert. „Für die großen Schiffe gibt es an der deutschen Küste Alternativen, für die Natur nicht“, ist auch Ulrich Birstein überzeugt, Elb-Lotse und BSHL-Präsident sowie erster stellvertretender Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste.

Mit freundlicher Bitte um Veröffentlichung,

SDN Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V.

– Pressestelle –

Peter Andryszak

pressestelle@sdn-web.de

0172-4363439

www.sdn-web.de

 

 

Zusatz-Information:

Aus Sicht der SDN bietet sich Folgendes zur Minimierung des Gefährdungspotentials durch den Fracht-Schiffsverkehr an (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

– Keine Zulassung von Substandardschiffen zu deutschen Häfen.

– Das Stauen von Containern und anderen Ladungsteilen ist ausschließlich qualifizierten Hafenarbeitern zu überlassen.

Containersicherungen dürfen erst nach dem Festmachen entfernt werden.

– Die oberen Containerlagen müssen immer mit automatischen Twistlocks und mit Kreuzverspannungen gesichert werden.

– Container dürfen an Deck nicht zu hoch gestapelt werden. Wobei aus SDN-Sicht acht Lagen übereinander aus Winddruck-, Stabilitäts-, Gewichts- und Sicherungsgründen deutlich zu viel sind.

– Nutzung des Ladungssicherungshandbuches der Versicherungen.

– Sicherstellung einer korrekten Beladung der einzelnen Container.

– Stete Qualifizierung von Stauern, Crew und Inspektoren zum aktuellen Stand der Technik.

– Einsatz von Sicherheitscontainern, die hinsichtlich Stabilität und Ortung eine einfache Bergung ermöglichen und nicht aufgrund großer Fallhöhen zerbersten.

– Zustand von Ladung und Ladungssicherung (Twistlocks) sensorisch überwachen.

– Weltweit gezielte und qualifizierte Ausbildung der Seemannschaft, insbesondere im Gefahrgutbereich.

– Verringern des Fahrplandrucks für die Schiffe und ihre Kapitäne.

– Durch Routenplanung Schlechtwettergebiete vermeiden.

– Eine stärkere Einbeziehung der Umweltausbildung an den Seefahrtschulen.

– Verstärkte Kontrollen auf den Schiffen durch die entsprechenden Behörden.

– Einführen einer behördlichen Meldepflicht für Gefahrguttransporte sowie Einrichten einer Datenbank für transportierte Gefahrgüter und Prüfpflicht der Staupläne.

– Umwelt- und besatzungsgerechte Standards und schärfere Kontrollen des Frachtverkehrs.

– Einführen einer kontrollierten Schiffslenkung in vielbefahrenen Wasserstraßen.

– Verpflichtende Nutzung geeigneter Verkehrstrennungsgebiete mit größerer Wassertiefe für Groß-Schiffe wie die Mega-Containerfrachter.

– Umweltschutzgerechte verbindliche Regelungen für die Hauptschifffahrtsrouten entlang des Wattenmeeres.

– Einführen einer Gefährdunghaftung.

– Gesetzliche Regelung einer Bergungspflicht.

– Reduzieren der Vielfalt gefährlicher Stoffe wie auch eine Umorganisation der Teileproduktion mit dem Ziel einer weltweiten Transportverringerung.

 

Die Pressemeldung als PDF: 19-12-16 SDN_PM Ladungsverluste

 

 

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ist ein überregionaler und gemeinnütziger Umweltschutz-Dachverband, der 1973 ins Leben gerufen wurde und sich seitdem sachlich-fachlich und partei-übergreifend für den Schutz der Nordsee als Lebens-, Wirtschafts- und Naturraum engagiert. Sie dient rund 200 Kommunen, Landkreisen, Naturschutzvereinen, Instituten, Verbänden und Einzelmitgliedern als Sprachrohr. Gemeinsames Ziel: die Eigenarten und Schönheiten der Nordsee, des Wattenmeeres und der angrenzenden Küste vor schädigenden Eingriffen durch den Menschen zu schützen und Probleme des Nordseeschutzes einer Lösung zuzuführen.

Einige Maßnahmen der letzten Jahrzehnte, bei denen die SDN als Lobbyverband die Belange der Küste vertreten hat und die inzwischen als weitgehend abgearbeitet gelten dürften, sind die Dünnsäure-, Abfall-, und Klärschlammverklappung, die Anschaffung moderner Notschlepper, das Notschleppkonzept, Antifouling, Luftüberwachung, Ballastwasser, Tankreinigung, MARPOL I bis IV, u.a.m.

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Notschlepper NORDIC gehört jetzt auch optisch dazu

Nordseeschützer loben Kennzeichnung / Fehlende Kennung war Mitursache für Havarie

(3121 Anschläge Haupttext)

Helgoland/Husum/Oldenburg. Erfreut zeigt sich die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V. (SDN) über die kürzlich mit schwarz-rot-gold erfolgte Kennzeichnung des seit Januar 2011 im staatlichen Auftrag tätigen Notschleppers NORDIC als zweifelsfrei im hoheitlichen Auftrag agierendes Fahrzeug. Die durch das Bundesverkehrsministerium erteilte Aufgabe des Schiffes ist es, einen auf dem Meer manövrierunfähig treibenden Havaristen in maximal zwei Stunden zu erreichen sowie eine Schleppverbindung zu ihm herzustellen, um ihn auf See zu halten und so vor einer Kollision oder Strandung zu bewahren.

Wie die Vorgängerin OCEANIC auch, ist der Bergungsschlepper NORDIC zentraler Teil des staatlichen Notschleppkonzeptes Nordsee. Während alle Behördenschiffe mit den Farben der deutschen Flagge und dem Schriftzug „Küstenwache“ auf dem Rumpf deutlich erkennbar für die Schifffahrt als solche gekennzeichnet sind, fehlte bei dem vom Bund von einer privaten Reederei gecharterten Schlepper diese Kennzeichnung. Das hatte fatale Folgen bei der Havarie der GLORY AMSTERDAM.

Der unter der Flagge Panamas fahrende Massengutfrachter war am 29. Oktober 2017 in einem Orkan morgens von seinem Ankerplatz losgerissen und trieb rund zwölf Stunden durch die Deutsche Bucht. Der Kapitän der GLORY AMSTERDAM erkannte lange nicht seine Verpflichtung eine Schleppverbindung mit der NORDIC herzustellen. Hierdurch ging wertvolle Zeit verloren. Als schließlich eine Verbindung hergestellt werden konnte, riss diese nach einer halben Stunde, da die Besatzung des Havaristen, trotz genauer Anweisung, die Schleppleine unsachgemäß befestigt hatte. Am Abend strandete das Schiff rund zwei Kilometer vor Langeoog auf einer Sandbank.

Als Mitursache wurden in dem Abschlussbericht der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) vor allem Verständigungsprobleme genannt, als es um praktische Absprachen für die Notschleppmanöver ging. So hatte der chinesische Kapitän die NORDIC wegen fehlender Kennzeichnung für einen kommerziellen Bergungsschlepper gehalten. Dadurch war wertvolle Zeit für die Herstellung einer Leinenverbindung verloren gegangen und letztlich kam es auch wegen anderer Ursachen zur Strandung.

Alle im staatlichen Auftrag tätigen Notschlepper in Europa sind für die internationale Seefahrt deutlich erkennbar“, weiß der Leiter des SDN-Arbeitskreises Küstenwache, Hans von Wecheln. „Sie haben die jeweilige nationale Kennung in Form des Hoheitszeichens an den Bordwänden und der jeweilige Auftraggeber ist zu lesen (z.B. „Coast Guard“ oder „Kustwacht“)“. „Besonders in der internationalen Seefahrt“, so von Wecheln weiter, „ist aufgrund der Sprachvielfalt und des Ausbildungsstandes eine eindeutige, klare Kennzeichnung unerlässlich“. Das wäre bei der Havarie erneut deutlich geworden.

Die BSU hatte bereits im Zwischenbericht und später sehr deutlich im Endbericht eine auffällige Kennzeichnung für den Notschlepper im staatlichen Einsatz empfohlen. Für die SDN war es schon seit Jahren unverständlich, dass neben den staatlichen Mehrzweckschiffen mit deutlicher Kennzeichnung, die von privat gecharterten Notschlepper NORDIC (Nordsee), BALTIC und FAIRPLAY 25 (beide Ostsee) diese Kennzeichnung bei Charterbeginn nicht bekommen hatten.

Mit freundlicher Bitte um Veröffentlichung,

SDN Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V.

www.sdn-web.de

Hans von Wecheln / Peter Andryszak

– Leiter Arbeitskreis „Küstenwache“ –  / – Pressestelle –

sdn.husum@t-online.de / pressestelle@sdn-web.de

                                             / 0172-4363439

Die Pressemeldung als PDF: 19-08-07 SDN_PM NORDIC

 

Die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V. (SDN)

ist ein überregionaler und gemeinnütziger Umweltschutz-Dachverband, der 1973 ins Leben gerufen wurde und sich seitdem sachlich-fachlich und partei-übergreifend für den Schutz der Nordsee als Lebens-, Wirtschafts- und Naturraum engagiert. Sie dient rund 200 Kommunen, Landkreisen, Naturschutzvereinen, Instituten, Verbänden und Einzelmitgliedern als Sprachrohr. Gemeinsames Ziel: die Eigenarten und Schönheiten der Nordsee, des Wattenmeeres und der angrenzenden Küste vor schädigenden Eingriffen durch den Menschen zu schützen und Probleme des Nordseeschutzes einer Lösung zuzuführen.

Einige Maßnahmen der letzten Jahrzehnte, bei denen die SDN als Lobbyverband die Belange der Küste vertreten hat und die teilweise als weitgehend abgearbeitet gelten dürften: die schiffsweise Dünnsäure-, Abfall-, und Klärschlammverklappung in die Nordsee, die Sonderabfallverbrennung auf See, das Notschleppkonzept nebst der Anschaffung moderner Notschlepper, umweltschonende Unterwasseranstriche, Schiffsabfälle, –abwässer und –emissionen, Luftüberwachung gegen illegale Öl- und Müllentsorgung auf See, Ballastwasserbehandlung, Tankreinigung auf See, Doppelhüllen-Tanker, MARPOL I bis IV, Reinhaltung der Flüsse durch Nachrüstung von Kläranlagen, Einführung der Nationalparks im Wattenmeer.

Die SDN ist Mitglied der KIMO International: http://www.kimointernational.org

Der Unterelbe geht das Leben verloren

Beginn der Arbeiten zur Elbvertiefung vor Wedel

(2960 Anschläge Haupttext + 933 Anschläge Zusatz-Info)

Varel/Hamburg/Oldenburg. „Die untere Elbe droht ihre Qualität als Lebensraum zu verlieren oder teilweise sogar zu sterben“, ist Gerd-Christian Wagner, Bürgermeister und neuer Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste (SDN), in aller Deutlichkeit überzeugt. „Anstatt heute mit einem mediengerechten Lächeln die Elbe immer tiefer auszubaggern zu lassen, sollten Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und sein parlamentarischer Staatssekretär Enak Ferlemann besser der Pflicht nachgehen, ein norddeutsches Hafenkonzept zu erstellen.“ Nur so könne Frachtern mit großem Tiefgang ökologisch sinnvoll und trotzdem wirtschaftlich Alternativen geboten werden. Wobei neben Hamburg auch die Seehäfen an Ems und Weser, der Jade-Weser-Port sowie Cuxhaven und Brunsbüttel mit einbezogen werden müssen, appelliert der SDN-Vorsitzende an die politische Vernunft.

Mit der nunmehr neunten massiven Elbvertiefung soll der Fluss so ausgebaut werden, dass künftig große Containerschiffe mit einem Tiefgang bis zu 13,50 Meter unabhängig vom auflaufenden Wasser und mit einem Tiefgang von bis zu 14,50 Meter auf der Flutwelle den Hamburger Hafen erreichen können. Zudem sollen sich die Schiffe durch eine Verbreiterung bei Wedel – einer Begegnungsbox – beim Ein- und Auslaufen besser passieren können. An anfallendem Baggergut wird mit rund 32 bis 40 Millionen Kubikmetern gerechnet – zusätzlich zu der laufenden Unterhaltungsbaggereien, für die Hamburg und der Bund schon jetzt rund 100 Millionen Euro jährlich aufbringen.

Die SDN weist in Sachen Fahrrinnenvertiefung schon seit vielen Jahren immer wieder auf eine lange Reihe möglicher und wahrscheinlicher Folgen für Mensch und Natur hin. So habe bereits die letzte Elbvertiefung 1999 zu deutlich höherem Sedimenttransport geführt und damit die Verschlickung der wertvollen Flachwasserbereiche und Häfen hervorgerufen. Zudem habe die biologische Vielfalt stark abgenommen, was sich gerade in der Fischerei beweist. Wo einst über 1000 Fischerfamilien satt wurden, sind heute gerade noch vier geblieben und denen fehlt es aktuell, neben manchen anderen Fischarten, an kompletten Jahrgängen der Schlüsselart Stint.

Mit der erneuten Ausbaggerung bestehe das erhöhte Risiko, dass das Ökosystem der Elbe dann durch weiter veränderte Strömungsverhältnisse, deutlich erhöhten Schwebstofftransport und sinkende Sauerstoffwerte noch stärker geschädigt würde, ist sich die Schutzgemeinschaft einig mit den Umweltschutzverbänden und Anliegerinitiativen. Und das alles für ganz wenige Schiffe, deren tatsächlicher Tiefgang in der Regel deutlich unter ihren Möglichkeiten liege. Zudem trügen zu große Schiffe auch ökonomische Risiken in sich wie deutlich schwierigere Bergungen bei Havarien. Denn auch auf der Elbe komme es schon heute mehrmals monatlich zu Notlagen wie etwa Maschinenausfälle bei 400-Meter-Schiffen. „Für die ganz großen Schiffe gibt es an der deutschen Küste Alternativen, für die Natur nicht“, ist der SDN-Vorsitzende Wagner überzeugt.

Mit freundlicher Bitte um Veröffentlichung,

SDN Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V.

– Pressestelle –

Peter Andryszak

pressestelle@sdn-web.de

0172-4363439 (in dringenden Fällen)

www.sdn-web.de

 

Der Beitrag als PDF-Dokument: 19-07-23 SDN_PM Elbvertiefung

 

Zusatz-Info:

Einige mögliche Gefahren durch die Elbvertiefung:

– Zunahme und teilweise Veränderung der Strömungen,

– Zunahme der Trübung, was zur Limitierung des Lichts für Fischfauna und Unterwasserflora führt,

– Abnahme der Flachwasserbereiche, was zu einer weiteren Verarmung der Fischfauna führt,

– Wichtige Laichgebiete für Süßwasser- und Brackwasserfische gehen verloren,

– Verlagerung der Salinität flussaufwärts und dadurch mögliche Beeinträchtigung des Grundwassers,

– Beeinträchtigung der Nebengewässer und der Zufahrt von dort in die Elbe,

– Ökologisch wichtige Nebengerinne der Elbe fallen trocken und verlieren ihre Funktion,

– Abnahme der biologischen Vielfalt,

– Zunahme der Erosion in der Fahrrinne und an ihrem Rand,

– Zunahme des vermehrten Auftretens von Sauerstofftälern,

– Gefährdung der Deiche und Deckwerke durch instabile hydrodynamische Gleichgewichtszustände,

– Zunahme der Unterhaltungsbaggerung bis auf 10 Prozent prognostiziert.

 

Die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V. (SDN)

ist ein überregionaler und gemeinnütziger Umweltschutz-Dachverband, der 1973 ins Leben gerufen wurde und sich seitdem sachlich-fachlich und partei-übergreifend für den Schutz der Nordsee als Lebens-, Wirtschafts- und Naturraum engagiert. Sie dient rund 200 Kommunen, Landkreisen, Naturschutzvereinen, Instituten, Verbänden und Einzelmitgliedern als Sprachrohr. Gemeinsames Ziel: die Eigenarten und Schönheiten der Nordsee, des Wattenmeeres und der angrenzenden Küste vor schädigenden Eingriffen durch den Menschen zu schützen und Probleme des Nordseeschutzes einer Lösung zuzuführen.

Einige Maßnahmen der letzten Jahrzehnte, bei denen die SDN als Lobbyverband die Belange der Küste vertreten hat und die inzwischen als weitgehend abgearbeitet gelten dürften, sind die Dünnsäure-, Abfall-, und Klärschlammverklappung, die Anschaffung moderner Notschlepper, das Notschleppkonzept, Antifouling, Luftüberwachung, Ballastwasser, Tankreinigung, MARPOL I bis IV, u.a.m.

Die SDN ist Mitglied der KIMO International: http://www.kimointernational.org

Sturmflut 1962: Die Nacht, in der das Wasser kam

Nationalpark-Haus und Jadehochschule zeigen Kooperationsprojekt

(1537 Anschläge Haupttext)

Varel/Oldenburg. „Sturmflut 1962: Die Nacht, in der das Wasser kam“ heisst ein neues Kooperationsprojekt, das jetzt in Form einer Sonderausstellung im Nationalpark-Haus Dangast (NPH) zu sehen ist. Zehn Studierende des Studiengangs „Medienwirtschaft und Journalismus“ an der Jadehochschule Wilhelmshaven haben sich zusammen mit ihrem Professor Dr. Michael Klafft vor allem dem Thema der Menschen von damals, während und nach dieser Flutkatastrophe, gewidmet.

„Wir wollten die Situation der Menschen zeigen, die von den dramatischen Auswirkungen der Flut mit über 350 Opfern alleine in Deutschland vielfach überrascht worden sind“, sagen die Studierenden, die zur Recherche auch Zeitzeugen interviewt und Originalschauplätze am Jadebusen aufgesucht haben.

Lars Klein, Leiter des Nationalpark-Hauses, hat den Studierenden seinen großen Saal zur Präsentation der Ausstellung überlassen. Damit können sie so nun auch praktische Erfahrungen mit direkten Besucherreaktionen sammeln. „Die Sturmflut 1962 war tatsächlich ein Wendepunkt in der jüngeren Geschichte des Deichbaus, denn danach hat sich vieles im Aufbau der Deiche und der Technik verändert“, weiß Klein aus vielen Gesprächen zu Reaktionen auf diese Flut: „Die Deiche wurden fortan sowohl höher, als auch mit Sandkernen und einem beidseitig wesentlich flacheren Profil ausgestattet.“ Zukünftige Deichbrüche sollten somit möglichst unterbunden werden.

Die Kooperations-Ausstellung ist täglich bis Ende des Jahres zu den regulären Öffnungszeiten des Nationalpark-Hauses zu sehen – außer montags.

Öffnungszeiten:

Di. – Fr.: 9 – 12 Uhr und 14 – 18 Uhr

Sa., So. und Feiertage: 14 – 18 Uhr

Weitere Informationen unter www.nationalparkhaus-wattenmeer.de/dangast

Das NPH ist ein anerkannter außerschulischer Lernstandort des Landes Niedersachsen im Bereich „Bildung für nachhaltige Entwicklung“.

Träger:

Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V., Stadt Varel, Der Mellumrat e.V.

BU:

(v.l.n.r.): Prof. Dr. Michael Klafft, Lars Klein sowie als Vertreter der studentischen Projektgruppe der Jadehochschule Matthias Schmidt, Florian Düker und Christian Hormann.


Mit freundlicher Bitte um Veröffentlichung,

SDN Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V.

– Pressestelle –

Peter Andryszak

pressestelle@sdn-web.de

0172-4363439 (in dringenden Fällen)

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Der Beitrag als PDF: 19-07-13 SDN_PM NPH_1962

 

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ist ein überregionaler und gemeinnütziger Umweltschutz-Dachverband, der 1973 ins Leben gerufen wurde und sich seitdem sachlich-fachlich und partei-übergreifend für den Schutz der Nordsee als Lebens-, Wirtschafts- und Naturraum engagiert. Sie dient rund 200 Kommunen, Landkreisen, Naturschutzvereinen, Instituten, Verbänden und Einzelmitgliedern als Sprachrohr. Gemeinsames Ziel: die Eigenarten und Schönheiten der Nordsee, des Wattenmeeres und der angrenzenden Küste vor schädigenden Eingriffen durch den Menschen zu schützen und Probleme des Nordseeschutzes einer Lösung zuzuführen.

Einige Maßnahmen der letzten Jahrzehnte, bei denen die SDN als Lobbyverband die Belange der Küste vertreten hat und die inzwischen als weitgehend abgearbeitet gelten dürften, sind die Dünnsäure-, Abfall-, und Klärschlammverklappung, die Anschaffung moderner Notschlepper, das Notschleppkonzept, Antifouling, Luftüberwachung, Ballastwasser, Tankreinigung, MARPOL I bis IV, u.a.m.

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Abschied von von Wecheln

Und ein Abschied stand auch noch auf dem Programm der Mitgliederversammlung am 17. Juni in Brunsbüttel: nach seiner Jahrzehnte währenden Tätigkeit als SDN-Vorstands- und Pressesprecher wurde Hans von Wecheln vom scheidenden SDN-Vorsitzenden Harrsen auf eigenem Wunsch aus dem Amt verabschiedet. Von Wecheln bleibt aber als Leiter der AG Küstenwache der SDN einem seiner Hauptthemen weiter treu. Zu seinem Nachfolger wurde der maritime Foto-Journalist Peter Andryszak aus Oldenburg bestimmt.

SDN hat neuen Vorstand

Nordseeschützer mit neuem Vorstand und großem Unmut

Bürgermeister von Varel jetzt neuer Vorsitzender / Mitglieder der SDN verlangen eindringlich Einblick in die Einsatzkonzepte des Havariekommandos und fordern die Bundesregierung auf sich international für einen verpflichtenden Einsatz von Ortungsgeräten an allen auf See transportierten Containern einzusetzen.

Fotos (Quelle: SDN/Andryszak):

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Der scheidende SDN-Vorsitzende Landrat Dieter Harrsen, Landkreis Nordfriesland, verabschiedet den bisherigen SDN-Pressesprecher Hans-Heinrich von Wecheln aus Husum/Schleswig-Holstein vor der versammelten SDN-Mitgliederversammlung aus seiner Jahrzehnte währenden Tätigkeit. Von Wecheln bleibt aber als Leiter der AG Küstenwache der SDN einem seiner Hauptthemen weiter treu.

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(v.l.) Schriftführer Hans-Martin Slopianka, Landkreis Nordfriesland/Husum, Schatzmeister Manfred Hoffmann, Jurist und Bankkaufmann, Varel/Niedersachsen, Neuer Vorsitzender Bürgermeister Gerd-Christian Wagner, Stadt Varel/Niedersachsen und Mitglied im Präsidium des Niedersächsischen Städtetages, Ehemaliger Vorsitzender Landrat Dieter Harrsen, Landkreis Nordfriesland, Neuer 1. Stellvertreter Ulrich Birstein, Elb-Lotse und BSHL-Präsident, Dithmarschen/Schleswig-Holstein nach der Neuwahl auf der SDN-Mitgliederversammlung am 17. Juni 2019 im Rathaus Brunsbüttel.

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(v.l.) Schriftführer Hans-Martin Slopianka, Landkreis Nordfriesland/Husum, Schatzmeister Manfred Hoffmann, Jurist und Bankkaufmann, Varel/Niedersachsen, Neuer Vorsitzender Bürgermeister Gerd-Christian Wagner, Stadt Varel/Niedersachsen und Mitglied im Präsidium des Niedersächsischen Städtetages , Neuer 1. Stellvertreter Ulrich Birstein, Elb-Lotse und BSHL-Präsident, Dithmarschen//Schleswig-Holstein nach der Neuwahl auf der SDN-Mitgliederversammlung am 17. Juni 2019 im Rathaus Brunsbüttel.

(3829 Anschläge Haupttext)

Husum/Varel/Brunsbüttel/Oldenburg. Die Mitglieder der Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V. (SDN) haben sich auf ihrer diesjährigen Mitgliederversammlung am 17. Juni in Brunsbüttel mit dem Bürgermeister der Stadt Varel/Niedersachsen, Gerd-Christian Wagner, einen neuen Vorsitzenden gewählt. Er löst damit seinen Vorgänger Dieter Harrsen ab, Landrat für den Landkreis Nordfriesland. Im Hinblick auf die Aufgabe seines Landratspostens kandidierte er nach rund acht Jahren als Vorsitzender auch nicht wieder für die SDN. Zum neuen 1. stellvertretenden Vorsitzenden wurde der Elb-Lotse und BSHL-Präsident Ulrich Birstein aus Dithmarschen einstimmig gewählt.

Der ebenso einstimmig gewählte neue Vorsitzende, Gerd-Christian Wagner, unterstrich in seiner Antrittsrede die Notwendigkeit eines kommunalen Umweltverbandes, der sich seit mehr als 45 Jahren erfolgreich für den Schutz der Nordsee und ihrer Küste einsetzt. Als gebürtiger Küstenanwohner sei er mit den Problemen bestens vertraut und werde sich weiterhin dafür einsetzen, dass die Belange der betroffenen Bevölkerung vor Ort nachhaltig und im Einklang mit Schutzmaßnahmen berücksichtigt würden. „Um gegenüber den Regierungen entsprechendes Gehör zu finden, ist angesichts der besonderen ökologischen und ökonomischen Situation auch in Anbetracht des Klimawandels eine küstenweite Zusammenarbeit notwendig“, meint Wagner. „Das werden wir auch in Zukunft mit Augenmaß betreiben – aber konsequent.“

Neben den Vorstandswahlen befassten sich die Mitglieder auch noch mit zwei aktuellen Themen zum Schutz der Nordsee. Vor dem Hintergrund des schweren Seeunfalles des Massengutfrachters GLORY AMSTERDAM am 29. Oktober 2017 vor Langeoog verlangen sie eindringlich Einblick in die Einsatzkonzepte des Havariekommandos (HK). Alle in einem solchen Fachkonzept enthaltenen Informationen sollen dazu dienen, dass von den Zuständigen vorgesehene Handeln allen an der Abwendung einer Havarie und deren Folgen Beteiligten zugänglich zu machen. Aber was im Umgang mit dem Katastrophenschutz Gang und Gäbe ist, stellt laut Staatssekretär Enak Ferlemann vom Bundesverkehrsministerium in Sachen HK, „sicherheitsrelevante interne Handlungsanweisungen“ dar und die seien „nicht zur Veröffentlichung bestimmt“. Das sehen die SDN-Mitglieder und mit ihnen die Küstenanrainer allerdings vollkommen anders.

Als weitere große Sorge trieb die versammelten SDN-Mitglieder die Container-Havarie des Mega–Frachters MSC ZOE vor Ameland und Borkum an. Ihnen reicht es nicht, zukünftig nur die „Gefahrgutcontainer“ mit Peilsendern auszustatten. So weise schon allein ein Blick auf diese eine ganze Reihe von Unklarheiten auf, wie deren häufig nicht korrekte Deklarierung. Allein die Reederei Hapag-Lloyd habe im Jahre 2016 schon 4.231 falsch deklarierte Container mit Gefahrgut auf ihren Schiffen entdeckt. Somit fordert die SDN-Mitgliederversammlung die Bundesregierung auf, sich international für einen verpflichtenden Einsatz von Ortungsgeräten an allen auf See transportierten Containern einzusetzen und deren Verladung ausschließlich qualifizierten Hafenarbeitern zu überlassen. „Es ist einfach an der Zeit umzudenken!“, ist sich der neue SDN-Vorsitzende Wagner sicher. „Wir müssen sofort damit anfangen, nicht nur immer kurzfristige Wirtschaftsziele zum Maß aller Dinge zu machen, sondern vor allem auch ihre möglichen Auswirkungen auf die Umwelt mit bedenken und einzubeziehen.“

Und ein Abschied stand auch noch auf dem Programm der Versammlung: nach seiner Jahrzehnte währenden Tätigkeit als SDN-Vorstands- und Pressesprecher wurde Hans von Wecheln vom scheidenden SDN-Vorsitzenden Harrsen auf eigenem Wunsch aus dem Amt verabschiedet. Von Wecheln bleibt aber als Leiter der AG Küstenwache der SDN einem seiner Hauptthemen weiter treu. Zu seinem Nachfolger wurde der maritime Foto-Journalist Peter Andryszak aus Oldenburg bestimmt.

Mit freundlicher Bitte um Veröffentlichung,

SDN Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V.

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19-06-19 SDN_Pressemeldung neuer Vorstand