Aktuell grundlegend bedeutendes in aller Kürze

Die Nordsee (und mit ihr alle Meere und Gewässer) ist nicht nur einer – insbesondere durch Menschen verursachten – Gefahr ausgesetzt, sondern deren ungezählt vielen. Einen gewissen Eindruck zur großen Anzahl von Problemen, die diesem kleinen Meer nebst seinen Be- und Anwohnern negativ zusetzen, soll sich hier anhand kurzer und aktueller Mitteilungen aufzeigen.


Dass Zigaretten nicht gesund sind weiß jeder, ist aber immer wieder überrascht, was es für Mensch und Umwelt bedeutet, wenn eine Kippe auf dem Boden landet. Weggeworfene Zigarettenkippen sind ein gewaltiges Problem. Kein Müll wird so selbstverständlich auf die Straße geworfen wie Kippen. Hochrechnungen gehen davon aus, dass 4,5 Billionen Zigarettenstummel jährlich direkt in der Natur landen. Das sind rund 12 Milliarden Stummel pro Tag.

Zigarettenfilter bestehen gewöhnlich aus Celluloseacetat, einem Kunststoff der auf Baumwolle basiert. Das bedeutet aber nicht, dass die Filter auch problemlos abbaubar sind. Recherchen ergaben, dass eine weggeworfene Kippe wohl 10 bis 15 Jahre in der Natur überdauert, in Salzwasser sollen es sogar 400 Jahre sein. Die Filter werden ggf. von Tieren aufgenommen und manchmal sogar verschluckt, was den Verdauungsapparat verstopft und die Tiere mit vollem Magen verhungern lässt. Insbesondere Vögel und Meeresbewohner sind davon betroffen.

Weggeworfene Kippen stecken zudem voller Gift. Bis zu 4.000 giftige Substanzen enthält ein gebrauchter Zigarettenfilter. Streng genommen sind Kippen echter Sondermüll. Nikotin zum Beispiel ist ein wasserlösliches, extrem schädliches Nervengift, das bei Regen innerhalb von 30 Minuten aus dem Filter ausgespült wird und in das Grundwasser gelangt. Eine Zigarettenkippe reicht aus, um 40 Liter Wasser zu verunreinigen.

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(Infos: https://www.jadewale.com/kippenfrei / März 2026)

Wer von Hamburg spricht, denkt an den Hafen und an die großen Schiffe. In der offiziellen Bilanz werden die Wirtschaftskraft des Hamburger Hafens, die Größe und die Schnelligkeit gepriesen.

Der Hafen hat daneben aber auch andere Seiten.

Die ALTERNATIVE HAFENRUNDFAHRT beschäftigt sich seit 44 Jahren mit den Folgen für die Umwelt, die durch den Hafen entstehen.

Die ALTERNATIVE HAFENRUNDFAHRT zeigt:

wie Abwasser eingeleitet, Abgas ausgestoßen, Müll und (zum Teil) überflüssige Güter erzeugt werden;

wie Hafen und Industrie die Landschaft und ganze Dörfer und Stadtteile verschlingen;

wie die Elbe zum Schifffahrtskanal verbaut wird;

wie Politiker neue Arbeitsplätze versprechen, die dann nicht entstehen;

welche Auswirkungen die Elbvertiefungen haben;

warum Ebbe und Flut extremer werden;

wo und wie das mit Schadstoffen belastete Baggergut aus dem Hafen entsorgt wird;

warum es immer noch Fischsterben und Sauerstofflöcher gibt;

warum das Baden in der Elbe langfristig nicht möglich sein wird;

wie die Sucht nach Wachstum das Klima aufheizt;

welche Scheinalternativen zur Klimaanpassung von der Politik angeboten werden, z.B. giftiges Ammoniak als Energieträger;

was Sie das alles kostet.

Die Alternative Hafenrundfahrt ist keine reine „Umweltfahrt“, es werden auch die Wechselwirkungen von Ökologie, Wirtschaftsweise, Standort-, und Sozialpolitik aufgezeigt, aktuelle Themen wie Köhlbrandquerung oder Ausverkauf der HHLA inbegriffen.

Regelmäßige Fahrten (donnerstags):

02. und 30. April, 25. Juni, 23. Juli, 20. August, 17. September, 15. Oktober,

Abfahrt: 17:30 Uhr / Fahrtdauer: ca. 1 1/2 Stunden

Anleger Vorsetzen (U-Bahnhof Baumwall, City-Sportboothafen) Barkassencentrale Ehlers

Preis: Regelmäßige Fahrt 23,00 EURO pro Person (ermäßigt 20,00 €)

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(Infos: https://www.rettet-die-elbe.de / Termine 2026)

Im Bereich der Gemeinde Nebel wurden vier Strandinseln eingerichtet, um Strandbrüter wie den Sandregenpfeifer und weitere Arten zu schützen.

Die Aktion Mitte März wurde gemeinsam mit dem Bauhof Nebel, Freiwilligen der Naturschutzvereine Öömrang Ferian i. F. und der Schutzstation Wattenmeer sowie einem Strandkorbvermieter durchgeführt. Zusätzlich beteiligten sich einige Ehrenamtliche.

Ziel ist es, dass sich die Vögel an die befriedeten Bereiche gewöhnen und diese gezielt aufsuchen. Auch in diesem Jahr übernehmen Freiwillige der Schutzstation Wattenmeer die Betreuung der Strandinseln.

Alle Strandbesucherinnen und -besucher werden gebeten, ausreichend Abstand zu den Strandinseln zu halten – sowohl beim Spazierengehen als auch beim Verweilen im Sand oder im Strandkorb. Hunde sollten an der Leine geführt werden.

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(Infos: https://www.amrum-news.de/2026/03/27/das-strandinselprojekt-geht-in-die-zweite-runde/ … / 27.03.2026)

Eine neue Studie des Helmholtz Zentrums Hereon zeigt, dass der Ausbau von Windparks den natürlichen Transport und die Ablagerung von Sedimenten großräumig und langfristig verändern kann. Besonders davon betroffen ist die Deutsche Bucht.

Schwebstoffe werden ständig in der Nordsee transportiert; sie stammen vom Meeresboden, wo sie durch Strömungen und Wellen aufgewirbelt werden, strömen durch den Ärmelkanal aus dem Atlantischen Ozean herein, oder werden aus Flüssen eingetragen. Dieses Material durchläuft wiederholte Zyklen von Ablagerung und erneuter Aufwirbelung, bis es sich schließlich in ruhigeren Gebieten mit schwachen Strömungen als Schlamm absetzt.

Offshore-Windkraftanlagen stellen ein Hindernis in der Luft und im Wasser dar. Sie beeinflussen so unter anderem die Schichtung des Meeres in wärmere und kältere Wasserschichten und verlangsamen die Strömung weiträumig in der gesamten Nordsee.

Hereon-Forschende haben nun herausgefunden, dass die bestehenden Windparks in der Nordsee schon jetzt eine erhebliche räumliche Umverteilung dieser Sedimente verursachen. Das betrifft jährlich bis zu 1,5 Millionen Tonnen Schlamm – und den darin gebundenen Kohlenstoff. Das könne die langfristige Funktionsweise des Ökosystems und der Kohlenstoffspeicherung in der Nordsee beeinflussen. Auch Infrastrukturen wie Häfen und Fahrrinnen könnten sich dadurch verändern.

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(Infos: https://doi.org/10.1038/s43247-026-03390-6 / 26.03.2026)

Das Helmholtz-Zentrum Hereon hat in einer aktuellen Studie das Ausmaß von Baggertätigkeiten an der Küste sowie die mit einer Verdriftung des Baggergutes verbundenen Risiken und Chancen untersucht. Neben Belastungen der Umwelt durch die Freisetzung von Schadstoffen aus Hafenschlick, sowie dem Freiwerden von großen Mengen CO2 aus dem Untergrund bei Baggertätigkeiten, sieht man aber auch Chancen, mit Baggergut das Wachstum des Wattenmeers zu unterstützen.

In den Watten der Nordseeküste gibt es ein von den Strömungen abhängiges Mosaik von Sandwatten, Mischwatten und Schlickwatten. In jedem dieser Bereiche kommen spezifische Lebensgemeinschaften vor. Schlickwatt findet man in der Regel nur landnah in geschützten Buchten. In den flächenmäßig größeren Wattenmeerbereichen, wo starke Strömungen dominieren, überwiegen Sandwatten mit hohen Grobsand- und sehr geringen Schluff- und Tonanteilen. Genau dort findet sich aber ein sehr spezieller Lebensraum.

Will man, wie in der o. g. Studie angesprochen, Feinsedimente von der Seeseite her einspülen, lagern sich diese zuerst in den Sandwatten ab. Wenn sich aber durch das Verklappen von Hafenschlick feinkörniges Material über die Sandwatten verteilt, wird die Artengemeinschaft des Grobsandes unter dem Schlick gewissermaßen erstickt.

Der Verein Jordsand mahnt daher bei den Ideen der Schlickverklappung eine differenzierte Betrachtung der unterschiedlichen Watttypen an. Ein einheitlicher „Schleier“ von feinem Schlick über alle Wattflächen hinweg würde der Vielfalt des Wattenmeers sehr schaden. Ein gravierender Artenschwund schon deutlich vor der akuten Meeresspiegelerhöhung wäre die Folge.

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(Infos: www.hereon.de/institutes/coastal_systems_analysis_modeling/news/120015/index.php.de / 25.03.2026)

Steigende Meeresoberflächentemperaturen in Küstengewässern sind laut einer neuen Studie für 50 bis 64 Prozent des Anstiegs großflächig auftretender schwüler Hitzewellen verantwortlich. Die Studie von Forschenden des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), der Princeton University und der Sun Yat-sen University deutet darauf hin, dass die Meeresoberflächentemperaturen an den Küsten ein Frühwarnindikator für großflächige schwüle Hitzeextreme sein könnten.

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(Infos: https://www.nature.com/articles/s41561-026-01952-z / 24.03.2026)

Um das Kulturdenkmal Leuchtturm Roter Sand dauerhaft bewahren zu können, sucht die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) einen neuen Standort in Landnähe. Als potenzielle Standorte beworben hatten sich Bremerhaven, Wilhelmshaven, Fedderwardersiel und Hooksiel. Zwei der Standorte erwiesen sich als grundsätzlich genehmigungsfähig: Fedderwardersiel und Wilhelmshaven.

Die DSD hat sich für eine Umsetzung des Leuchtturm-Oberteils entschieden, da eine dauerhaft sichere Erhaltung des Leuchtturms in der Außenweser nicht mehr gewährleistet ist. Gründe dafür sind insbesondere veränderte Strömungs- und Bodenverhältnisse, zunehmende extreme Wetterereignisse mit höherem Wellenschlag sowie neue Erkenntnisse zur Standsicherheit. Zudem ermöglicht ein neuer Standort an Land, dass der Leuchtturm besser für Besucher und Wartungsarbeiten erreichbar wird.

Mit Fedderwardersiel rückt nun der Standort in den Mittelpunkt, der nach den vorliegenden Bewertungen für die künftige Aufstellung besonders gut geeignet ist.

Bei dem Umzug handelt es sich um ein Millionenprojekt.

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(Infos: https://www.denkmalschutz.de/pressemitteilung/standortsuche-fuer-leuchtturm-roter-sand-geht-in-die-naechste-phase.html / 23.03.2026)

Im Herbst 2026 soll nahe der Forschungsplattform FINO 3 in der Nordsee, rund 80 Kilometer westlich vor Sylt, ein Open-Sea-Test mit dem Wellenkraftwerk „Aurelia WINO“ der HAW Kiel stattfinden. Ziel des Tests: das System soll mindestens sechs Monate lang unter den robust harschen Bedingungen mit mittleren Wellenhöhen von zwei Metern und Sturm-Wellen bis zu 10 Metern funktionieren.

Aurelia WINO“ ist eine rund zwölf Meter hohe und etwa zehn Tonnen schwere Stabboje mit Schwimmkörpern, die dem Wellengang folgt und sich vertikal auf und ab bewegt. Am Bestimmungsort wird das Kraftwerk mit drei Ankern gesichert, die im Abstand von 120 Grad auf den Meeresboden abgesenkt sind. Ihr installiertes Stromkabel soll mit der Forschungsplattform FINO 3 verbunden werden und diese so wenigstens teilweise versorgen.

Perspektivisch könnten Wellenkraftwerke als mobile und autarke Tankstellen auf hoher See dienen.

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(Infos: https://www.haw-kiel.de/news/energiewende-auf-dem-wasser-fh-kiel-tauft-prototyp-… / 23.03.2026)

Forschende unter Leitung der Technischen Universität München (TUM) haben erstmals einen globalen Atlas zum Einfluss der Gezeiten auf Küstenflüsse erstellt. Die Regionen an den Küstenflüssen sind besonders durch extreme Hochwasser bedroht, vor allem im voranschreitenden Klimawandel. Die frei zugängliche Karte zeigt die Auswirkungen auf einen Blick und bietet damit eine entscheidende Grundlage für den Hochwasserschutz.

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(Infos: https://doi.org/10.21203/rs.3.rs-6825606/v1 / 19.03.2026)

Eine neue Studie des Westfälischen Energieinstituts (WEI) zeigt: Ohne massive zusätzliche Untergrundspeicher droht die Wasserstoffstrategie – und damit ein Erreichen der Energiewendeziele bis 2045 – an strukturellen Sachzwängen zu scheitern. Der Markt allein wird diese Infrastruktur nicht bereitstellen.

Die Studie kommt zu dem Schluss: Speicher sind strategische Infrastruktur – keine kurzfristigen Marktprojekte. Die Speicherfrage ist eine nationale Infrastrukturaufgabe und lässt sich weder durch Importlogistik noch durch ausländische Speicherinfrastruktur ersetzen.

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(Infos: http://w-hs.de/wei/aktuelles/aktuelle-beitraege-zur-energiewende/ / 17.03.2026)

Eine Studie der Universität Tübingen mit weltweit achtzehn Forschungseinrichtungen und Universitäten zeigt: keine untersuchte Stelle in den Weltmeeren ist frei von menschlichen chemischen Einflüssen. Vom Menschen hergestellte Chemikalien durchdringen demnach die Küstenmeere in bislang unbekanntem Ausmaß. Und das selbst an Orten, die für unberührt gehalten wurden.

Die Forschenden stellten fest, dass anthropogene Chemikalien weit über die Küstenlinie hinaus nachweisbar sind. Selbst mehr als 20 Kilometer vor der Küste machten vom Menschen stammende Verbindungen etwa ein Prozent der nachgewiesenen organischen Substanz aus. Das Forschungsteam analysierte dazu mehr als 2.300 Meerwasserproben aus mehr als 20 Feldstudien, die mehr als ein Jahrzehnt lang im Pazifik, Atlantik und im Indischen Ozean gesammelt wurden. Insgesamt identifizierte das Team 248 vom Menschen stammende Verbindungen.

Eigentlich wurden Pestizide und pharmazeutische Verbindungen in Küstennähe als dominierend erwartet, stattdessen hätten diese Rolle vor allem Industriechemikalien wie Weichmacher aus Kunststoffen, Schmiermittel und andere Chemikalien aus Pflege- und Konsumprodukte eingenommen. Zudem einige dieser Verbindungen sich an der Grenze zwischen organischen Molekülen und Nanokunststoffen bewegen und damit die Trennlinie zwischen chemischer und Kunststoffverschmutzung verwischen. Und die Auswirkungen der kumulativen chemischen Konzentrationen und deren langfristig ökologischen Folgen sind weitgehend unbekannt. Gleiches gilt für die Meereslebewesen, Nahrungsketten sowie Ökosysteme.

Diese Forschungs-Ergebnisse verdeutlichen die oft übersehene Tatsache: Alltägliche Aktivitäten wie Autofahren, Putzen und Körperpflege tragen zur Verbreitung von Chemikalien bei.

Gleiches gilt für Lebensmittelverpackungen.

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(Infos: https://doi.org/10.1038/s41561-026-01928-z / 17.03.2026)

Wenn das Infrastruk­tur‑Zu­kunfts­ge­setz kommt, wird es für Umweltverbände immer schwieriger, natürliche Le­bens­räume vor Zerstörung im Namen der Zivilgesellschaft zu schützen. Das Gesetz sieht vor, In­fra­strukturpro­jekte, zum Beispiel den Bau von Auto­bahnen, Bun­des­straßen und Rastplätzen, von Umweltstandards auszunehmen. Statt echter Naturflächen würden Geldzahlungen als Ausgleich akzeptiert werden. Zudem würden Umweltprüfungen entfallen oder stark vereinfacht.

Parallel plant die Bun­des­regierung, das Umwelt-Rechts­be­helfs­gesetz zu ändern: Klagen hätten dann keine aufschiebende Wir­kung mehr.

Das Infrastruktur-Zukunftsgesetz wurde Ende 2025 im Bundeskabinett beschlossen.

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(Infos: BUND-Newsletter / 17.03.2026)

Viele Chemikalien haben erhebliche Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit. Zu den besonders problematischen Stoffgruppen zählt PFAS, organische Verbindungen mit Fluor. Diese sind extrem langlebig und bauen sich in der Umwelt kaum ab. Einige reichern sich in Lebewesen an, andere können das Grundwasser verunreinigen. Manche dieser sogenannten „ForeverChemicals” können beim Menschen schwerwiegende Gesundheitsschäden verursachen.

PFAS werden in zahlreichen Produkten eingesetzt. Für einige Anwendungen wie Pfannenbeschichtungen, Outdoorjacken oder auch Verpackungsbeschichtung gibt es bereits Alternativen wie Wachs oder Silikon für Regenjacken. Alltagsanwendungen haben einen großen Anteil an Produkten, die PFAS verwenden. So können Verbraucher mit ihrer Kaufentscheidung Einfluss auf das Angebot nehmen, indem sie verstärkt PFAS-freie Produkte nachfragen. Umweltsiegel könnten bei der Auswahl helfen.

Zum Podcast „Nachhaltige Chemikalien – geht das?“ des Öko-Instituts (https://www.oeko.de/podcast/nachhaltige-chemikalien-geht-das/)

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(Infos: Öko-Institut / 12.03.2026)

Die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) untersucht die Anfahrung einer Containerbrücke während eines Anlegemanövers am 11. Mai 2025 im Hamburger Hafen durch das Containerschiff CMA CGM ERMITAGE. Es kam zu Sachschäden am Schiff und der Containerbrücke. Diese sprang einseitig aus den Schienen, kippte aber nicht um. Besatzungsmitglieder der CMA CGM ERMITAGE oder Hafenpersonal kamen daher glücklicherweise nicht zu Schaden.

Auf Grundlage der weitgehend abgeschlossenen Untersuchung kommt die BSU zu dem Ergebnis, dass der Unfall maßgeblich auf den eingeschränkten Manöverraum zurückzuführen ist, den das Schiff zudem noch mit Sportfahrzeugen teilen musste. Der Unfall hat gezeigt, dass dieser Problematik im Hamburger Hafen bisher nicht hinreichend Rechnung getragen wird. Es besteht daher die Gefahr weiterer gleichartiger Unfälle.

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(Infos: https://www.bsu-bund.de/DE/Publikationen / 12.03.2026)

Schon früh haben wir vor diesem extremen Industrie-Ausbau in unserer Nordsee gewarnt,“ führt SDN-Vorsitzender Gerd-Christian Wagner aus und fügt hinzu, dass die SDN schon zu Beginn des Ausbaues, neben der Stationierung ausreichender Notschlepp-Kapazitäten nahe der Parks, auf die Auswirkungen auf Meeresökologie wie Strömungsverhältnisse hingewiesen hat. „Nun zeigt sich mit dieser ersten Studie zur Gesamtwirkung der riesigen Offshore-Windparks auf die Meeres- und Luftströmungen, wie berechtigt unsere Forderungen waren und noch sind!“

Die Rotoren entziehen dem Wind Energie und beeinflussen die Oberflächenströmungen mit bis zu 20 Prozent Verlangsamung in die Nordsee hinein. Die Turbinenpfeiler hingegen stellen unter Wasser Hindernisse dar, die die Gezeitenströmungen und – frequenzen verändern. Diese Wind- und Gezeiten-Wakes (Nachlaufeffekte) interagieren miteinander und bestimmen die komplexen, physikalischen Auswirkungen der Parks. Dadurch kann es zu großräumigen Veränderungen im Sedimenttransport und der Durchmischung des Meerwassers kommen.

Die Studie zeigt erste Hinweise darauf, wie sich strömungsbedingte Risiken für die Meeresumwelt zumindest begrenzen ließen. Nach den vorliegenden Modellsimulationen spielen vor allem der Abstand der Turbinen, die Standortwahl der Windparks sowie die lokalen Gezeitenbedingungen eine zentrale Rolle dafür, wie stark sich Strömungen, Temperaturverhältnisse und die Durchmischung des Wassers verändern.

Diese Ergebnisse sind wenig überraschend“, erklärt der 2. SDN-Vorsitzende, Kapitän Ulrich Birstein. „Sie bestätigen vielmehr, dass großflächige Offshore-Windparks das empfindliche System der Nordsee deutlich beeinflussen. Wer die Energiewende auf See vorantreibt, muss auch die Folgen für Strömungen, Sedimenttransport und Ökosysteme ehrlich benennen.“ Zugleich warnt Birstein davor, die Auswirkungen einzelner Projekte nur isoliert zu betrachten. „Die Industrialisierung der Nordsee schreitet in vielen Bereichen gleichzeitig voran. Offshore-Windparks sind dabei nur ein Teil des Problems.“ Hinzu kämen unter anderem, neben einer steigenden Havarie-Gefahr, beispielsweise noch Unterwasserlärm, Müllbelastungen, Öl- und Gasförderung, Schlickverklappungen sowie der Ausbau von Rohrleitungen und Kabeltrassen durch die Nordsee und dem Wattenmeer.

Jeder einzelne dieser Eingriffe belastet das Meer zusätzlich“, so Birstein. „In der Summe entsteht ein massiver Nutzungsdruck auf einen Lebens- und Naturraum, der ohnehin schon stark belastet ist. Wer die Nordsee schützen will, muss diese Entwicklungen endlich gesamthaft betrachten – und nicht nur einzelne Projekte genehmigen, ohne ihre Gesamtwirkung zu berücksichtigen.“

www.sdn-web.de / 12.03.2026

Für den Abschnitt der geplanten Wasserstoff-Pipeline „Aquaductus“, die durch das niedersächsische Küstenmeer führen soll, wird es keine Raumverträglichkeitsprüfung geben. Das teilte das zuständige Amt für regionale Landesentwicklung mit. Grund dafür sei, dass es im Vergleich zur vorgelegten Planung keine Trassenführung gebe, die für die Umwelt verträglicher sei. Das Amt habe sich dazu mit der Nationalparkverwaltung, Küstenschutzbehörden und Naturschutzverbänden ausgetauscht.

Die Wasserstoff-Pipeline soll nach Planungen des Investors von Hilgenriedersiel (Landkreis Aurich) über die Insel Norderney bis in die zentrale Nordsee gebaut werden. Dort soll ab 2035 grüner Wasserstoff erzeugt und an Land transportiert werden.

Die Stadt Norderney kritisiert, dass keine Raumverträglichkeitsprüfung erstellt werden soll. Sie befürchtet erhebliche Risiken für Natur, Trinkwasser und Infrastruktur. Die Stadt fordert eigenen Angaben zufolge eine unverzügliche und umfassende Beteiligung an allen weiteren Planungsschritten.

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(Infos: https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/wasserstoff-pipeline-durch-nordsee-geht-in-naechste-phase,pipeline-150.html / 05.03.2026)

Die Inselverwaltung Sylt weist ausdrücklich auf die Brut- und Setzzeit zum Schutz von Jungtieren vom 15. März bis 15. Juli 2026 hin.

Mit Brut- und Setzzeit wird die Zeitspanne bezeichnet, in der Tiere brüten bzw. ihre Jungen bekommen. In dieser Zeit gilt eine besondere Aufsichtspflicht über Hunde auf und an allen Grünflächen. Die Landschaftswarte des Landschaftszweckverbandes Sylt werden während dieser Zeit im Gebiet regelmäßig Kontrollgänge durchführen und Informationsflyer zum Thema verteilen.

Zusätzlich weist die Inselverwaltung Sylt darauf hin, dass in allen Naturschutzgebieten ganzjährig ein generelles Anleingebot für Hunde besteht.

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(Infos: Landschaftszweckverband (LZV) / 04.03.2026)

Mit dem „Handbuch Umweltkosten – Methodenkonvention 4.0“ stellt das Umweltbundesamt (UBA) aktualisierte Umweltkostensätze für Treibhausgase und andere Schadstoffe sowie verschiedene Wirtschaftsaktivitäten zur Verfügung.

Umweltkostensätze spiegeln den gesellschaftlichen Nutzen des Umweltschutzes wider – und die Kosten, die der Gesellschaft entstehen, wenn der Umweltschutz vernachlässigt wird. Sie übersetzen die Umweltauswirkungen von Schadstoffemissionen oder wirtschaftlichen Aktivitäten in Geldeinheiten und ermöglichen so den Vergleich und die Aggregation über verschiedene Umweltwirkungen hinweg.

Treibhausgas– und Schadstoffemissionen schaden nicht nur der Umwelt und dem Klima, sie verursachen auch hohe ökonomische und gesundheitliche Schäden. Durch entsprechende Maßnahmen können diese Schäden vermieden werden.

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(Infos: https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/handbuch-umweltkosten und https://www.umweltbundesamt.de/daten/umweltzustand-trends/klima/treibhausgas-emissionen-in-deutschland#emissionsentwicklung / 24.02.2026)

Eine aktuelle Studie von Forschenden der Universität Duisburg-Essen zeigt, dass sie wertvolle Hinweise auf Schadstoffbelastungen in den Meeren liefern können. Untersucht wurde, wie sich Spurenelemente wie Cadmium, Arsen, Blei, Zink und Eisen in Schweinswalen und ihren Parasiten anreichern.

Im Mittelpunkt der Untersuchung standen Schweinswale aus Nord- und Ostsee als wichtige Indikatoren für den Zustand der marinen Ökosysteme. Die dabei untersuchten Proben stammen von gestrandeten Meeressäugern. Dabei zeigte sich: Mehrere Spurenelemente wurden in den Parasiten teilweise in deutlich höheren Konzentrationen nachgewiesen als im Gewebe ihrer Wirte.

Die Forschenden sehen darin einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der komplexen Wechselwirkungen zwischen Umweltverschmutzung, Tiergesundheit und Ökosystemen und betonen das Potenzial von Parasiten als ergänzendes Instrument im Umweltmonitoring.

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(Infos: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0269749126000540?via%3Dihub / 23.02.2026)

Lithium-Batterien stecken in Smartphones, Spielzeugen, E-Autos und Speichern und haben sich im weltweiten Güterverkehr zur Brandursache Nummer eins auf Containerschiffen entwickelt. Mit den rasant wachsenden Transport- und Lagermengen steigen auch die Brandrisiken, auf See ebenso wie in großen Logistikzentren an Land. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) fordert deshalb in einem neuen Positionspapier strengere und klarere Sicherheitsregeln für den Transport und die Lagerung von Lithium Batterien und E Autos.

Lithium-Batterien gelten im Alltag als sichere Technologie. Beim Transport und in der Lagerung entstehen jedoch besondere Risiken. Das größte Risiko ist der sogenannte Thermal Runaway – eine Kettenreaktion in der Batterie, die Brände explosionsartig verstärken kann. Gerät eine Batterie in einen solchen Zustand, ist der Brand kaum zu löschen und kann noch Tage später wieder aufflammen. Diese besondere Gefährdungsdynamik wird im aktuellen Gefahrgutrecht nicht ausreichend berücksichtigt.

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(Infos: www.gdv.de / 23.02.2026)

Die Besatzungen der „Pollution Control“-Flüge mit den Sensorflugzeugen vom Typ Dornier 228 (Do 228) haben im Jahr 2025 bei 472 Einsätzen im Auftrag des Havariekommandos (HK) insgesamt 130 Verschmutzungen auf Nord- und Ostsee festgestellt. In 48 Fällen konnten die Besatzungen der Do 228 den Verursacher der Verschmutzung identifizieren. Von den Verunreinigungen wurden 109 in der Nordsee und 21 in der Ostsee registriert. In 36 Fällen erwiesen sich die Verschmutzungen als Mineralöl, in 94 Fällen um nicht eindeutig identifizierbare Substanzen.

Die Marineflieger, die die Flugzeuge betreiben, leiten die Sichtungen und das dazugehörige Beweismaterial an das HK weiter. Von dort geht das Material an die jeweils zuständige Ermittlungsbehörde, deren Aufgabe dann die strafrechtliche Verfolgung der Umweltsünder ist. 51 der Verschmutzungen fanden sich in deutschen Gewässern (39 Nordsee, 12 Ostsee). Die restlichen Verschmutzungen verteilten sich auf Seegebiete der Niederlande, Dänemarks und Schwedens. Dort sind die „Ölflieger“ ebenfalls im Einsatz.

Die Sensorflugzeuge verfügen über moderne technische Ausstattung. Unter anderem sind ein Radar, hochauflösende Kameras sowie Infrarot- und Ultraviolettsensoren an Bord, womit die Ölfilme und andere – auch sehr kleine – Verschmutzungen auf der Wasseroberfläche erfasst werden können. Zusätzlich zu der Überwachung können die Do 228 bei Havarien auf See auch Infos für das HK liefern.

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(Infos: presse-hk@havariekommando.de / 23.02.2026)

Alle auf Sylt sind herzlich eingeladen, sich am Samstag 7. März 2026 an der landesweiten Frühjahrsputzaktion „Unser sauberes Schleswig-Holstein“ auf der Insel an dem Sammeln von achtlos weggeworfenem Müll zu beteiligen.

Die Sammelaktionen finden in folgenden Ortsteilen statt:

Westerland

Samstag, 07.03.2026 | Treffpunkt um 10.00 Uhr am Schützenplatz

Morsum

Samstag, 07.03.2026 | Treffpunkt um 10.00 Uhr am Parkplatz Muasem Hüs

Keitum / Munkmarsch

Samstag, 07.03.2026 | Treffpunkt um 10.00 Uhr an der Feuerwehr Keitum

Archsum

Sonntag, 08.03.2026 | Treffpunkt um 10.00 Uhr an der Alten Schule

Wenningstedt-Braderup

Samstag, 07.03.2026 | Treffpunkt um 10.00 Uhr am Haus am Kliff

Hörnum

Samstag, 07.03.2026 | Treffpunkt um 10.00 Uhr an der Strandkorbhalle

Tinnum, Rantum, List auf Sylt und Kampen nehmen in diesem Jahr nicht an der Aktion teil.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Interessierte können einfach zu den genannten Treffpunkten kommen.

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(Infos: www.sauberes-sh.de / 20.02.2026)

Die Klimakrise ist real und nicht wegzudiskutieren. Der Meeresspiegel steigt. Starkregen und Hochwassergefahren nehmen deutlich zu. Darauf müssen wir uns vorbereiten“, so Niedersachsens Umweltminister Meyer. Von daher investiere Niedersachsen zukünftig erhebliche Geldmittel sowohl in den Hochwasserschutz als auch in die Modernisierung der Schöpfwerke und wasserbaulichen Anlagen. Meyer: „Wir bereiten uns darauf vor, unsere 617 Kilometer Küste in den nächsten Jahren und Jahrzehnten um mindestens einen Meter – mit Vorbereitung auf zwei Meter Vorsorgemaß – aufgrund des zu erwartenden Meeresspiegelanstiegs zu erhöhen.“ Mit dem neuen Wassergesetz würde Niedersachsen dem Küsten- und Hochwasserschutz für alle Maßnahmen öffentlichen Vorrang geben, Verfahren vereinfachen und priorisieren, um auch hier schneller und einfacher zu werden.

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(Infos: https://www.umwelt.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/… / 20.02.2026)

Die Zahl der Arten allein vermittelt kein vollständiges Bild davon, wie sich Ökosysteme verändern. In einer globalen Studie haben Forschende Langzeitdaten von fast 15.000 Meeres- und Süßwasserfischgemeinschaften ausgewertet. Die in Science Advances veröffentlichte Studie zeigt, dass sich Nahrungsnetze in den letzten Jahrzehnten erheblich verändert haben – selbst an Orten, an denen die Artenzahl stabil geblieben ist. Betroffen sind unter anderem die Artenzusammensetzung, die Körpergröße sowie ihre Nahrungsbeziehungen. Veränderungen arttypischer Merkmale können somit die Struktur des Ökosystems verändern, ohne dass sich der Artenreichtum offensichtlich ändert.

Die Studie zeigt außerdem, dass die Nahrungsnetze der Fische dichter geworden sind und einzelne Arten mit einer größeren Zahl von Beutetieren interagieren. Dies weist auf eine Zunahme von Generalisten hin – Arten, die in ihrer Ernährung weniger spezialisiert sind.

Die Struktur eines Nahrungsnetzes bestimmt maßgeblich, wie sich Einflüsse innerhalb eines Ökosystems ausbreiten. Verschwinden Spitzenprädatoren und dominieren stattdessen Generalisten mit ähnlichen Fressgewohnheiten, können sich von Menschen verursachte Störungen – Erwärmung, Überfischung, Nährstoffanreicherung – stärker auf andere Arten übertragen.

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(Infos: https://www.science.org/doi/full/10.1126/sciadv.adu6540 / 18.02.2026)

Die Umweltschutzverbände NABU Niedersachsen, Deutsche Umwelthilfe (DUH) und BUND Niedersachsen haben gemeinsam einen Normenkontrollantrag gegen den Bebauungsplan der Stadt Wilhelmshaven betreffend das Naturschutzgebiet „Voslapper Groden-Nord“ gestellt. Parallel dazu geht das Bündnis mit einem Eilantrag gegen den Vollzug des Bebauungsplans vor, um zu verhindern, dass Rodungs- und Entwässerungsmaßnahmen vorzeitig beginnen können. Diese würden durch schwerstes Arbeitsgerät zu irreversiblen Schäden im EU-Vogelschutz- und Naturschutzgebiet führen. Die Bauleitplanung sieht auf dem Gelände den Aufbau von Importinfrastruktur für verflüssigte Gase als “Brückentechnologie” zum Übergang für grüne Gase vor.

Das Naturschutzgebiet „Voslapper Groden-Nord“ ist seit 2007 geschützt und ein international bedeutendes Brut- und Rastgebiet bedrohter Vogelarten, auch besonders geschützter Arten. Er ist Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 und weist eine hohe Bedeutung für den Arten- und Lebensraumschutz auf. Eingriffe in solche Flächen sind laut dem Bündnis nur dann zulässig, wenn ein übergeordnetes öffentliches Interesse besteht und keine ökologisch weniger wertvollen Alternativen zur Verfügung stehen. Demnach soll damit erstmals ein europäisches Vogelschutzgebiet zerschlagen werden und alternative Standorte seien nicht ausreichend geprüft worden.

Am 21. Januar 2026 stimmte der Stadtrat Wilhelmshaven in seiner Sitzung der Änderung der Naturschutzgebietsverordnung und dem Bebauungsplan 225 Voslapper Groden Nord/Nördlich Tanklager zu.

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(Infos: https://niedersachsen.nabu.de/natur-und-landschaft/schutzgebiete/natura-2000/34010.html / 18.02.2026)

Unterwasserlärm durch Kavitation an Schiffspropellern gilt als zentrale, bislang ungelöste Quelle tieffrequenter Schallemissionen. Forschende der HAW Kiel untersuchen nun praxistaugliche neue Propellerentwürfe, die Unterwasserlärm ohne Effizienzverluste deutlich reduzieren – und so Arten- und Klimaschutz verbinden.

Aktuell werden Propeller von Handelsschiffen zwar individuell entworfen, aber die Unterwasserschallemissionen spielen beim Entwurf bislang nur eine untergeordnete Rolle. Für manche Schiffe könne zwar eine geringere Geschwindigkeit die Schallemissionen senken, aber nur zu längeren Reisezeiten. Tatsächlich haben Reedereien und Industrie noch keine praxistauglichen Lösungen gegen den Unterwasserlärm gefunden.

Maßgeblich verantwortlich für die Schallemissionen der Propeller ist das physikalische Phänomen der Kavitation. Bei stark abfallendem Druck auf der Saugseite eines Propellerflügels verdampft das Wasser spontan und bildet Dampfblasen, die bei erneutem Druckanstieg implodieren.

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(Infos: https://www.haw-kiel.de/news/haw-kiel-moechte-schiffspropeller-leiser-machen/ / 17.02.2026)

Mit dem 13. März 2026 entsteht in Hamburg mit der „Informations- und Koordinierungsstelle Transformation Fischerei“ (IKTF) eine neue Einrichtung für die Fischerei an Nord- und Ostsee. Sie soll als Anlaufstelle den Strukturwandel der Küstenfischerei begleiten.

Erklärtes Ziel von IKTF sei es, den zukunftsfähigen Sektor dabei zu unterstützen, sich langfristig wirtschaftlich tragfähig und ökologisch nachhaltig aufzustellen. Sie vernetzt Fischerei mit Politik, Verwaltung und Wissenschaft sowie Akteuren aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft, vermittelt Förderprogramme, zeigt Anpassungsmöglichkeiten auf und fördert praxisnahe Innovationen.

Die IKTF lädt Medienvertreterinnen und -vertreter sowie Akteure aus Fischerei, Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zur Eröffnungskonferenz am 13. März 2026 in die Geschäftsstelle in der Hamburger HafenCity ein.

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(Infos: https://www.thuenen.de/de/thuenen-institut/zentralbereich-und-stabsstellen/infor… / 17.02.2026)

Laut einer von Greenpeace beauftragten Simulationsstudie würde eine von einem russischen Schattenflotten-Tanker ausgelöste Ölpest das Meeres- und Küsten-Ökosystem für Jahrzehnte belasten.

Datenbankgestützt hat dafür das Helmholtz-Zentrum Hereon entlang der Tankerroute vom russischen Ölhafen Primorsk bis zum dänischen Skagen berechnet, wie sich 48.000 Tonnen Öl der Sorte “Ural Crude” an acht verschiedenen Unfallorten über einen Zeitraum von 30 Tagen ausbreiten würden.

In Konsequenz fordert Greenpeace den Bundesaußenminister auf, seinen Worten endlich Taten folgen zu lassen und flaggen- und damit staatenlose Tanker an die Kette zu legen.

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(Infos: https://t1p.de/stcov /16.02.2026)

Die Schleswig-Holsteiner Westküstenlandschaft hat laut einer NDR-Nachricht wohl ein wachsendes Problem mit dem Wasser. Und das, dank der Deiche, weniger mit dem Salzwasser, sondern mit dem Süßwasser, welches durch Flusshochwässer und Starkregen landwirtschaftliche Flächen, Straßen und Infrastruktur überschwemmt.

Dabei sind Deiche eine Lösung gegen die See aber eine Blockarde für das Wasser, was sich im Landesinneren sammelt. Es kann insbesondere bei Flut über weite Strecken nicht durch die Flüsse ins Meer abfließen. Dazu braucht es dann Schöpfwerke.

Spätestens im Jahr 2050 würde das mit heutigen Mitteln vielerorts allerdings nicht mehr funktionieren. Das erklären Vertreter vom Deich- und Hauptsielverband Dithmarschen. Um diesen Herausforderungen zu trotzen, bräuchte es mehr davon, sowie eine leistungsstärkere Aufrüstung der vorhandenen Anlagen. Zudem müssten auch viele, nur bei Ebbe funktionierende, Freilaufsiele in Schöpfwerke umgewandelt werden.

Gemäß ihrer Einschätzung bräuchte es somit für Dithmarschen drei oder vier, für Nordfriesland vier oder fünf sowie entlang der Elbe gen Hamburg eine zweistellige Anzahl an Schöpfwerken. Wobei ein neues Schöpfwerk zwischen 11 Millionen Euro und 20 Millionen Euro kosten würde.

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(Infos: https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/dithmarschen_steinburg/zwischen-weltpolitik-und-klimawandel-schoepfwerke-an-der-westkueste,schoepfwerke-100.html / 15.02.2026)

Forschende des Helmholtz-Zentrums Hereon haben die langfristige Gesamtwirkung der Vielzahl von Windparks auf Luft- und Meeresströmungen der Nordsee analysiert. Das Ergebnis: Das Strömungsmuster könnte sich großräumig verändern. Die Studie zeigt Ansätze auf, um mögliche Risiken für die Umwelt früh zu minimieren.

Die Rotoren entziehen Windenergie und beeinflussen die Oberflächenströmungen, während die Turbinenpfeiler unter Wasser Hindernisse darstellen und die Gezeitenströmungen bremsen. Das Zusammenspiel der Nachlaufstrukturen (Wale-Effekte) führt bis zu 20 Prozent verlangsamten Oberflächengeschwindigkeiten und Veränderungen von Strömungsfrequenzen in der Deutschen Bucht. Dadurch kann es zu großräumigen Veränderungen im Sedimenttransport oder der Durchmischung des Meerwassers kommen.

Neben möglichen großräumigen Langzeitveränderungen zeigen die Forschenden auch erste Ansätze, wie sich die Auswirkungen auf die Meeresumwelt verringern lassen. So deuten die Modellsimulationen darauf hin, dass der Turbinenabstand, der Standort der Windparks und die lokalen Gezeitenbedingungen entscheidend dafür sind, wie stark sich Strömungen, Temperaturen und die Durchmischung des Wassers verändern.

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(Infos: https://www.nature.com/articles/s43247-026-03186-8 / 13.02.2026)

In den frühen Morgenstunden am 24. Oktober 2023 erfolgte ca. 12,5 nm südwestlich von Helgoland eine Kollision zwischen dem Massengutschiff POLESIE und dem Stückgutschiff VERITY. Beide Schiffe begegneten sich an der Kreuzung der Verkehrstrennungsgebiete „Terschelling German Bight“ und „Jade Approach“. In Folge der Havarie sank die VERITY, was fünf ihrer Besatzungsmitglieder das Leben kostete. Die VERITY sank binnen so kurzer Zeit, dass ihrer Besatzung keine Gelegenheit blieb, noch Rettungswesten oder Überlebensanzüge anzulegen. Nur zwei Seeleute der VERITY konnten aus der Nordsee gerettet werden. Die POLESIE blieb schwimmfähig und verzeichnete keinen Wassereinbruch.

Aufgrund ihrer geringen Schiffsgröße war VERITY nicht mit einem Schiffsdatenschreiber ausgerüstet. Was laut Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) die Havarie-Untersuchung erschwert habe. Somit wird die BSU zu einem späteren Zeitpunkt noch eine eigene Stellungnahme zum Untersuchungsbericht der MAIB vom 11. Februar 2026 veröffentlichen. Diese Stellungnahme soll dann die Ergebnisse darstellen, die sich aus der eigenständigen Analyse des Unfallhergangs sowie den äußeren Umständen ergeben haben und zusätzliche Sicherheitsempfehlungen enthalten.

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(Infos: https://www.bsu-bund.de/DE/Aktuelles/neueVeroeffentlichungen und https://www.bsu-bund.de/DE/Publikationen / 11.02.2026)

Eine aktuelle wissenschaftliche Studie zeigt jetzt erstmals, dass Kielwasser-Verwirbelungen großer Schiffe in stark befahrenen Gebieten sowohl die Wasserschichtung deutlich verändern als auch zu markanten Erosionen am Meeresgrund führen. Damit wird ein bislang unterschätzter menschlicher Einfluss auf flache Meeresräume dokumentiert. Insbesondere in der westlichen Ostsee als zu den am intensivsten genutzten Meeresgebiete weltweit. Oft ist das Wasser dort weniger als 20 Meter tief. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature Communications publiziert.

Besonders deutlich traten die Auswirkungen des Schiffsverkehrs am Meeresboden zutage. Die Forschenden erfassten tausende, meist kleinräumige Vertiefungen im Untersuchungsgebiet, vor allem im Umfeld größerer Steine. Die stärksten Veränderungen traten dort auf, wo besonders viele Schiffe mit großem Tiefgang verkehren. Die Messungen zeigten, dass sich das Kielwasser einschließlich Luftblasen bis in Tiefen von 12 bis 16 Metern ausbreiten kann und dabei die natürliche Schichtung der Wassersäule zerstört.

Die Ergebnisse machen deutlich, dass der Schiffsverkehr als aktiver Gestalter mariner Lebensräume betrachtet werden muss. Anpassungen von Fahrwassern, Geschwindigkeitsregelungen oder alternative Routenführungen könnten langfristig dazu beitragen, besonders empfindliche Meeresbodenbereiche zu entlasten.

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(Infos: presse@io-warnemuende.de / 10.02.2026)

Im Jahr 2025 speisten rund 1.600 Offshore-Windenergieanlagen etwa sechs Prozent der deutschen Jahresstrommenge in das öffentliche Stromnetz ein. Damit die Energie an Land kommt, müssen Seekabel verlegt werden. Dies ist nicht nur ein wahrer Kostentreiber bei der Installation der Anlagen, sondern muss auch aus Umweltschutzgründen gut durchdacht sein. Eine günstigere Lösung könnte sein, den erzeugten Strom direkt vor Ort in Wasserstoff umzuwandeln und so zu speichern.

Hier kommt die Arbeit der Bremerhavener Forschenden ins Spiel. Ihr Schwerpunkt im Projekt ist die verfahrenstechnische Planung und Entwicklung einer schwimmenden Wasserstoffproduktionsanlage – also die Frage, wie eine solche Anlage aussehen und funktionieren könnte.

Eine solche Plattform muss autonom funktionieren und den schwierigen Umweltbedingungen auf See standhalten. Eine konkrete Skizze für eine Testanlage soll zum Projektende im kommenden Jahr vorliegen.

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(Infos: https://www.hs-bremerhaven.de/de/forschung/projekte/wind2hydrogen Projektseite wind2hydrogen / 09.02.2026)

Nach jahrelanger Planung soll nun der ehemalige Luftschutz-Bunker im Süden Wilhelmshavens umgebaut werden. Bauherrin ist die Stadt Wilhelmshaven. Mieter werden sein die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer, das trilaterale Wattenmeer-Sekretariat und die Tourismus-Agentur Nordsee (Tano).

Der sicher keinen Schönheitswettbewerb gewinnende massive Bunker soll eine gläserne Hülle erhalten und soll zudem auch der Öffentlichkeit zugänglich sein. Baustart ist für Sommer 2026 geplant.

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(Quelle: Nordwest Zeitung / 09.02.2026)

Am 01. Januar 1986 trat die Verordnung zur Einrichtung des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer in Kraft. Es war die Geburtsstunde des ersten und großflächigsten Nationalparks in Niedersachsen. Das Wattenmeer gilt als eines der artenreichsten Ökosysteme Europas. Aber viele Faktoren belasten das Gebiet zunehmend, sodass der Weltnaturerbe-Status inzwischen auf dem Prüfstand steht. Die Nordsee wird zunehmend industrialisiert. Das Meer soll zum Kraftwerk Europas ausgebaut werden.

Und dafür braucht es Kabel. Viele Kabel, die kilometerlang im Meeresboden verlegt werden. Auch durch das Watt. Dabei wird das Watt verändert und die Tierwelt gestört. Die Vereinten Nationen haben die Nationalparkverwaltung aufgefordert herauszufinden, ob die Eingriffe noch mit dem Status Weltnaturerbe vereinbar sind. Eigentlich stören Bauarbeiten immer irgendwelche Vögel oder andere Tiere.

Das Wattenmeer stehe vor großen Herausforderungen, so Niedersachsens Umweltminister Meyer : „Die Folgen der Klimawandels, der steigende Meeresspiegel, das Verschwinden von Seegrasflächen, die Biodiversitätskrise, die Umweltverschmutzung etwa mit Plastikmüll, der steigende Schiffsverkehr gerade auch von Öl- und LNG-Gastankern aber auch die geplanten Gasförderungen am Rande des Nationalparks bedrohen eine einzigartige Natur. Hinzu kommt ein gestiegener Nutzungsdruck durch Schifffahrt, Infrastruktur, Trassen, Küstenschutz, Landschaftsverlust, Fischerei und Tourismus. Sie alle machen deutlich, wie wichtig ein starker Nationalpark gerade heute ist. Er ist ein Schutzschild für die Natur und ein Frühwarnsystem für ökologische Veränderungen.“

Die öffentliche Jubiläumsfeier fand am 6. Februar 2026 in Wilhelmshaven statt. Öffentliche Geburtstagsfeiern mit verschiedenen Angeboten werden am Wochenende des 4. und 5. Juli 2026 von den 18 Nationalpark-Informationseinrichtungen am Wattenmeer veranstaltet. Außerdem wird die Ausstellung „Nationalpark wirkt“ im Niedersächsischen Landtag vom 18. August bis 11. September 2026 zu sehen sein. Zudem gibt es eine Jubiläumsbroschüre mit Meilenschritten aus 40 Jahren Nationalpark Wattenmeer.

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(Infos: https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/ … und PM des Nds Ministeriums für Umwelt / 06.02.2026 und 01.01.2026)

Zum ersten Mal hat ein Wissenschaftsteam ein Süßwassersystem unter dem Meeresboden direkt dokumentiert und umfassend beprobt. Obwohl etwa 70 Prozent der Erdoberfläche mit Wasser bedeckt sind, bewegen sich signifikante Wassermengen auch unter der Erde und sind hier gespeichert.

Wissenschaftler:innen wissen seit 1976 von der Existenz dieser Offshore-Systeme, doch bis heute sind sie praktisch unerforscht geblieben. 40 Mitglieder des Wissenschaftsteams aus 13 Nationen (Australien, China, Frankreich, Deutschland, Indien, Italien, Japan, Niederlande, Portugal, Schweden, Schweiz, Vereinigtes Königreich, USA) nehmen an der Expedition teil.

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(Infos: https://www.ecord.org/expedition501/ Über die Expedition / 04.02.2026)

Forschende der Universität Bayreuth haben herausgefunden, dass nicht alle Mikroplastikpartikel unabhängig von ihrer Form ähnliche Transporteigenschaften aufweisen. Stattdessen verhält sich Mikroplastik je nach Form der Fragmente und Fasern unterschiedlich in Gewässern. Mit dieser Erkenntnis verändert sich die Einschätzung, wie stark Lebewesen Mikroplastik ausgesetzt sind. Was auschlaggebend für eine Risikobewertung der Umweltbelastung mit Mikroplastik ist.

Das Eindringen von Mikroplastik in aquatische Systeme ist ein zunehmendes Problem: Als allgegenwärtiger Stoff gefährdet Mikroplastik die Wasserqualität und damit die Biodiversität. Das Verhalten und der Verbleib von Mikroplastik im Wasser sind bisher allerdings nur unzureichend verstanden. Durch die Ergebnisse der Studie zeigt sich, dass Mikroplastik nicht als homogene Stoffgruppe betrachtet werden kann.

Die Studienergebnisse zeigen, dass sich je nach Oberflächenbeschaffenheit der Partikel auch ihr Verhalten in und am Sediment ändert. So lagern sich kugelförmige Partikel so gut wie gar nicht in und am Sediment ab und werden durch den Wasserstrom direkt weitertransportiert. Fragmente dringen dagegen ins Sediment ein und dringen je nach Art des Sediments tiefer oder werden schneller wieder ausgespült. Fasern hingegen lagern sich am Sediment an und können sich dort bis zu gewissen Strömungsstärken verankern. Das bedeutet, dass beispielsweise bei Hochwasser-Ereignissen eine deutlich erhöhte Mikroplastikfreisetzung aus dem Sediment stattfinden kann.

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(Infos: https://doi.org/10.1186/s43591-025-00165-2 / 03.02.2026)

Die Nutzung des tiefen geologischen Untergrunds wird angesichts von Klimakrise und geopolitischen Herausforderungen wichtiger – etwa für Geothermie, CO₂‑Speicherung oder Rohstoffgewinnung. Gleichzeitig hat die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle in Deutschland rechtlich Vorrang. Welche Zielkonflikte daraus entstehen und wie sie die Endlagersuche beeinflussen, untersucht ein neues, vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) gefördertes Projekt am KIT.

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(Infos: Karlsruher Institut für Technologie / 02.02.2026)

Brände im Maschinenraum gehören ähnlich wie Antriebs-Ausfälle, Ruder-Blockarden und Software-Problemen zu den häufigsten Gründen von Schiffs-Havarien. Gefährliche Ladungen wie Elektro-Autos braucht es dafür nicht zwingend. Das sollte man immer mit bedenken, wenn man den fahrenden Schiffen möglicherweise gefährliche Anlagen in den Weg stellt.

Borkums Bürgermeister Jürgen Akkermann hat das aufgrund der am späten Montagabend nahe Borkum havarierten THAMES HIGHWAY sehr deutlich gemacht. Dem NDR gegenüber erklärte er mit Blick auf die Havarie der FREEMANTLE HIGHWAY sowie der unmittelbaren Nähe zur Insel und der Gasbohr- und -förderplattform ein „sehr ungutes Gefühl“ zu haben. Dieses Unglück sei noch nicht lange her und nun gebe es hier schon den nächsten havarierten Frachter.

Von daher fordere er verschärfte Sicherheitsbestimmungen für große Schiffe auf den Seefahrtsstraßen an den Küsten.

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(Infos: https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/nach-brand-auf-autofrachter-thames-highway-in-emden-angekommen,frachter-144.html / 28.01.2026)

Das Grundwasser in Niedersachsen hat sich über die letzten 30 Jahre um durchschnittlich ein Grad erwärmt. Erhoben hat diese Daten das niedersächsische NLWKN an mehr als 300 Messstellen, von denen 75 Prozent entsprechende Werte bis auf eine Tiefe von 40 Metern ergaben. Bisher hatte das Grundwasser im Mittel rund zehn Grad.

Die NLWKN-Experten wollten herausfinden, welche Auswirkungen der Klimawandel wie auch die zunehmende Versiegelung der Landschaft auf das Grundwasser hat. Nach deren Einschätzung führt ein Anstieg der Temperatur im Grundwasser langfristig zu einer Veränderung des Ökosystems.

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(Quelle: Nordwest Zeitung / 28.01.2026)

Die Deutsche Bucht gilt als eines der weltweit bestuntersuchten Meeresgebiete. Und doch zeigen DNA-Analysen, dass selbst „vor unserer Haustür“ noch unentdeckte Artenvielfalt lebt. So entdeckten ein Forschungsteam von Senckenberg am Meer und der Universität Mersin fünf neue Arten winziger Krebstiere. Die äußerlich kaum zu unterscheidenden Tiere entstammen aus eigenständigen Arten.

Diese extrem kleinen, weniger als einen Millimeter großen Ruderfußkrebse gehören zu den häufigsten tierischen Bewohnern der Nordsee. Als Teil der Meiofauna leben sie im Sediment des Meeresbodens. Marine Bodentiere wie sie spielen eine wichtige Rolle in Meeresökosystemen, etwa beim Abbau von organischem Material.

Da die tatsächliche Artenvielfalt selbst in Deutschland in weiten Teilen noch unbekannt ist, haben sich acht deutsche Forschungseinrichtungen zusammengetan, um diese Wissenslücke zu schließen. Diese Studie ist somit Teil der Forschungsinitiative „Unbekanntes Deutschland“.

Wellen und Strömung sollen in Zukunft als vielseitig nutzbare und klimaneutrale Quelle für elektrische Energie aus dem Meer genutzt werden. Jedoch werden durch die extremen Umgebungsbedingungen der offenen See hohe Anforderungen an die Technik und Instandhaltung gestellt sowie Neuwicklungen benötigt. Studierende der Hochschule Bremerhaven haben in einem Projekt einen Strömungsgenerator konstruiert, der dem Wasserdruck standhält und sich durch die Tidenströmung autonom mit Energie versorgt.

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  • (Infos: https://www.hs-bremerhaven.de/de/aktuelles/neuigkeiten-uebersicht/neuigkeiten-2026/stroemungsgenerator / 26.01.2026)

Im Naturschutzgebiet Voslapper Groden Nord in Wilhelmshaven soll ein stationäres Terminal für den Umschlag von LNG, Methan, CO2 und später einmal Wasserstoff errichtet werden. Der Rat der Stadt Wilhelmshaven hat sich nun am 21. Januar mehrheitlich dafür entschieden, den Schutz für das Gebiet zu senken und den Flächennutzungsplan zu ändern. Die Umweltverbände NABU, BUND, DUH und ein Ratsherr wollen dagegen klagen. Oberbürgermeister Carsten Feist sowie der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband Jade befürworten den Beschluss. Für die Tiere würden auf fünf anderen Flächen mit insgesamt 400 Hektar höherwertige Ausweichflächen geschaffen, so Feist.

Der Anfang der 1970er-Jahre durch Eindeichung und Sandaufspülung als Industriegelände angelegte Voslapper Groden ist seit 2007 nach EU-Vogelschutzrichtlinie geschützt und Teil des Schutzgebietsnetzes Natura 2000 der EU. Das Gebiet umfasst gut 267 Hektar und liegt zwischen einer Raffinierie und einer Chemiefabrik; unweit des Jade-Weser-Ports.

Aufgrund einen mangelhaften Umsetzung der Vogelschutzrichtlinie läuft schon jetzt ein Verfahren der EU-Kommission gegen Deutschland.

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(Infos: https://taz.de/Entscheidung-ueber-Gas-Terminal/!6144940&s=gas/ / 14.01.2026

sowie

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/ … / 22.01.2026)

Am Morgen des 15. Januar 2023 befand sich der Autotransporter SUPREME ACE auf dem Weg von Emden nach Davisville/USA. Seit der Abfahrt in Emden hatten Wind und Seegang stärker zugenommen, als die Wettervorhersagen dies hatten erwarten lassen. Nach der fortlaufenden Evaluierung der Gegebenheiten vor Ort durch die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) wurde die Versetzung des Lotsen auf den Lotsentender BORKUM trotzdem durchgeführt.

Während des Übertritts des Lotsen von der Lotsenleiter auf die BORKUM sackte diese unvermittelt in ein tiefes Wellental, woraufhin der Lotse ins 7 °C kalte Wasser fiel. Durch den koordinierten Einsatz der Tenderbesatzung konnte der Lotse etwa zehn Minuten später gerettet und auf den Tender verbracht werden. Nach der Erstversorgung im Aufenthaltsraum wurde er von einem Rettungshubschrauber ins Klinikum Emden verbracht.

Es besteht die Möglichkeit, den Unfall-Bericht im Internet herunterzuladen.

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(Infos: https://www.bsu-bund.de/DE/Aktuelles/neueVeroeffentlichungen/neueUnfallberichte_node.html / 22.01.2026)

Durch Sandabbau und das Deponieren von Hafenschlick werden in den Küstengewässern der Nordsee jährlich 200.000.000 Tonnen Sediment umgelagert. So viel wie die Nordseeströmung und alle Anrainer-Flüsse zusammen natürlicherweise verlagern. Das zeigt eine neue Studie, in der erstmals umfassende Daten über Baggertätigkeiten an den Nordseeküsten ausgewertet wurden. Besonders stark betroffen davon ist das Wattenmeer.

Aber verklappter Sand und Hafenschlick verbleiben nicht dort, wo man sie verklappt hat, sondern vertreiben mit der Zeit durch die Wasserströmung. Oftmals lagern sie sich dann wieder in Häfen und Fahrrinnen ab – die dann erneut ausgebaggert werden.

Die Entnahme von Sand aus dem Meer hat noch einen weiteren Nachteil: Sie setzt viel Kohlenstoff frei. Der hatte sich mit den Überresten von Algen und anderen Meerestieren im Meeresboden abgelagert. Weltweit wird die Menge an so aufgewirbeltem Kohlenstoff auf bis zu 500 Millionen Tonnen jährlich geschätzt, die aber bisher in Kohlenstoffbudgets menschlicher Aktivitäten gar nicht berücksichtigt wurden.

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(Infos: https://www.nature.com/articles/s41467-025-68105-5 / 21.01.2026)

Der vor Rügen auf Reede liegende Öltanker „Eventin“ darf von deutschen Behörden weiterhin weder verkauft noch anderweitig genutzt werden. Das entschied der Bundesfinanzhof mit Sitz in München im Dezember und bestätigte damit eine frühere Entscheidung zugunsten der Schiffseigner.

Der unter panamaischer Flagge fahrende Tanker war im Januar 2025 vor der deutschen Ostseeküste treibend beschlagnahmt worden. Zuvor hatte das Schiff Russland mit rund 100.000 Tonnen Rohöl im geschätzten Wert von etwa 40 Millionen Euro verlassen. Nach Angaben des Gerichts befand sich die „Eventin“ auf dem Weg nach Indien. Deutsche Behörden gehen davon aus, dass der Tanker Teil einer sogenannten russischen Schattenflotte ist. (…) Branchenexperten warnen seit Längerem, dass diese oft schlecht gewarteten und vielfach unzureichend versicherten Schiffe erhebliche Sicherheits- und Umweltrisiken darstellen. (…)

Der Fall unterstreicht einmal mehr die rechtlichen Grenzen staatlichen Handelns bei der Durchsetzung von Sanktionen auf See und zeigt die strukturellen Defizite im europäischen Sanktionsregime auf. (…)

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(Infos: https://marineforum.online/oeltanker-eventin-praezedenzfall-sanktionen/ / 21.01.2026)

Die Erneuerung des Tiefenwassers im Nordatlantik hat sich deutlich verlangsamt. Das belegt eine neue GEOMAR-Studie. Demnach nimmt das „Alter“ der Wassermassen im Nordatlantik seit den 1990er-Jahren kontinuierlich zu. Was einen Hinweis auf eine Abschwächung des atlantischen Strömungssystems gibt. Dieser Trend ist demnach nicht allein auf natürliche Schwankungen zurückzuführen, sondern ein Signal des Klimawandels. Eine verlangsamte Zirkulation hat weitreichende Folgen für die Klimaregulation sowie für Sauerstoffversorgung und Kohlenstoffaufnahme des Ozeans.

Der Ozean wird ständig „belüftet“, wenn Oberflächenwasser absinkt und dabei beispielsweise Sauerstoff und Kohlenstoff in größere Tiefen transportiert. Wie effizient dieser Prozess ist, lässt sich über das sogenannte Wasseralter abschätzen: Es beschreibt die Zeitspanne seit dem letzten Kontakt einer Wassermasse mit der Atmosphäre.

Ein zunehmendes Wasseralter geht mit einer abnehmenden Belüftung einher, was weniger sauerstoffreiches Wasser in die Tiefe gelangen lässt. Der Sauerstoffgehalt in tieferen Wasserschichten nimmt dabei ab. Was gravierende Folgen für die marinen Ökosysteme haben kann.

Modelle zeigen, dass Veränderungen in der Tiefenwassererneuerung äußerst träge sind: Wird die Zirkulation einmal geschwächt, kann dieser Zustand über Jahrhunderte fortbestehen – selbst bei sinkenden Treibhausgasemissionen.

Die Studie konzentriert sich auf Wassermassen mit einem Alter von bis zu etwa 200 Jahren.

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(Infos: https://doi.org/10.1038/s41467-025-67923-x / 20.01.2026)

Ein Meilenstein im weltweiten Meeresschutz: Nach rund 20 Jahren internationaler Verhandlungen tritt am 17. Januar 2026 das „Abkommen zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der marinen biologischen Vielfalt in Gebieten jenseits nationaler Hoheitsgewalt“ in Kraft. Das Abkommen ist der erste völkerrechtlich verbindliche internationale Vertrag zum Schutz der biologischen Vielfalt auf Hoher See, die rund zwei Drittel (ca. 64 %) der Weltmeere umfasst. Die Deutsche Allianz Meeresforschung e.V. (DAM) begrüßt dieses UN-Rahmenabkommen.

Die Ziele des UN-Hochseeschutzabkommens sind:

– den Verlust der Artenvielfalt zu stoppen,

– die Gesundheit der Ozeane wiederherzustellen und zu erhalten, sowie

– globale Gerechtigkeit im Umgang mit Meeresressourcen zu fördern.

Das UN-Abkommen erlaubt den Vertragsstaaten unter anderem, Meeresschutzgebiete auf Hoher See einzurichten. Es sieht zudem Regelungen vor, wie Gebiete unter Schutz gestellt werden können – im Streitfall sogar durch eine Abstimmung der UN-Mitgliedstaaten. Drei Viertel aller Stimmen genügen. Auf diese Weise soll es doch noch gelingen, bis zum Jahr 2030 mindestens 30 Prozent der Meeresfläche durch Schutzgebiete und andere Maßnahmen zu schützen und nachhaltig zu nutzen. Aktuell stehen weniger als ein Prozent der Hohen See unter Schutz.

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(Infos: https://www.meere-online.de/themen/management/fokus-meeresschutzgebiete / 17.01.2026)

Vor Wilhelmshaven liegen zwei schwimmenden LNG-Importterminals: die HOEGH ESPERANZA seit Ende 2022 und die EXCELSIOR seit August 2025. Erstere nutzt von Anbeginn an, zur Erhaltung der Durchflussfähigkeit ihrer Wasserrohre, die sogenannte Elektrochlorierung. Mit der EXCELSIOR sollte es allerdings keine weitere Chlorierung des Wattenmeeres geben. Auf ihr wird ein chlorfreies Ultraschallverfahren für denselben Zweck genutzt.

Das soll wohl nun hin zum Chlorgebrauch geändert werden. Und das trotz der Nähe zum geschützten Nationalpark Wattenmeer.

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(Infos: www.noz.de/deutschland-welt/panorama/artikel/lng-terminals-wilhelmshaven-umweltverschmutzung-koennte-zunehmen-49748359 / 15.01.2026)

Süddeutsche Zeitung und Tagesschau berichteten, dass deutsche Behörden einem Tanker der russischen Schattenflotte am 10. Januar erstmals die Durchfahrt durch deutsche Hoheitsgewässer untersagt hätten. Der TAVIAN sei aufgrund ihrer gefälschten IMO-Nummer eine Fahrt durch die deutsche Ostsee von der Bundespolizei verweigert worden. Daraufhin habe das Schiff in Richtung Murmansk gewendet. Der entsprechende Hinweis an die zuständigen Ministerien und ihnen angeschlossenen Behörden erging am 9. Januar von Greenpeace.

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(Infos: presseportal.greenpeace.de / 15.01.2026)

Auf See bei Segel-Törns und -Regatten erfasste Daten für die Klimaforschung erweisen sich als wertvoll. Eine aktuelle Studie hat gezeigt, dass diese Daten dazu beitragen können, Schätzungen der marinen Kohlenstoffsenke zu verbessern.

Die Ozeane nehmen aktuell mehr als ein Viertel des menschengemachten Kohlendioxids (CO2) auf. Daher ist es für die Klimaforschung wichtig, das möglichst genau zu quantifizieren. Forschende haben dafür Millionen Aufzeichnungen von Schiffen, Bojen, Messrobotern und Segeldrohnen im Surface Ocean CO2 Atlas (SOCAT) zusammengetragen. Allerdings decken diese Daten nur einen kleinen Teil des Weltozeans ab.

Die Datenlage in Schlüsselregionen wie der Antarktis ist dabei besonders lückenhaft. Somit erhalten gesammelte Beobachtungsdaten, die auch eine Weltumseglung umfassen, einen großen Einfluss auf die Schätzung der regionalen Kohlenstoffaufnahme, insbesondere im Südlichen Ozean. Weitere Beobachtungen werden laut der Forschenden laufend benötigt.

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(Infos: https://www.science.org/doi/10.1126/sciadv.adz1502 / 13.01.2026)

Auf der Nordsee trieb am 5. Januar ein 60 Meter langer Ponton im Wasser. Der leere Ponton hatte sich von einem Schlepper losgerissen – Gefahr für die Schifffahrt! Die (alte) GS MELLUM sicherte die Situation vor Ort ab. Währenddessen übernahm der Notschlepper NORDIC den Ponton in Schlepp.

Am Mittwoch geriet eine Yacht wegen Manövrierunfähigkeit auf der Nordsee in Not. Im Einsatz waren der DGzRS-Rettungskreuzer HERMANN MARWEDE und ein Marine-Hubschrauber. Letzterer nahm den Segler per Seilwinde auf.

Die GS MELLUM suchte das verlassene Segelboot bei Dunkelheit und Extremwetter und fand es nordwestlich von Helgoland. Eine Bergung war zu diesem Zeitpunkt nicht möglich. Somit wurde die Yacht am folgenden Tag erfolgreich vom Notschlepper NORDIC geborgen.

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(Infos: www.gdws.wsv.bund.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/ / 09.01.2026)

Im Rhein schwimmt ein Vielfaches mehr Müll Richtung Nordsee als bislang angenommen. Über 16 Monate sammelten und klassifizierten Forschende der Universitäten Bonn und Tübingen (u.a.) Makromüll mit einer schwimmenden Müllfalle. Hochrechnungen ergaben dazu, dass rund 53.000 Teile Makromüll täglich den Rhein in Köln passieren. Jährlich entspricht das einem Gesamtgewicht von 2169 Tonnen. Besonders wichtig war dabei die lange Messdauer und dass Tag und Nacht gemessen wurde.

Auf den gesamten Rhein hochgerechnet, liegen diese Zahlen damit um das 22- bis 286-fache höher als bisherige Schätzungen aus anderen Studien. Einwegprodukte aus Kunststoff machen dabei 40 Prozent aus. Mehrwegprodukte lediglich weniger als acht Prozent. Hauptquellen sind dem zufolge mit über 50 Prozent Dinge, die von privaten Verbrauchern genutzt werden.

Eine Ausweitung des Pfandsystems auf Flaschen und Verpackungen könnte somit zu einer nachhaltigen Verringerung der Müllmenge in Flüssen führen.

Zudem Auffällig: Steigende Wasserpegel spülen den zurückgelassenen Müll am Ufer in den Fluss und nach Silvester schwimmen die Reste zahlreicher Feuerwerkskörper im Rhein.

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(Infos: www.nature.com/articles/s44458-025-00007-5 / 08.01.2026

Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass gängige Schadstoffe die zelluläre Energieproduktion bei wildlebenden Seevögeln stören und möglicherweise deren Fitness beeinträchtigen. Die Forschenden fanden heraus, dass weit verbreitete Schadstoffe wie Quecksilber und bestimmte per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) die Funktion der Mitochondrien beeinträchtigen. Das sind die winzigen Kraftwerke in den Zellen, die Energie für Aktivitäten vom Flug bis zur Fortpflanzung erzeugen. Chemische Verschmutzung gilt aufgrund ihrer Unauffälligkeit und vielfältiger Auswirkungen als eine der komplexeren Bedrohungen für marine Ökosysteme.

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(Infos: https://www.bi.mpg.de/hau/de / 08.01.2026)

Letzten Sommer hat die Nordsee, seit Messbeginn 1969, mit 15,7 Grad die höchste Temperatur erreicht. Somit teilweise um zwei Grad höher, als im langjährigen Mittel. Besonders von April bis September erreichte der Wärmeinhalt neue Rekorde. Mit der Erwärmung steigt auch der Meeresspiegel. Auch Sturmfluten erreichen dadurch höhere Wasserstände. Analysen zeigen, dass die Erwärmung in der gesamten Wassersäule stattfindet.

In Cuxhaven stieg der Meeresspiegel seit 1900 um über 25 Zentimeter, in Warnemünde um knapp 20 Zentimeter.

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(Quelle: bsh.de/DEUTSCHE SEESCHIFFFAHRT / 07.01.2026/04/2025)

Vergangenes Wochenende hat das neue Gewässerschutzschiff GS MELLUM ihren Platz auf der Werft Abeking&Rasmussen in Lemwerder verlassen und liegt nun weiter flussabwärts auf der FassmerWerft in Berne, wo jetzt die Anklemmarbeiten nun im Vordergrund stehen. Hier wurde zuletzt noch die neue GS SCHARHÖRN ausgestattet.

Aus dem Industriehafen in Bremen ist gestern die neue GS NEUWERK, Schiff Nummer drei, nach Lemwerder verholt worden. Nach bereits eingespieltem Muster starten in diesen Tagen die Arbeiten zum Innenausbau mit dem Kabelzug. Rund 650 Kilometer Kabel liegen bereit, um baugleich, wie in den beiden Schwesterschiffen, verbaut zu werden.

Die drei Neubauten sollen ihre namensgleichen älteren sowie schwächeren Schwestern mit den Baujahren 1974, 1984 und 1988 ablösen.

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(Infos: www.gdws.wsv.bund.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/ / 06.01.2026

Sie führte zu den bisher höchsten gemessenen Sturmflutwasserständen an nahezu allen Pegeln der deutschen Nordseeküste: Die schwere Sturmflut vom 03. Januar 1976 war gewaltiger als die Flutkatastrophe von 1962. Sie ist heute aber weniger im Bewusstsein der Menschen an der Küste verankert. Ein Grund: die nach den verheerenden Folgen der 62er Sturmflut ergriffenen Maßnahmen zeigten vielerorts Wirkung.

Obwohl die Wasserstände fast 50 Zentimeter höher lagen, als im Frühjahr 1962 blieben weitreichende Überflutungen bewohnter Flächen aus. Allerdings mit einigen Ausnahmen. Menschen kamen nicht ums Leben. Dieser Umstand sei vor allem den Lehren zu verdanken, die man aus den schweren Sturmfluten 1962 mit über 300 Toten und rund 60 Deichbrüchen sowie 1953 mit über 2.000 Opfern gezogen hätte. Die Küste wäre unterm Strich besser vorbereitet.

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(Infos: NLWKN / Januar 2026)

>>>Ab hier nach unten aus dem Jahr 2025<<< [/av_toggle] [av_toggle title='Elbvertiefung hat fast nichts gebracht / 30.12.2025′ tags=“ custom_id=“ av_uid=’av-7ybe1h‘]

Eine Studie aus 2025 erhebt Zweifel am Nutzen der Elbvertiefung für den Hamburger Hafen. Die beiden Autoren der Freiburger Denkfabrik Centrum für Europäische Politik, Vöpel und André Wolf, begründen ihre Einschätzung unter anderem damit, dass zurückliegende Elbvertiefungen keine neue Handelsdynamik ausgelöst hätten. Man hätte darauf gesetzt, dass mit der Elbvertiefung mehr größere Containerschiffe Hamburg anlaufen würden. Das sei aber nicht der Fall, so Vöpel.

Die Baggerkosten für die Strecke zwischen der Elbmündung und dem Hamburger Hafen hätten 2023 insgesamt 232 Millionen Euro betragen. Setze man die Mehrkosten der Baggerarbeiten in Relation zur Zahl der Schiffsanläufe, die den Tiefgang genutzt haben, hätte man pro Schiff 1,25 Millionen Euro investiert. Dabei liege Hamburg auf den Asien-Europa-Routen etwa am Schluss. Durch die geringe Restbeladung der Schiffe auf der Elbe würden die maximalen Fahrrinnentiefen meist keine Rolle spielen, heißt es in der Studie. Nur 5,9 % der in Hamburg einlaufenden und 13,6 % der auslaufenden Schiffe hätten im vergangenen Jahr den tideabhängig möglichen Tiefgang der Elbe komplett genutzt.

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(Quelle: Newsletter RETTET DAS CUX-WATT / 30.12.2025)

Eine Langzeitstudie hat ergeben, dass sich die Fischfauna in der Elbmündung dramatisch verändert und der Fischbestand in der Elbe, überwiegend auf Grund einer Zunahme von Schwebstoffen, infolge der Ausbaggerungen der Unterelbe um 90 Prozent gesunken ist. Diese Schwebstoffe hätten wichtige Aufwuchsgebiete verschlickt. Zudem erschwere die hohe Wassertrübung vielen Fischen den Nahrungserfolg. Und damit auch den anliegenden Vögeln.

Geringere Niederschläge und geringere Abflüsse hätten damit die Schwebstoffproblematik verschärft: Weniger Sedimente würden so aus dem Mündungsgebiet gespült. Zudem steige der Salzgehalt in vormals weniger salzhaltigen Bereichen und störe das ökologische Gleichgewicht.

NDR-Beitrag dazu: www.ndr.de/nachrichten/hamburg/langzeitstudie-90-prozent-weniger-fische-in-der-elbmuendung,elbe-140.html

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(Quelle: Newsletter RETTET DAS CUX-WATT / 30.12.2025)

In einem Schreiben des Umweltministers von Schleswig-Holstein (Tobias Goldschmidt) an die Wirtschaftssenatorin von Hamburg (Dr. Melanie Leonhard) wirft er der Hamburger Hafenbehörde (HPA) vor, belastetes Baggergut am Rande des Wattenmeers am Neuer Lüchtergrund (NLG) zu verklappen. Diese Verklappungen seien ökologisch verwerflich und würden ohne Not erfolgen.

Ein im Auftrag von Schleswig-Holstein erstelltes Rechtsgutachten komme nämlich zu dem Ergebnis, dass die Schlickverklappung aus Hamburg vor der Elbmündung illegal sei. Dieses Gutachten prüfe nun, den Einklang der dortigen Verklappungen mit dem Europa- und Naturschutzrecht.

Die Verklappungen am NLG und nicht bei Tonne E3 bedeuten für die HPA eine wesentliche Kostenersparnis aufgrund der kürzeren Strecke der Baggerschiffe. Es werde jedoch verschwiegen, dass in der aktuellen Auswirkungsprognose ausschließlich Verklappungen der Bundeswasserstraßenverwaltung am NLG vorgesehen sind. Nicht jedoch von der HPA aus dem noch stärker belasteten Hafenbereich.

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(Quelle: Newsletter RETTET DAS CUX-WATT / 30.12.2025

Tief vor Grönlands Westküste wächst ein eisiges Riff aus Gashydraten. Das tiefste bislang gefundene. Und es steckt voller Leben. Das Ökosystem basiert hier auf Mikroben, die sich von austretenden Kohlenwasserstoffen und Sulfiden ernähren.

Die erhobenen Strukturen auf dem Tiefseeboden erinnern an die bekannten Schwarzen Raucher. Allerdings tritt hier jedoch kein heißes, mineralreiches Wasser aus, sondern Methan, Sulfidverbindungen und Rohöl. In der Kälte und unter dem Druck des Tiefenwassers gefriert ein Teil des Methans zu Gashydraten, eisartigen Verbindungen aus Wasser mit gasförmigen Kohlenwasserstoffen.

Trotz der extremen Bedingungen leben hier zahlreiche Lebewesen im Umfeld der Gasaustritte, darunter Röhrenwürmer, Schnecken und Krebstierchen, die sich von den vorhandenen Bakterienrasen ernähren – oder von den Arten.

Es gibt Vermutungen, dass es noch mehr solcher Eisriffe vor Grönland geben könnte. Das Leben an ihnen sei wahrscheinlich mitentscheidend für die Artenvielfalt der Tiefsee vor Ort.

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(Infos: https://www.spektrum.de/news/tiefsee-tiefstes-eisriff-ist-heimat-fuer-zahlreiche-tiere/ … / 29.12.2025)

Eine Besonderheit zum Jahreswechsel ist die Wurfzeit der Kegelrobben. Anders als die Seehunde, welche ihre Jungen im Sommer zur Welt bringen, werfen die Kegelrobben ihre jungen zur Winterzeit.

Auch auf Amrum gibt es Bereiche, an denen alljährlich Kegelrobben ihre Jungen zur Welt bringen. Die schutzgebietsbetreuenden Vereine sind daher gerade zu Weihnachten und den Jahreswechsel aktiv im Gebiet unterwegs, um Ruhezonen für die Tiere einzurichten.

Temporäre Abzäunungen und mögliche Wegsperrungen sowie Beschilderungen bitten wir daher zu beachten und Abstand zu Kegelrobben und Seehunden zu halten.

Gern können Sie Sichtungen und Beobachtungen über die Robben App der Nationalparkverwaltung melden.

Gemeinsam Rücksicht nehmen – ein ruhiges Jahresende für Mensch und Wildtiere auf Amrum

Zum Jahresende kehrt für viele Menschen Ruhe und Besinnlichkeit ein. Über die Feiertage ruhen zahlreiche Tätigkeiten, Familien kommen zusammen und der Alltag verlangsamt sich. Auch in der Natur wird es im Winter stiller – doch für Wildtiere ist diese Zeit alles andere als leicht. Stürmische, kalte und teils eisige Bedingungen kosten viel Kraft und Energie. Umso wichtiger ist es, Tiere nicht zusätzlich zu stören und bestehende Schutz- und Ruhezonen konsequent einzuhalten.

Gerade in den Wintermonaten sind Wildtiere auf ungestörte Rückzugsräume angewiesen. Jede unnötige Störung kann wertvolle Energie kosten, die für das Überleben dringend benötigt wird.

Eine besondere Rolle spielt der Jahreswechsel für die Kegelrobben: Anders als Seehunde, die ihre Jungen im Sommer zur Welt bringen, bekommen Kegelrobben ihre Jungen mitten im Winter. Auch auf Amrum gibt es jedes Jahr Bereiche, in denen Kegelrobben ihre Jungtiere gebären.

Deshalb sind die schutzgebietsbetreuenden Vereine im Einsatz, um Ruhezonen einzurichten und die Tiere bestmöglich zu schützen.

Bitte beachten Sie temporäre Abzäunungen, mögliche Wegsperrungen und Hinweisschilder. Halten Sie ausreichend Abstand zu Kegelrobben und Seehunden – jede Störung kann wertvolle Energie kosten.

(Quelle: www.amrum-news.de/2025/12/27/ … / 27.12.2025)

Die Insel Spiekeroog hat zwei neue „Tore zum Nationalpark“ aufgestellt. Sie markieren die Übergänge vom Dorf in das umliegende Weltnaturerbe Wattenmeer und sollen Gäste noch deutlicher darauf aufmerksam machen, das sie ein einzigartiges und streng geschütztes Naturgebiet betreten.

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(Infos: Nordseebad Spiekeroog GmbH / 22.12.2025)

Der Ozean könnte deutlich mehr Kohlendioxid (CO2) aufgenommen haben als bisher berechnet. Eine neue Studie des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel und des Plymouth Marine Laboratory beweist, dass der Gasaustausch zwischen Luft und Meer nicht symmetrisch verläuft, sondern der globale Ozean rund 15 Prozent mehr CO2 bindet, als gängige Berechnungen nahelegen. Besonders in windreichen Regionen verstärken Luftblasen in brechenden Wellen die Aufnahme von CO2. Die Ergebnisse basieren auf umfangreichen direkten Messungen aus dem Ozean.

(Infos: www.geomar.de/n10127 / 18.12.2025)

Das neu gebaute Gewässerschutzschiff GS SCHARHÖRN ist nun in seinem zukünftigen Heimathafen Kiel angekommen. Die Werft Abeking & Rasmussen in Lemwerder hat das Schiff im Auftrag der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) gebaut und auf der Fassmer Werft in Berne fand die Endausrüstung statt. Sie ist die erste von drei weitgehend baugleichen Schwesterschiffen. Als zweites Schiff werden voraussichtlich Mitte 2026 die MELLUM und 2027 die NEUWERK fertiggestellt werden. Die drei sollen ihre namensgleichen älteren sowie schwächeren Schwestern mit den Baujahren 1974, 1984 und 1988 ablösen.

Der SCHARHÖRN steht nun noch eine Probefahrt nach Norwegen bevor, wo ihr Pfahlzug von 145 Tonnen getestet wird. Dem folgen dann noch weitere Erprobungsfahrten zur Abnahme ihrer zahlreichen Anlagen wie Sonar, der Feuerlöschtechnik, Öl- und Chemikalien-Unfallbekämpfungsanlagen sowie Bordkran.

Zwischen April und Ende Juni 2026 soll das 105 Meter lange Schiff dann in Kiel getauft und in Betrieb genommen werden.

(Infos: www.gdws.wsv.bund.de / 18.12.2025)

Die SDN nimmt die aktuelle Gesetzgebungsabsicht eines „Infrastruktur-Zukunftsgesetzes“ (INZukunftsG) mit größter Sorge zur Kenntnis.

Die Bundesregierung will deutlich mehr Tempo bei der Sanierung sowie dem Ausbau von Brücken, Bahnstrecken, Autobahnen, Wasserstraßen, Lkw-Parkplätzen oder Kraftwerken erreichen. Damit befasst sich ein 116-seitiger Gesetzentwurf aus dem Bundesverkehrsministerium, der am 17. Dezember im Kabinett behandelt wurde und Mitte 2026 im Bundestag verabschiedet werden soll.

Mit ihm erfahren zentrale Schutzinstrumente zugunsten einer pauschal privilegierten Infrastruktur eine systematische Entwertung. Aus Sicht der SDN ist eine solche Pauschalierung gerade im Küsten- und Meeresraum fachlich nicht vertretbar, selbst wenn umweltrechtliche Regelungen angeblich weiterhin noch verbindlich sein sollen. Das dann allerdings nur noch im Rahmen eines „angemessenen Verhältnises“.

Ein zentraler Hebel dafür soll das „überragende öffentliche Interesse“ werden.

Der Gesetzentwurf ist aus Sicht der Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V. so nicht zustimmungsfähig.

(Infos: www.sdn-web.de / 17.12.2025)

Von Europas Naturschutzgebieten profitieren Flussökosysteme bislang nur sehr begrenzt. Das zeigen die Ergebnisse einer neuen Studie der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Das internationale Forschungsteam untersuchte den Zustand von Flüssen an über 1.700 Stellen in zehn europäischen Ländern über einen Zeitraum von fast vier Jahrzehnten. Das Ergebnis: Bestehende Schutzgebiete brachten auch über Jahrzehnte hinweg nur in wenigen Fällen messbare Verbesserungen.

Nur dort, wo große Teile des Flusseinzugsgebiets geschützt waren, konnten Verbesserungen bei der Artenvielfalt und Wasserqualität festgestellt werden. Kleinflächige Schutzmaßnahmen direkt am Ufer reichen demnach offensichtlich nicht aus, um Flüsse wirklich zu entlasten.

Das Forschungsteam plädiert von daher dafür, den Gewässerschutz künftig ganzheitlich zu planen. Statt isolierter kleiner Schutzflächen müsse das gesamte Einzugsgebiet eines Flusses in den Blick genommen werden – von der Quelle bis zur Mündung.

(Infos: www.nature.com/articles/s41467-025-67125-5 / 17.12.2025)

Vor rund 1.000 Jahren begannen die Menschen die Küsten der Nordsee dauerhaft zu besiedeln. Sie begannen mit dem systematischen Deichbau. Dieses Bemühen wurde jedoch immer wieder von verheerenden Sturmfluten gestört.

Allerdings haben sie heute im Vergleich zu Früher dazugelernt. Die modernen Deichlinien des „Goldenen Ringes“ sind wehrhaft gegenüber schweren Sturmfluten. Von daher brauchen sie sich nicht damit zu befassen, „tiefer liegende Küstenregionen“ vollständig zu verlassen. Trotz des Aufrufs der beiden Berliner Institutionen DMG* und DPG*.

Die wahre Gefahr kommt aus Sicht der SDN heute eher durch Binnenhochwässer und einer mangelnden Bereitschaft in Schöpfwerke an den Auslaufbauwerken der Deichlinie zu investieren. Einen aufmerksamen Blick verdiene aber der Meeresspiegelanstieg. Er beträgt laut Forschungsstelle Küste im NLWKN* durchschnittlich 2,5 mm pro Jahr.

Mit Blick in die Zukunft sollte man besser zügig damit beginnen, die Deichlinien zu verstärken, Kleilagerstätten für zukünftige Deichbaumaßnahmen vorzuhalten und an besonders gefährdeten Deichabschnitten über eine zweite Deichlinie nachzudenken.

(Infos: www.sdn-web.de / 14.12.2025)

*DMG – Deutsche Meterologische Gesellschaft

*DPG – Deutsche Physikalische Gesellschaft

*NLWKN – Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz

Ist Seegras die „Wunderwaffe aus dem Meer“ gegen die Erderhitzung und das Artensterben in den Ozeanen? Bislang vielfach unterschätzt, häufen sich mittlerweile die Erkenntnisse zur überragenden Bedeutung von Seegraswiesen als CO₂-Senken und Biodiversitäts-Hotspots. Pflanzenschutz steht meist weniger stark im Fokus als der Schutz von Tieren. Seegras jedoch könnte ein Beispiel dafür werden, wie sich die sogenannte „Pflanzenblindheit“ überwinden lässt.

Je nach Standort haben die Meereswiesen eine 30- bis 50-mal höhere CO₂-Senkungsrate als Wälder. Die Wiesen produzieren Unmengen an lebenswichtigem Sauerstoff, sind unverzichtbar für die Artenvielfalt, für den Küstenschutz und als Biofilter. Zudem dämpfen sie lokal die Meeres-Versauerung. Überdies ist Seegras eine bedeutende Nahrung für Zugvögel – beispielsweise für die Ringelgänse während ihres Herbstzuges durch das Wattenmeer.

An deutschen Küsten leben zwei Arten: Großes Seegras (Zostera marina) und Zwergseegras (Zostera noltei). Beide gelten als nicht gefährdet. Allerdings ist mittlerweile circa ein Viertel aller Seegrasarten bedroht und steht auf der Roten Liste. Die Hauptgründe hierfür sind Meeresverschmutzung ( Eintrag von Stickstoff und Phosphat und verschlechterte Lichtdurchlässigkeit des Meerwassers) sowie Erwärmung, Grundschleppnetzfischerei und Tourismus.

(Infos: www.stiftung-meeresschutz.org/foerderung/seegraswiesen-seegras-renaturierung/ / 14.12.2025)

Auf Grundlage des Landes-Lärmschutzrechts beschloss der Amtsausschuss des Amtes Föhr-Amrum im März 2025, ein flächendeckendes Abbrennverbot für Silvesterfeuerwerk auf Föhr und Amrum zu erlassen. Dieser Schritt entsprach dem lang gehegten Wunsch von Einheimischen und Gästen und fand große Zustimmung. Parallel dazu haben sich die Einzelhändler beider Inseln bereits im Juni 2025 freiwillig dazu entschieden, auf den Verkauf von Silvesterfeuerwerk zu verzichten. Dies wurde in einer entsprechenden gemeinsamen Vereinbarung festgehalten. Gegen dieses auf Lärmschutz gestützte Abbrennverbot des Amtes Föhr-Amrum ist ein in Niedersachsen ansässiges, bundesweit tätiges Feuerwerksunternehmen im Wege des Eilrechtsschutzes vor dem OVG vorgegangen. Mit Beschluss vom 09.12.2025 (Az. 5 MR 2/25) hat das OVG dem Antrag im Eilverfahren stattgegeben und die Verordnung vorläufig bis zu einer Entscheidung in der Hauptsache außer Vollzug gesetzt.

Das Amt Föhr-Amrum bedauert, dass das inselübergreifende Abbrennverbot nun nicht wie geplant umgesetzt werden kann. „Für die Menschen auf den Inseln sowie für die Natur und Umwelt, gerade aufgrund unserer besonderen Lage im UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer, hätten wir uns ein anderes Ergebnis gewünscht.“, erklärt Amtsdirektor Christian Stemmer. Die Föhr Tourismus GmbH (FTG) wurde von der Entscheidung des OVG ebenfalls überrascht.

Auf Privatinitiative wurde bereits die OnlinePetition »EILT! Keine Silvesterknallerei auf Amrum!« gestartet.

Das Amt Föhr-Amrum als auch die beiden Tourismusorganisationen begrüßen zudem ausdrücklich, dass die relevanten Einzelhändler der Inseln weiterhin an ihrem freiwilligen Verkaufsverzicht von Feuerwerkskörpern festhalten. Dies ist ein starkes und verantwortungsbewusstes Zeichen der Inselgemeinschaft. Im Rahmen ihrer Bemühungen um Nachhaltigkeit auf den Inseln appellieren sie zudem an alle, die auf Föhr und Amrum Silvester feiern, auch ohne ein flächendeckendes Verbot vom Abbrennen von (mitgebrachten) Feuerwerkskörpern abzusehen.

(Infos: Amt Föhr-Amrum / 12.​12.​2025)

Ein Gerichtsbeschluss stellt das geplante Feuerwerksverbot auf Föhr und Amrum infrage. Die Inseln wollten aus Brand- und Naturschutzgründen ein generelles Abbrennverbot durchsetzen.

Der 5. Senat des Oberverwaltungsgerichts hat am 9. Dezember 2025 in einem Eilverfahren ein Komplettverbot für das Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen der Kategorie F2 am 31. Dezember und 1. Januar auf den Inseln Föhr und Amrum vorläufig gekippt. Ein Unternehmer, der Feuerwerkskörper verkauft, hatte gegen das Verbot geklagt.

Das Unverständnis auf den Inseln über diese Entscheidung ist groß.

(Infos: www.amrum-news.de/2025/12/11/gericht-kippt-boellerverbot… / 11.12.2025)

Eine neue Studie der Gesellschaft für Informatik e.V. erfasst und analysiert von KI erzeugte systemische Umweltrisiken. Demnach seien die Risiken struktureller Natur und könnten ökologische Schäden beschleunigen und Verantwortlichkeiten verwischen. Zudem trügen die ökologischen und sozialen Kosten oft nicht diejenigen, die durch KI an Profit und Produktivität gewinnen.

Neben direktem Energie- und Ressourcenverbrauch entstünden durch KI auch systemische Umweltrisiken. Diese Effekte seien weniger sichtbar als Strom- oder Wasserverbräuche, aber im Zweifel deutlich folgenreicher. Die Studie definiert systemische Umweltrisiken von KI als weitreichende, sektorübergreifende Schäden an Klima, Biodiversität, Süßwasser und anderen Erdsystemprozessen, die aus systemischen Wechselwirkungen resultieren und entstehen, wenn KI in soziale, ökonomische und physische Infrastrukturen eingebettet wird.

Ein zentraler Befund der Studie ist, dass systemische Umweltrisiken durch Machtkonzentration, begrenzte Governance, ökonomische Rahmenbedingungen und durch die Komplexität und Unvorhersehbarkeit vieler KI-Systeme begünstigt werden. Zudem zeigt die Studie eine ungleiche Verteilung von Vorteilen und Belastungen durch KI wie Profite, ökologische und soziale Kosten, Rohstoffe, Abfälle oder Belastungen verletzlicher Ökosysteme.

(Infos: https://dl.gi.de/handle/20.500.12116/47923 / https://dl.gi.de/items/eb1b3ac4-a1ac-4957-9a34-4f1fd0126874 / 04.12.2025)

Die Unternehmen aus der Seeschifffahrt werden in den nächsten Jahren in ihre Klimaneutralität investieren müssen. Sie sehen sich dazu mit einer Vielzahl von neuen regulatorischen Vorgaben konfrontiert, wie eine Nachhaltigkeits-Berichterstattung gemäß der EU-Richtlinie CSRD. Demnach müssen Reedereien künftig umfassend und transparent darstellen, wie sie mit Klimawandel, Biodiversität, Umwelt- und Sozialthemen entlang der gesamten Wertschöpfungskette umgehen.

Um die Mitgliedsunternehmen bei dieser wichtigen Aufgabe zu unterstützen, hat der Verband Deutscher Reeder den neuen Leitfaden „Nachhaltig auf Kurs“ entwickelt.

VDR-Nachhaltigkeitsleitfaden:

www.reederverband.de/wp-content/uploads/2025/11/VDR-Leitfaden-Nachhaltigkeit-final.pdf

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(Infos: DEUTSCHE SEESCHIFFFAHRT / Q4/2025)

Auf den Nordseeinseln Borkum, Norderney, Langeoog und Wangerooge gab es mit dem „Kippenmarathon“ eine gemeinsame Sammelaktion gegen Zigarettenkippen in der Umwelt. Bürger wie Gäste halfen aktiv mit, achtlos weggeworfene Kippen einzusammeln.

Mit 5,365 Kilogramm gesammelten Kippen erzielte Norderney dabei den ersten Platz. Auf allen vier Inseln zusammen wurden knapp 10,5 Kilogramm Zigarettenkippen gesammelt. Und ds, wenn man bedenkt, dass ein einziger Zigarettenstummel nur etwa 0,2 Gramm wiegt. Allein für Norderney sind das über 26.000 Kippen.

Umweltschädlich weggeworfene Zigarettenstummel gelangen mitsamt den zu thunderten enthaltenen Schadstoffen in erheblichem Maße direkt in die Nordsee.

(Infos: Bürgerbrief der Stadt Norderney „Jahresrückblick 2025 / Dezember 2025)

Unsere Nordsee ist einzigartig! Doch Fischerei, Schiffsverkehr, Plastikmüll oder Lärm von Offshore-Anlagen setzen ihr zu. Sie braucht dringend besseren Schutz – insbesondere für unsere heimischen Schweinswale, deren Bestände seit zwei Jahrzehnten zurückgehen. Am Beispiel dieser kleinen Wale wird deutlich, wie sehr die Artenvielfalt unter Druck gerät und wie notwendig effektive Schutzmaßnahmen sind. Daher bündeln jetzt Naturschutzverbände und ein wissenschaftliches Institut ihre Kräfte für den wirksameren Schutz der Nordsee und ihrer Schweinswale.

Ziel des Netzwerks ist es, durch Aufklärungsarbeit und Öffentlichkeitskommunikation ein Bewusstsein für den Schweinswal und seinen Schutz zu schaffen.

Die aktuell beteiligten Partner sind:

  • Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD), München

  • Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT), Bremen

  • Naturschutzbund Schleswig-Holstein e.V. (NABU SH)

  • Naturschutzgemeinschaft Sylt e.V.

  • Öömrang Ferian i.f. (Amrum)

  • Schutzstation Wattenmeer e.V.

  • Sölring Foriining e.V.

  • Verein Jordsand e.V.

  • WWF Wattenmeerbüro, Husum

Das Netzwerk ist offen für weitere Partner und Initiativen, die sich für wirksamen Meeresschutz und eine nachhaltige Nutzung der Nordsee engagieren möchten.

(Infos: www.schutzstation-wattenmeer.de/aktuelles/news-beitrag/neues-buendnis-fuer-schutz-der-nordsee/  / 28.11.2025)

Das Deutsche Schifffahrtsmuseum (DSM) / Leibniz-Institut für Maritime Geschichte in Bremerhaven organisiert am 24.11.2025 18:00 – 21:00 Uhr zusammen mit dem Alfred-Wegener-Institut (AWI) im Rahmen des EU-Interreg-Forschungsprojekts REMARCO eine Abendveranstaltung zum Thema Munition im Meer – Politische Perspektiven für die Nordsee.

Eintritt frei (Sprache English)

Anmeldung: https://umfrage.dsm.museum/index.php/598242?lang=de

Veranstaltung ist kostenlos.

(Infos: https://www.dsm.museum/kalender/munition-im-meer-politische-perspektiven-auf-die… / 24.11.2025)

Die SDN hat starke Bedenken gegen die beabsichtigte Verpressung von CO (CCS) unter dem Nordseegrund. Sie lehnt das als irrtümliche Lösung zum Klimaschutz entschieden ab!

Es fehle zum Beispiel eine Bilanzierung zum wirklichen Nutzen einer CO-Verpressung im Nordseeuntergrund. Ferner gäbe es keine Untersuchungen zur Umweltverträglichkeit und es läge ein Verstoß gegen die Vorgaben der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie der Europäischen Union vor.

Aus heutiger Sicht sei nach Ansicht der SDN ein gesetzliches Komplettverbot von CCS in Deutschland, die Streichung aller CCS-relevanten Regelungen aus den vorliegenden Entwürfen, eine konsequente Fokussierung auf Emissionsvermeidung statt Speicherung und eine verbindliche Beteiligung der Küstenländer an allen Entscheidungen zur Nordsee-Nutzung der einzig richtige Weg.

Es müssten viel stärker alternative Wege in den Blick genommen werden.

(Infos: www.sdn-web.de / 22.11.2025)

Die Zwergseeschwalbe (Sternula albifrons) ist Seevogel des Jahres 2026. Der Verein Jordsand macht mit dieser Wahl auf den immer geringeren Bruterfolg dieser kleinen Seeschwalbenart aufmerksam. Und somit auch auf ihren stark gefährdeten Bestand in Deutschland.

Seit 2014 kürt der Verein Jordsand jährlich eine Vogelart zum Seevogel des Jahres, die stellvertretend für eine akute Problematik steht, die eine besondere Bedrohung für eine Artengemeinschaft oder einen Lebensraum darstellt.

Seit 117 Jahren verschreibt sich der Verein Jordsand dem Schutz von Seevögeln an unseren Küsten. Er betreut rund 20 Schutzgebiete vorwiegend an Nord- und Ostsee, von Helgoland über das Nordfriesische und Hamburgische Wattenmeer, die Unterelbe, bis zur schleswig-holsteinischen und vorpommerschen Ostseeküste.

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(Infos: Verein Jordsand / 21.11.2025)

Eine neue Studie des Helmholtz-Zentrums Hereon zeigt, das der Meeresspiegelanstieg die Nordseeküste stärker bedroht, als bisher erwartet. Es gäbe zu wenig Sandablagerungen im deutschen Wattenmeer. Von daher würden die meisten Tidebecken in der Deutschen Bucht nicht mehr über ausreichend Sedimente verfügen. Nur neun der 24 vorhandenen Beckenhätten hätten über den Untersuchungszeitraum von 1998 bis 2022 eine Höhenzunahme, die den relativen Meeresspiegelanstieg übertraf, gezeigt.

Auf Basis ihrer Erkenntnisse wollen die Forschenden nun klären, warum die Sedimentation im Wattenmeer zurückgegangen ist.

(Infos: www.hereon.de/communication_media/news/119358/index.php.de / 21.11.2025)

Jetzt hat neben dem Bundestag (6.11.25) am 21. November 2025 nun auch der Bundesrat der unbeschränkten Anwendung von CCS im deutschen Zuständigkeitsbereich zugestimmt. Und das, obwohl auch der Weltklimarat (IPCC) CCS als teuerste und unsicherste Maßnahme mit dem geringsten Wirkungspotenzial zur CO2-Reduktion einstuft.

Deutschland misst dem sogar ein “überragend öffentliches Interesse” bei, mit dem nicht nur falsche Prioritäten und eine Beschneidung von Klagerechten einhergehen können. Vielmehr gehen damit auch noch Flächenkonkurrenz und eine Beschneidung von Natur- und Umweltbelangen einher.

Dabei: Für die Ewigkeitslast CCS gibt es einfach keine Langzeitsicherheit.

(Infos: BUND-Pressestelle / 21.11.2025)

Der flächige Ausbau der deutschen Nordsee zum Industriepark mit engen Schifffahrtswegen erhöht die Gefahr für Schiffshavarien. Zudem reduzieren sich damit die praktischen Möglichkeiten, negative Folgen zu reduzieren.

Auch wenn Havariegutachten rechnerisch von geringer Wahrscheinlichkeit ausgehen, kann der nächste Schiffsunfall schon gleich sein. Der Unfall des Frachters PETRA L im April 2023 mit dem Offshore-Windpark „Gode Wind 1“ nahe Juist bestätigt diese Befürchtung. Und solche Havarien können zu Katastrophen werden, die der Mensch nicht mehr bewältigen kann! Denn nur eine von ihnen könnte ausreichen, die südliche Nordsee samt Wattenmeer nebst Ästuaren als Lebensraum für Menschen und Tiere dauerhaft zu zerstören.

So müsste es dort, neben einer ausfallsicheren Seeraumüberwachung, an denkbaren Havariepunkten Not-Schlepper geben, die innerhalb einer Stunde, unter zuständigen Behörden-Zugriff und -Weisung, am Einsatzort sein können.

(Quelle: SDN)

Süßgewässer verlieren unter dem Einfluss vieler gleichzeitiger Belastungen schneller Arten als jedes andere Ökosystem. Ein Forschungsteam der Universität Duisburg-Essen hat erstmals vergleichend analysiert, wie verschiedene Stressfaktoren weltweit auf fünf Gruppen von Flussorganismen wirken. Landwirtschaft, Abwässer, Staudämme, Abschwemmung feiner Sedimente von Äckern und der Klimawandel verändern Qualität und Struktur von Süßwasser-Ökosystemen, vor allem von Flüssen.

Die Forschenden sichteten mehr als 22.000 Fachartikel und analysierten 1.332 Datensätze aus 276 Studien. Daraus entstand eine Zusammenfassung, die Belastungen und Reaktionen bei Mikroorganismen, Algen, Wasserpflanzen, wirbellosen Tieren und Fischen in Beziehung setzt. Über alle Gruppen hinweg stehen Belastungen in Zusammenhang: erhöhter Salzgehalt, Nährstoffanreicherung, Sauerstoffmangel, feine Sedimentablagerungen und Erwärmung treten oft gemeinsam auf und verschlechtern die Lebensbedingungen. Die Einflüsse wirken je nach Artengruppe unterschiedlich. Salz, Sedimente und Sauerstoffmangel schaden aber fast immer!

(Infos: https://doi.org/10.1038/s41559-025-02884-4 / 12.11.2025)

Eine Havarie des Tankers EVENTIN, der im vergangenen Januar mit russischem Rohöl stundenlang manövrierunfähig vor der Insel Rügen trieb, hätte die Küsten der Ostseeanrainerstaaten ökologisch schwer beschädigt. Die Auswirkungen eines Ölunfalls hätte Meeres- und Küstenschutzgebiete betroffen, die für das Überleben von Seevögeln, Meeressäugern und als Kinderstube vieler Fischbestände entscheidend sind. Zu diesem Ergebnis kommt Greenpeace auf Grundlage einer datenbankgestützten Simulationsstudie, die beim Helmholtz Zentrum Hereon in Auftrag gegeben wurde.

Das Institut hat mehrere Szenarien durchgerechnet. Die Strömungs- und Winddaten des BSH zeigen, wie sich 50.000 Tonnen Rohöl über einen Monat in der Ostsee verteilt hätten.

Allein bis zum 3.11.25 sind 296 beladene Tanker der Schattenflotte an der deutschen Ostseeküste vorbeigefahren, über die Hälfte davon von Sanktionen betroffen. 37 davon waren „Geistertanker“ und führten keine oder eine falsche Flagge.

(Infos: https://t1p.de/fruyl / 11.11.2025)

Die Artenvielfalt ist zu großen Teilen unbekannt. Deshalb haben sich acht deutsche Forschungseinrichtungen in der Initiative „Unbekanntes Deutschland“ mit dem Ziel zusammengeschlossen, bisher unentdeckte Arten systematisch zu erfassen, zu beschreiben, ihre ökologische Bedeutung besser zu verstehen und daraus Schutzmaßnahmen zu entwickeln.

Im ‚Catalogue of Life‘ werden derzeit 2,3 Millionen rezente Arten aufgelistet. Schätzungen der globalen Artenvielfalt reichen von fast 9 Millionen bis hin zu mehreren Milliarden Arten – wenn man berücksichtigt, dass der Großteil des Lebens aus mikrobiellen Arten besteht. Laut Artenlisten und den Bewertungen der Roten Liste Deutschlands leben in Deutschland derzeit etwa 48.000 Tierarten, 9.500 Pflanzenarten und 16.000 Pilzarten. Doch diese Zahlen geben längst nicht die ganze Vielfalt in den 16 Bundesländern wieder. Es gibt große Wissenslücken bei Insekten und anderen wirbellosen Tieren, Pilzen, Bakterien sowie Ein- und Mehrzellern.

(Infos: https://unbekanntes-deutschland.org / 10.11.2025)

Ab dem 18. November 2025 soll die Hälfte des deutschen Meeresschutzgebiets NSG Doggerbank für die Fischerei mit Grundschleppnetzen gesperrt werden. Darauf einigten sich Deutschland, die Niederlande und die Europäische Kommission Ende Oktober. Die Einrichtung dieser Schutzmaßnahmen wurde im Amtsblatt der EU (EU-Verordnung 2025/4706) veröffentlicht.

Außerdem wird im ca. 4.700 km² großen niederländischen Meeresschutzgebiet Doggerbank das Fischen mit Grundschleppnetzen auf fast 28 Prozent der Fläche verboten sein. Die britische Regierung verbot bereits 2022 die bodenberührende Fischerei in ihrem Teil der Doggerbank (12.000 km2), was die Rückkehr von Arten und die Erholung des Ökosystems fördert. Das deutsche NSG Doggerbank ist ca. 1.700 km2 groß. Da hier bislang Grundschleppnetzfischerei erlaubt war, blieb das vor acht Jahren eingerichtete Meeresschutzgebiet faktisch wirkungslos.

Die fast 18.000 km2 umfassende Doggerbank ist die größte Sandbank der Nordsee und ein wichtiger Lebensraum für Meerestiere wie Muscheln, Haie, Wale, Schweinswale, Delfine und Robben.

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(Infos: www.stiftung-meeresschutz.org/themen/fischerei/die-zerstoerung-der-doggerbank/ / 30.10.2025)

Das Forschungsprojekt „DynaCom“ will das Verständnis der Artenvielfalt auf Inseln erweitern. Nach einer zehnjährigen Phase mit Experimenten und Beobachtungen im Wattenmeer ist nun eine große Datenauswertung geplant. Forschende der Universität Oldenburg befassen sich insbesondere damit, wie ein Ökosystem gedeiht – und wie sich dieser Prozess verlässlich prognostizieren lässt.

(Infos: https://uol.de/icbm/msys/aktuelle-projekte/dynacom / 27.10.2025)

Die Grundlage der Nahrungskette im Meer, das Phytoplankton, geht zurück. Eine Studie findet für den Zeitraum von 2001 bis 2023 in einigen Meeresregionen zwar auch eine Zunahme der winzigen grünen Algen, doch global betrachtet ist der Trend rückläufig. Erfasst wurde bei der Studie die Menge an Chlorophyll A, dem wichtigsten Stoff für die Photosynthese von Phytoplankton. Die Konzentration des Stoffes ging weltweit um 0,00035 Milligramm pro Kubikmeter und Jahr zurück. An Flussmündungen sogar mehr als doppelt so viel. Diese Trends werden hauptsächlich durch steigende Meeresoberflächen-Temperaturen verursacht, die die Ozeanschichtung verstärken, den Nährstoffauftrieb unterdrücken und das Wachstum des Phytoplanktons begrenzen.

(Infos: taz / 20.10.2025)

Ein neues Buch über die Vogelinsel MELLUM im UNESCOWeltnaturerbe Nationalpark Wattenmeer wurde bei dem Jubiläumsakt 100 Jahre Naturschutzverein Mellumrat e.V. der Öffentlichkeit präsentiert und ist nun auch im Buchhandel, bzw. beim Mellumrat, erhältlich.

Dass Mellum bis heute im naturnahen Zustand erhalten bleibt, ist dem Mellumrat zu verdanken, der zu diesem Zweck gegründet wurde. In farbenprächtigen Fotografien und gut lesbaren wie lebendigen Texten zeichnet dieses Buch ein einzigartiges Porträt der Insel Mellum sowie der Arbeit des Mellumrates.

Das Buch:

Holger Freund, Mathias Heckroth & Tim Schröder

Titel: MELLUM – Insel im Weltnaturerbe Wattenmeer

ISBN: 978-3-9819582-7-0

116 Seiten / 2025 / Hardcover/farbig / Deutsch

Verlag: Hermann Lüers Verlag Jever

Preis 19,80 € (inkl. MwSt) (evtl. zzgl. Versandkosten)

Kauf: info@mellumrat.de oder im Buchhandel

(Quelle: Mellumrat e.V.)

Jährlich werden in der Nordsee rund 250.000 Tonnen Sandaale für die Produktion von Fischmehl und Fischöl gefangen. Betroffen davon ist auch das „Herz der Nordsee“, die geschützte Sandbank Doggerbank, mit rund 94.000 Tonnen. Sandaale haben als Futterfische eine zentrale Rolle im Nahrungsnetz der Nordsee.

Die Grundschleppnetze, mit denen auf der Doggerbank nach Sandaalen gefischt wird, gleichen laut dem BUND e.V. mit ihren engen Maschen von weniger als 16 Millimetern Durchmesser einem Sieb. So würden alle Lebewesen, die größer als 16 Millimeter sind, als Kollateralschaden zum Beifang. Gleichzeitig werde der Grund des geschützten Lebensraumes Doggerbank zerstört.

(Quelle: BUND-Pressestelle / 15.10.2025)

Ölverschmutzungen sind eine erhebliche Bedrohung für Tiere – weltweit. Somit gibt es alle drei Jahre ein Treffen aus Wissenschaft, Naturschutz, Politik und Industrie auf einer „Effects of Oil on Wildlife“ (EOW) Konferenz, um Lösungen zu entwickeln. Ziel des Treffens: wildlebende Tiere sollen im Falle von Ölkatastrophen besser geschützt und unterstützt werden.

Für das Havariekommando stellte Dr. Jessica Ramm, Biologin im Fachbereich „Schadstoffunfallbekämpfung Küste“, ein gemeinsames Projekt von Havariekommando und EUROWA (EURopean Oiled Wildlife Assistance) vor.

In dem Projekt entwickeln die Beteiligten gemeinsam mit Behörden der fünf deutschen Küstenländer einen taktischen Plan für den Umgang mit kontaminierten wildlebenden Tieren. Ziel ist es, diesen Plan in die bestehenden Strukturen der einzelnen Küstenländer und die vorhandene komplexe Struktur zur Schadstoffunfallbekämpfung unter der Gesamteinsatzleitung des Havariekommandos zu integrieren.

  • www.sdn-web.de

  • (Infos: https://www.havariekommando.de/SharedDocs/Aktuelles/DE/2025/20251014_EOW_Conference.html?nn=678620 / 14.10.2025)

Höhere Organismen in Gewässern sind auf Phytoplankton angewiesen. Die mikroskopisch kleinen Algen spielen auch eine entscheidende Rolle für das Klima, da sie in den Seen und Meeren weltweit erhebliche Mengen an CO aufnehmen und Sauerstoff produzieren. Die nötige Energie dafür beziehen sie aus Sonnenlicht. Auch das Farbspektrum ist hierbei entscheidend: die sieben Farben des Regenbogens.

Sicher sei, das sich künftig die Lichtverhältnisse unter Wasser durch Nährstoffeinträge und Abwässer noch stärker verändern und so das Nahrungsnetz zwischen Mikroalgen und höheren Organismen beeinflussen würden. So zeige sich, dass das Farbspektrum des Lichts unter Wasser einen weitaus größeren Einfluss habe, als bisher angenommen. Es veränderte sich sowohl der Nährstoffgehalt als auch die Zusammensetzung an Fettsäuren.

(Quelle: ICBM an der Uni Oldenburg / 13.10.2025)

Das Havariekommando (HK) trainierte für Chemie-Notfälle gemeinsam mit Feuerwehren, THW und Einsatzkräften aus den umliegenden Landkreisen am Deich von Neuharlingersiel. real passiert war zum Glück nichts. Die Übung war unangekündigt.

Das Szenario: Nach einem Schiffsunfall vor Langeoog treibt Ladung in der Nordsee. Darunter auch gefährliche Güter und Stoffe, die teilweise mit der Flut ins Watt gespült werden. Die Feuerwehrleute bestimmten die Stoffe in den Behältern und sorgten für die Bergung aus dem Watt.

Unterstützt wurde die Übung von einer Drohneneinheit der Feuerwehr Wiesmoor (Landkreis Aurich) sowie von den Feuerwehrtechnischen Zentralen Wittmund und Friesland mit zwei Hägglunds-Kettenfahrzeugen, die problemlos ins Watt fahren können. Solche Fahrzeuge hält das HK eigentlich für Öl-Unfälle an vierzehn Standorten an der deutschen Nord- und Ostseeküste vor.

Die Übung diente auch dazu, die Kommunikation und Koordination zwischen den beteiligten Akteuren zu trainieren. Insgesamt waren rund 120 Einsatzkräfte beteiligt. HK-Übungsleiter Sebastian Kroll: „Für das Havariekommando sind solche Übungen mit den Kräften vor Ort sehr wichtig, weil sie die Zusammenarbeit miteinander und das Verständnis füreinander stärken und damit letztlich die Sicherheit an der Küste verbessern.“

(Quelle: Havariekommando / 11.10.2025)

Forschende des Instituts für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) an der Universität Oldenburg entwickeln zusammen mit Projektpartnern ein neues Analysetool, das dabei helfen soll, die Wechselwirkungen von Schadstoffen und anderen Umweltbelastungen auf Fische im Wattenmeer besser zu verstehen.

Das Ziel: Umweltbehörden, Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen in die Lage zu versetzen, einen raschen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu Wechselwirkungen von Schadstoffen auf Fische zu gewinnen und verschiedene mögliche Szenarien zu testen.

Fische haben eine wichtige Funktion im Ökosystem und sind Nahrungsgrundlage für den Menschen. Schadstoffe können ihre Gesundheit und ihren Reproduktionserfolg wesentlich mindern – vor allem, wenn Organismen, so Dr. Silke Eilers, im Laufe ihres Lebens vielen verschiedenen Schadstoffen und Umwelteinflüssen ausgesetzt wären.

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(Quelle: www.uol.de/pressemitteilungen/ / 01.10.2025)

Ohne gesunde Meere gibt es keinen gesunden Planeten.

Mittlerweile seien aber sieben der neun kritischen Belastungsgrenzen der lebenswichtigen Erdsystem-Funktionen überschritten – eine mehr als im Vorjahr. Die sieben überschrittenen Grenzen sind: Klimawandel, Integrität der Biosphäre, Veränderung der Landnutzung, Veränderung des Süßwasserkreislaufs, Veränderung der biogeochemischen Kreisläufe, Eintrag menschengemachter Substanzen sowie – neu im Jahr 2025 – Ozeanversauerung mit 30 bis 40 Prozent Zunahm seit Beginn der Industrialisierung. Die Folgen seien bereits spürbar, wie ein Rückgang wichtiger Nahrungsquellen für Fische und Wale, sinkende Sauerstoffwerte und marine Hitzewellen.

Die neun planetaren Grenzen bilden die Funktionsweise des Erdsystems ab. Es ist ein Netzwerk miteinander verbundener lebenswichtiger Prozesse, das innerhalb sicherer Limits bleiben muss, damit die Menschheit sicher leben kann und die Natur widerstandsfähig bleibt.

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(Quelle: Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung / 24.09.2025)

Gut 130 Menschen engagierten sich am 23. September zum World Cleanup Day auf Amrum bei einer Strandsäuberung. Organisiert wurde das durch die Naturschutzverbände Schutzstation Wattenmeer und dem Öömrang Ferian sowie der Amrum Touristik AöR. Dabei ging es vor allem um Plastikmüll, Glas, Metallteile und andere Materialien wie beispielsweise Paraffinklumpen. Die Sammler wurden dann auch schnell fündig mit jeder Menge kleiner Plastikstücke, Flaschendeckel, Teile von Fischernetzen und immer wieder orange und blaue Dolly Ropes.

Schätzungsweise treiben laut der Organisatoren bis zu 18.000 Plastikteilchen pro m² auf der Meeresoberfläche und jährlich 100.000 Meeressäuger sowie eine Million Seevögel sterben durch Verheddern in oder Verschlucken von Plastik.

Ziel dieser Aktion war nicht nur Müll vom Strand zu entfernen, sondern auch das Bewusstsein der Menschen für die Belastung der Meere durch Plastikmüll zu schärfen.

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(Quelle: www.amrum-news.de / 23.09.2025)

Auch auf einem modernen Kreuzfahrtschiff kann es brennen und zu einer größeren Anzahl von Verletzungen kommen. So nutzte das Havariekommando (HK) im September die Chance auf der MEIN SCHIFF 7 von Tui Cruises während eines Stopps in Warnemünde einen gedachten Ernstfall zu trainieren. Das HK übernimmt im Ernstfall die Einsatzleitung und koordiniert den gesamten Einsatz. „Realitätsnahe Übungen sind unverzichtbar für unsere Einsatzbereitschaft“, erklärt, HK-Leiter Robby Renner dazu.

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(Quelle: www.thb.info / 22.09.2025)

Energiespeicher gelten als Schlüsseltechnologie der Energiewende. Doch sie stellen auch eine neue Herausforderung für den Brandschutz dar. Die 39. Auflage der Braunschweiger Brandschutz-Tage vom 30. September bis 1. Oktober 2025 widmet sich deshalb aktuellen Fragen und Forschungsergebnissen zum Thema. m Zentrum der Braunschweiger Brandschutz-Tage stehen die Risiken von Hochvoltspeichern und stationären Batteriesystemen. Lithium-Ionen-Batterien können im Fehlerfall innerhalb weniger Sekunden in Brand geraten, dabei giftige Gase freisetzen und sind oft nur schwer zu löschen.

Die Tagung findet in diesem Jahr im Audimax der Technischen Universität Braunschweig statt.

Wie schnell sich ein Brand von dicht gelagerten Antriebsbatterien mit Lithium-Ionen-Technologie ausbreitet und wie diese Ausbreitung am besten begrenzt werden kann, untersucht das TU-Institut in einem Verbundprojekt mit der Branddirektion München und der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) in Berlin.

Informationen: www.brandschutztage.info

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(Quelle: www.tu-braunschweig.de/ibmb / 22.09.2025)

Ölkontaminationen gefährden die Umwelt. Auf dem Meer, im Süßwasser, in Wäldern und auf der Straße kann Erdöl erhebliche Schäden anrichten. Die Mikrobiologin Lisa Voskuhl, Universität Duisburg-Essen, untersucht, wie Gemeinschaften aus Algen und Bakterien auf natürlichem Weg Öl abbauen.

Eigentlich ist Erdöl ein Naturprodukt, das einen biologischen Ursprung hat und über Millionen von Jahren durch geologische Prozesse entstanden ist. Auch ohne menschliches Zutun gibt es auf der Erde einige natürliche Teer- oder Ölaustritte, in denen Bakterien, Algen, Pflanzen und kleinere Tiere leben. Natürliche Öllecks treten überwiegend langsam und über lange Zeiträume hinweg auf, so dass sie weniger umweltproblematisch sind. Menschenverursachte Ölaustritte überfordern die Umwelt direkt: Sie passieren plötzlich und oft in riesigen Mengen. Bei solchen Unfällen laufen mitunter Millionen von Litern Erdöl aus. Bei natürlichen Öllecks hatte die Natur viel Zeit, sich anzupassen und Strategien zu entwickeln. Es ist unrealistisch zu erwarten, dass die Algen-Bakterien-Gemeinschaften die kompletten Ölfilme in kurzer Zeit vollständig abbauen.

(Infos: https://www.daimler-benz-stiftung.de/cms/de/presse/presseinformationen.html / 18.09.2025)

Die Wirtschaft setzt weiter auf globale Expansion. Und mit ihr auch der Seeverkehr, durch den 90 und mehr Prozent der weltweit transportierten Waren befördert werden. Dabei scheint es, dass das damit einhergehende Risikopotential für Ökonomie wie Ökologie, insbesondere den Lebensräumen der südlichen Nordsee und den Tidebereichen ihrer Zuflüsse, immer weiter aus dem Blick gerät. Dabei ist es keine 20 Jahre her, als in Anbetracht der riesigen EMMA MAERSK viele Experten die Grenzen der Schiffbau-Physik als erreicht ansahen. Nur sind heutige Mega-Containerfrachter oft weit mehr als doppelt so groß.

Zwar geht die Zahl der totalen Schiffsverluste seit Jahren zurück, aber zugleich sind die durchschnittlichen Kosten und Umweltschäden pro Havarie dramatisch gestiegen. Von daher gilt es präventiv zu überlegen, womit dieses stete Gefährdungs-Potential, wenn schon nicht verhindert, so doch zumindest reduziert werden kann. So gilt es zumindest zu versuchen, den Informationsgehalt zu diesem Themenfeld zu erhöhen.

Das Buch:

Peter Andryszak

Titel: Mega-Schiffe – Zeitbomben auf See?

Untertitel: Ein Blick auf das Risikopotential von Mega-Schifffahrt

ISBN: 978-3-7568-8508-4 (Print) 978-3-7578-4039-6 (E-Book)

252 Seiten / 15,5 x 22 cm / Mai 2023 / Hardcover/sw / Deutsch

Verlag: Books on Demand

BoD-Nr.: 21752771

Preis (inkl. MwSt): 24,99 EUR (Print) / 12,99 EUR (E-Book)

Angesichts der sich verschärfenden ökologischen und gesellschaftlichen Krisen plädiert Prof. Dr. Stefan Heiland, Leiter des Fachgebiets Landschaftsplanung und Landschaftsentwicklung an der TU Berlin, in einem Interview für ein grundlegendes Umdenken im Naturschutz. „Der Wunsch, den ursprünglichen Zustand‘ zu bewahren, führt in die Irre und wäre gerade im Klimawandel ein falscher Ansatz.“ Statt starre Bilder einer vermeintlich unberührten Natur zu bewahren, müsse es künftig stärker um ökologische Funktionen wie Klimaregulation, Wasserspeicherung oder Bodenschutz gehen.

Vollständiges Interview: https://www.tu.berlin/go295210/

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(Quelle: Technische Universität Berlin / 16.09.2025)

Die BLE fördert technische Entwicklungen, die Auswirkungen der Fischerei auf Meeresboden, Wasser, Klima und geschützte Arten deutlich zu verringern sollen. Im Fokus stehen dabei u.a. die Reduktion von unerwünschtem Beifang, eine höhere Selektivität der Fangtechnik sowie die Verbesserung der Energieeffizienz und des Tierwohls sowie die Interessen der Fischerei. Innovative Fanggeräte und -methoden bilden dazu einen wichtigen Ansatz für umweltschonende und nachhaltige Seefischerei.

Projektideen können bis zum 27. November 2025 bei der BLE eingereicht werden.

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(Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE))

Zur sachlichen Klärung der oft emotional geführten Diskussion um die Krabbenfischerei hat die SDN Dr. Gerd Kraus vom Thünen-Institut für Seefischerei nach Büsum eingeladen. Thema seines Vortrages: „Die unsichere Zukunft der Krabbenfischerei“. Dabei stellte er aktuellste Forschungsergebnisse sowohl zu den Umwelteinflüssen als auch den Zukunftsaussichten der Krabbenfischerei in der deutschen Nordsee vor.

Er erklärt der Versammlung, dass die gegenwärtige, soweit messbar, nur sehr geringe und kurzfristig umkehrbare Auswirkungen auf den Meeresboden habe. Es gäbe somit keinen Grund, sie aus dem Wattenmeer auszuschließen. Allerdings würde es gerade für kleine Familienbetriebe zukünftig immer unsicherer. Sie seien langfristig gefährdet, wenn ihre Flotte sich weiter radikal verkleinere sowie Hafen- und Vermarktungs-Infrastrukturen sich monopolisierten oder gar wegbrächen.

Alle Anwesenden sind sich einig, dass der vor kurzem abgebrochene Dialog zu den Zukunftsthemen wieder aufzunehmen sei.

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(Quelle: SDN)

Der Zustand der deutschen Nord- und Ostsee ist besorgniserregend schlecht. Ursache dafür sind zu hohe Belastungen durch vielfältige menschliche Aktivitäten. Dabei sollen Meeresschutzgebiete Rückzugsorte für Arten sein und Lebensräume langfristig erhalten.

Nun hat die Bundesregierung vor, Natur in der deutschen Nordsee besser zu schützen. So soll künftig die Förderung von Öl und Gas in Schutzgebieten der AWZ nicht mehr erlaubt sein. Das jedenfalls sieht eine Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes vor, die das Bundeskabinett heute beschlossen hat. Nun befasst sich noch der Bundestag mit dieser Gesetzesänderung.

Allerdings sollen noch Ausnahmen möglich sein. Aber solange in Schutzgebieten weiter gebaggert, gebaut, verlegt und gefischt werden darf, sind sie nicht wirklich wirksam geschützt.

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(Quelle: Bundesumweltministerium / Greenpeace / 02.09.2025)

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) meldet für Juni, Juli, August 2025 höhere Wassertemperaturen in der Nordsee. Vorläufigen Ergebnissen zufolge sei es der wärmste Sommer seit Beginn der BSH-Messungen im Jahr 1969.

Den vorläufigen Ergebnissen zufolge, war die Nordsee im Sommer’25 im Durchschnitt etwa 15,7 Grad warm. In der westlichen und südwestlichen Nordsee bis zum Ärmelkanal herrschten laut BSH großflächig Temperaturen mit mehr als 2 Grad über dem langjährigen Mittel. Die Deutsche Bucht und die östliche Nordsee, einschließlich der Gebiete vor Dänemark und Norwegen, waren demnach bis zu 1,3 Grad wärmer als üblich. Zudem würden sowohl die Anzahl Hitzewellen als auch Hitzewellentage pro Jahr deutlich zunehmen.

Das BSH untersucht wöchentlich die Oberflächentemperaturen von Nordsee und Ostsee und kombiniert dazu Satellitendaten mit Messungen von Stationen und Schiffen. Weitere Erkenntnisse zu Extremen im Meer wird das BSH beim Extremwetterkongress am 24./25. September in Hamburg präsentieren.

Die SDN hat gegen die Einführung und Förderung von CCS (Carbon Capture and Storage) erhebliche Bedenken und lehnt diese entschieden ab.

Es fehle u.a. eine Bilanzierung zum wirklichen Nutzen einer CO-Verpressung im Nordseeuntergrund. Ferner gäbe es keine Untersuchungen zur Umweltverträglichkeit und es läge ein Verstoß gegen die Vorgaben der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie der Europäischen Union vor.

Die vorliegenden Referentenentwürfe verfestigten demnach den Weg, die Nordseenoch mehr als bereits in der Vergangenheit geschehenkonsequent als Müllkippe zu nutzen und dabei den Schutz von Mensch und Natur erheblich zu gefährden. Mit einer Umsetzung von CCS in der Nordsee gebe es zukünftig weniger Anreize zur Emissionsvermeidung.

Aus heutiger Sicht sei nach Ansicht der SDN ein gesetzliches Komplettverbot von CCS in Deutschland, die Streichung aller CCS-relevanten Regelungen aus den vorliegenden Entwürfen, eine konsequente Fokussierung auf Emissionsvermeidung statt Speicherung und eine verbindliche Beteiligung der Küstenländer an allen Entscheidungen zur Nordsee-Nutzung der einzig richtige Weg.

Von daher fordere die SDN, vor Änderung der Gesetze und Etablierung einer „Ewigkeitstechnologie“, eine verbindliche Testphase von mindestens 10 Jahren in einem stark begrenzten Gebiet. Im Vorwege müssten mögliche Risiken beurteilt werden, bevor Fakten geschaffen würden und die Folgen des Handelns irreversibel seien. Ferner müssten viel stärker alternative Wege in den Blick genommen werden.

Die SDN fordert daher auch, Ressourcen auf echten Klimaschutz zu lenken und zu konzentrieren.

(Quelle: SDN-Stellungnahme zu Referentenentwurf / 01.09.2025)

Reifenabrieb verändert die mikrobielle Welt im Rhein. Das ergab ein Forschungs-Projekt an der Universität Duisburg-Essen. Dabei konnte gezeigt werden, dass sich bestimmte Bakterienarten besonders gern auf Reifenabrieb ansiedeln, während die allgemeine Vielfalt der Mikroorganismen darauf abnimmt. Besonders die Biofilme auf größeren Partikeln älterer Reifen unterschieden sich deutlich von denen auf natürlichen Partikeln des Flussgrundes.

Dabei gilt es zu bedenken, das Mikroben zentrale Akteure in aquatischen Ökosystemen sind. D.h., sie zersetzen organisches Material, steuern Nährstoffkreisläufe und bilden die Grundlage für Nahrungsketten.

Bisher wurden die ökologischen Auswirkungen von Mikroplastik kaum systematisch erforscht. Die neue Untersuchung liefert damit einen wichtigen Mosaikstein für das Verständnis der ökologischen Folgen. Dabei ist nie zu vergessen: was im Fluss treibt, kommt irgendwann auch ins Meer.

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(Quelle: Universität Duisburg-Essen / 01.09.2025)

Ein über Jahre erfolgreich laufendes Projekt ist mit „Fishing for Litter“ an der deutschen Küste eingestellt worden. Und das trotz vorheriger Ankündigung einer Weiterfinanzierung über Bundesmittel. Dabei sind die Kosten für eine Fortsetzung des Projekts vergleichsweise gering und könnten beispielsweise aus den Wind-auf-See-Mitteln getragen werden. Die Fischereibetriebe sind jedenfalls ungebrochen zur weiteren Teilnahme daran bereit. Was ihnen dazu fehlt, sind die logistischen Voraussetzungen, insbesondere Container, zur Entsorgung und eine verlässliche Finanzierung.

Jedenfalls läuft „Fishing for Litter“ in den Niederlanden seit über zwei Jahrzehnten sehr erfolgreich. Schon seit 2001 beteiligen sich Fischer aus 13 Häfen mit über 140 Schiffen aktiv daran.

Somit bittet der Landesfischereiverband Weser-Ems e.V. eindringlich, sich für die Weiterfinanzierung von „Fishing for Litter“ einzusetzen, die Entsorgungsinfrastruktur in den Häfen kurzfristig wiederherzustellen und die Fischer als Partner im Meeresschutz sowohl ernst zu nehmen als auch zu unterstützen. Ein Ende dieses Projekts wäre demnach ein fatales Signal – nicht nur für die Fischerei – für den gesamten Meeresnaturschutz.

(Quelle: Landesfischereiverband Weser-Ems e.V. / 25.08.2025)

Jetzt ist es offiziell: Offshore-Windparks können 228 chemische Stoffe ins Meer freisetzen, von denen 62 sogar als „besonders umweltrelevant“ gelten. Dazu gehören zu 70% Korrosionsschutzstoffe und zu 10% Öle sowie Schmierstoffe. Zudem gibt es noch weitere Emissionen aus Kühl- und Feuerlöschmitteln. Darunter sind Stoffe, die potenziell toxisch, persistent, hormonell wirksam oder sogar krebserregend sein oder sich in der Nahrungskette anreichern können. Über deren Mengen, Ausbreitung und Umweltwirkungen gibt es aber wohl noch keine klaren Daten.

Ein wenig positiv dabei: einige dieser Emissionen können durch alternative Korrosionsschutzsysteme, geschlossene Kühlsysteme oder biologisch abbaubare Betriebsstoffe technisch vermeidbar sein. Einzig, sie müssen angewendet werden.

(Quelle: BSH / 25.08.2025)

Die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V. (SDN) trifft sich am Freitag, den 29.08.2025 im Watt´n Hus, Südstrand 11, 25761 Büsum um 13.00 Uhr mit ihren Mitgliedern und befasst sich zudem ab 14:30 Uhr mit den realen Auswirkungen und Perspektiven der deutschen Küsten- und Krabbenfischerei.

(Quelle: SDN)

Mit dem geplanten Ausbau der Windparks sind auch Fragen zur Umweltverträglichkeit verbunden. Von den Fundamenten, die mit einem Korrosionsschutzanstrich versehen sind, können sich Partikel ablösen und ins Meer gelangen. Diese chemischen Emissionen hat das Leichtweiß-Institut für Wasserbau (LWI) der TU Braunschweig nun erstmals untersucht. Solchen Beschichtungen werden Zusätze wie Zink- und Glasflocken beigemischt, um deren Haltbarkeit zu erhöhen. Dadurch haben die Farbpartikel eine deutlich höhere Dichte als das Meerwasser, was sie im Wasser sinken lässt und während des Absinkens durch Wellen und Strömungen auch horizontal transportiert. Sobald sie den Meeresboden erreicht haben, werden sie mit den Grundströmungen weitergetragen und gelangen so in die marinen Sedimente. Währenddessen beeinflussen Meeresorganismen, beispielsweise durch Biofilmbildung, Aufnahme der Partikel während der Nahrungssuche oder durch Bioturbation, also das Vergraben von Partikeln im Sediment. „Die Ergebnisse zeigen, dass ein Windpark mit einer installierten Kapazität von 250 Megawatt über eine geplante Betriebsdauer von 25 Jahren zwischen 430 und 2.200 Kilogramm Partikel freisetzen könnte. Angenommen ein bis fünf Prozent der Beschichtung lösen sich in der Zeit ab“, sagt Niklas Czerner (LWI).

(Quelle: www.tu-braunschweig.de/abu/forschung-und-institute/lwi-hyku-offshore-windenergie-lack-ab)

Zwei Drittel der weltweiten Trinkwasserversorgung stammt aus Oberflächengewässern wie Gezeitenflüsse. Dabei ist deren Versalzung ein großes Problem, das bisher nur in standortnahen Studien untersucht wurde. Jetzt werden im Rahmen einer Studie erstmals Ergebnisse aus 170 Studien aus aller Welt zu verschiedensten Aspekten des Themas Salzkontamination von Tideflüssen zusammengetragen.

Zentrale Ergebnisse dabei sind:

– Der Klimawandel als Haupttreiber der Versalzung, Menschliche Aktivitäten und Eingriffe wie die Vertiefung von Fahrrinnen in Flussmündungen, Tideflüsse auf allen Kontinenten sind betroffen und die Versalzung von Süßwasser kann zu schädlichen Sekundäreffekten führen.

-„Damit werden Probleme bei der Wasserentnahme für Landwirtschaft und Trinkwasser zunehmen, sowie Einschränkungen der Biodiversität entlang der Ästuare, da viele Süßwasserarten häufiges Eindringen von Salzwasser nicht tolerieren.“

(Quelle: Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde/Prof. Dr. Hans Burchard)

Der mit der globalen Erwärmung einhergehende Klimawandel manifestiert sich in ganz Europa in Form von extremen Wetterereignissen wie Waldbränden, Dürren, Überschwemmungen nach starken Regenfällen und Hitzewellen im Meer. MARUM arbeitet daran, diese Veränderungen der Meerestemperaturen besser zu verstehen, indem es seit Ende 2024 Daten in verschiedenen Tiefen innerhalb der oberen 40 Meter des Meeres mit Hilfe von Tauchern und stationären hochpräzisen Temperatursensoren sammelt – und das neben der Costa Brava und Malta auch vor Helgoland. Allerdings gebe es derzeit eine sogenannte Stichprobenverzerrung – eine deutliche Übergewichtung von Daten aus den wärmeren Monaten und der Urlaubssaison. Durch das Schließen dieser saisonalen Lücken könnten Taucher eine entscheidende Rolle dabei spielen, ein genaueres Bild davon zu erstellen, wie sich die Meerestemperaturen im Laufe des Jahres verändern.

(Quelle: MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen)

Da können wir aber froh sein, dass so etwas bei uns gar nicht passieren kann. Oder?

Ende Juli und Anfang August haben mit den EVERGREEN-Schiffen EVER FEAT (ca. 40 Stk.) und EVER LUNAR (ca. 50 Stk.) gleich zwei Container-Schiffe Teile ihrer Ladung auf See vor Süd-Amerika verloren. Begründung: „Plötzlich kam es zu starkem Wellengang, der das Schiff rollen ließ, wodurch Container über Bord fielen.“

(Quelle: Magazin hansa-online.de/)

In den frühen Morgenstunden des 23. Juli stieß das Tankschiff CAPELLA [69 m] beim Einlaufen mit dem Offshore-Versorgungsschiff COASTAL LEGEND [44 m] im Cuxhavener Vorhafen zusammen. Zum Glück ohne Personenschaden. Allerdings erlitt die COASTAL LEGEND dabei einen rund 80 cm langen Riss im Rumpf, aus dem bis zu 12.000 Liter Marinedieselöl ausflossen, was sich als roter Ölfilm an der Wasseroberfläche zeigte. Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks und der Feuerwehr legten umgehend Ölsperren und das Havariekommando übernahm die Einsatzleitung.

Alles in Allem .gut gelaufen. Dabei war sicherlich hilfreich, dass sich der Unfall innerhalb eines teilweise geschlossenen Hafenbeckens ereignete. Allerdings würde sich eine solche Havarie nur wenige Kilometer weiter auf offener See extrem problematischer auswirken. Und sie wäre mit den existierenden technischen Mitteln wohl auch nicht zu bewältigen.

Aber anstatt Havarie-Risiken intensiv zu minimieren, wird die Industrialisierung der Nordsee immer noch weiter großräumig ausgeweitet. Dabei kann schon eine einzige folgenschwere Schiffs-Havarie ausreichen, die Nordsee mit Wattenmeer und Ästuaren als Lebensraum für Menschen und Tiere nachhaltig zu schädigen oder teilweise sogar zu zerstören.

(Quelle: Havariekommando + SDN-Pressestelle)

In der vergangenen Woche haben Touristen auf Sylt einen in Plastikschnüren gefangenen Basstölpel entdeckt und den Fund an die Sylter Schutzstation gemeldet. Deren Mitarbeiter vermochten es, ihn mit einer aufwändigen Befreiungsaktion erfolgreich zu retten. Der Seevogel beruhigte sich während der Behandlung schon nach kurzer Zeit und ließ alles geduldig über sich ergehen.

Die Kunststofffäden, in die sich der Basstölpel bei der Nahrungssuche verfangen hatte, werden „Dolly Ropes“ genannt und stammen aus der Fischerei. Es sind Scheuerschutzfäden, die in die Unterseite von Grundschleppnetzen eingeflochten werden, um ihre Beschädigung am Meeresboden zu vermeiden. Allerdings zählen „Dolly Ropes“ zu den häufigsten Plastikfunden an der Nordsee und bilden eine große Bedrohung für Luft- und Seetiere.

Die Schutzstation-Wattenmeer fordert ein Nutzungsverbot dieser Plastikfäden und den Einsatz umweltschonender Alternativen in der Fischerei. Das Thünen-Institut in Büsum vollzog zu diesem Thema ein Modellprojekt zur „Verringerung von Kunststoffmüll aus der Krabbenfischerei durch Netzmodifikationen“. Zu finden unter: www.thuenen.de/de/fachinstitute/ostseefischerei/projekte/fischerei-surveytechnik/verringerung-von-kunststoffmuell-aus-der-krabbenfischerei-durch-netzmodifikationen-drops.

Ein Großteil der deutschen Krabbenfischer verzichtet schon freiwillig auf den Einsatz dieses Scheuerschutzes.

(Quelle: https://www.schutzstation-wattenmeer.de/)

Das Verwaltungsgericht Oldenburg hat die Verlegung eines Stromkabels für One-Dyas kurz vor dem Baubeginn gestoppt. Die Kabeltrasse soll die geplante Bohr- und Förder-Plattform für neue Gas-Bohrungen mit „grünem“ Strom versorgen. Die drohende erhebliche Verletzung geschützter Biotope – darunter eines der letzten großen deutschen Steinriffe – wiegt aus Sicht des Gerichtes schwerer als wirtschaftliche Interessen. Der Schutz des marinen Ökosystems habe demnach Vorrang.

Beim Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht kann noch Beschwerde gegen diese Entscheidung einlegt werden.

Das Bundeskabinett hatte Anfang Juli bereits „grünes“ Licht für diese Gasförderung gegeben.

(Quelle: Deutsche Umwelthilfe auf facebook und www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/)

Ein Viertel der Arten-Bestände von Muscheln über Salzwiesenpflanzen bis hin zu Wat- und Wasservögeln sind in nur wenigen Jahrzehnten stark zurückgegangen. Und die negativen Trends überwiegen weiterhin, was das gesamte Ökosystem flächendeckend umorganisiert und seine Stabilität gefährdet. Das ergibt eine aktuelle Studie der Universitäten Oldenburg und Groningen, in der Tier- und Pflanzenpopulationen im Wattenmeer über mehr als 100 Jahre zurück verfolgt wurden.

So ist beispielsweise der Bestand des Austernfischers seit 1990 um über 40 Prozent eingebrochen. Im schleswig-holsteinischen Wattenmeer brüten nur halb so viele Austernfischer wie vor 25 Jahren. Als Gegentrend zeichnet sich ab: Wärmeliebende Arten sind die Gewinner. Die Zahl der Löffler im Wattenmeer hat sich binnen 30 Jahren versechsfacht und Pazifische Austern formen wattenmeerweit riffartige Strukturen.

Und nicht zu vergessen: Wat- und Wasservögel benötigen auch an unseren stark touristisch genutzten Küsten ruhige Rückzugsräume und die Möglichkeit, im Watt ungestört nach Nahrung suchen zu können.

(Quelle: https://www.schutzstation-wattenmeer.de/)

Plastikmüll verschmutzt weltweit alle Meere und schadet den Meerestieren. Noch vor wenigen Jahren war umstritten, ob es sich auch in den Nanobereich zerkleinern kann. Doch nun hat ein Forschungsteam der Universität Utrecht und des Meeresforschungsinstituts NIOZ (NL) festgestellt, dass Plastikteilchen mit einer Größe von weniger als einem Mikrometersprich Nanoplastikim Nordatlantik mit rund 27 Millionen Tonnen einen großen Teil an der Plastikverschmutzung ausmacht. Dabei sind diese extrem kleinen und zudem leicht veränderbaren Plastikpartikel schwer von anderen Umweltpartikeln zu unterscheiden. Zudem bewirkt ihre Größe, dass die physikalischen Gesetze, die für größere Teilchen gelten, häufig nicht mehr gelten. Verteilt werden sie in der Hauptsache über Atmosphäre und Flüsse.

Die Proben wurden an 12 Messstellen in jeweils rund 10 sowie 1.000 Meter Tiefe und 30 Meter über dem Meeresgrund gezogen. Selbst in mehr als 4.500 Metern Tiefe wurden dabei PET-Nanokunststoffe gefunden. Häufige Kunststoffe, aus denen beispielsweise Ein- und Mehrwegplastikflaschen, Folien oder Einwegtrinkbecher und Einmalbesteck bestehen.

(Quelle: idw-online.de/de/news855224)

Das UNESCO-Welterbekomitee hat auf seiner Sitzung am 9. Juli 2025 in Paris seine Besorgnis über Infrastruktur- und Bergbauvorhaben im und am trilateralen Weltnaturerbe Wattenmeer bekräftigt. Es würdigte zwar die koordinierten Bemühungen der drei Wattenmeerstaaten um seinen Schutz, regte aber zusätzliche Überlegungen zur Einrichtung einer gemeinsamen Pufferzone an und forderte zur zügigen Erarbeitung der übergreifenden strategischen Umweltprüfung (Joint SEA) auf. Das Weltnaturerbe Wattenmeer bleibt Gegenstand der besonderen Beobachtung durch die UNESCO.

(Infos: www.waddensea-worldheritage.org/news/world-heritage-committee-adopts-decision-regarding-wadden-sea / 10.07.2025)

Die Nationalparkverwaltung Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung mit ihrem Standort „Senckenberg am Meer“ in Wilhelmshaven haben einen neuen Kooperationsvertrag geschlossen.

Die beiden Partner wollen künftig noch enger zusammenarbeiten, neue gemeinsame Forschungsprojekte auf die Beine stellen und sich gegenseitig mit Infrastruktur, Geräten und Know-how sowie Einwerbung von Drittmitteln unterstützen. Besonders im Fokus stehen innovative, möglichst schonende Methoden, um den Zustand des Wattenmeeres zu überwachen.

Die Nationalparkverwaltung Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer ist als Landesoberbehörde für die Umsetzung des Nationalparkgesetzes zuständig. Dazu gehört auch, den Zustand des Wattenmeeres regelmäßig zu beobachten, zu bewerten und wissenschaftlich zu begleiten. Sie arbeitet bereits seit Jahrzehnten mit mehreren renommierten Forschungspartnern wie Wattenmeerstation List des Alfred-Wegener-Instituts, das Forschungs- und Technologiezentrum Westküste der Christian-Albrechts-Universität Kiel, der Fachbereich Biologie der Universität Hamburg, das Institut für terrestrische und aquatische Wildtierforschung der Tierärztlichen Hochschule Hannover und der Forschungsbereich Umwelt und Erde des Helmholtz-Zentrums hereon GmbH zusammen.

(Quelle: idw-online.de/de/news855091)

Aktuell hat sich herausgestellt, das die rund 209.000 t in der Nordsee bei Tonne E3 (südöstlich von Helgoland) Feinsedimente von der Brunsbüttler Hafenerweiterung stärker vergiftet sind als zulässig. Aufgrund seiner Feinheit kann dieses verklappte Sediment weit in der Nordsee verdriften, anstatt direkt zum Meeresgrund abzusinken. Was die Nordsee mit zusätzlichen Nährstoffen belastet.

(Quelle: taz / 09.07.2025)

Die im süd-norwegischen Brevik Mitte Juni offiziell eröffnete Anlage zur CO₂-Verpressung und -lagerung (CCS) im industriellem Maßstab macht es mehr als deutlich: Es fehlt bald nicht mehr viel, bis die Nordsee nun wirklich zum Industriegebiet missbraucht ist. Und das natürlich nicht ohne Milliarden Euro umfassende Subventionstöpfe nebst „nachhaltig“ klingenden Formulierungen und Wortschöpfungen für die Öffentlichkeit. Anstatt immer weniger Energie zu benötigen, werden stattdessen im Großen wie im Kleinen immer mehr und größere Verbraucher geschaffen. Damit öffnet sich schlicht die Büchse der Pandora.

Zusätzlich ist noch eine 900 Kilometer lange CO₂-Pipeline quer durch Nordsee und Wattenmeer geplant. Dabei hat schon die RESCUE-Studie des Umweltbundesamtes von 2019 aufgezeigt, dass eine Verpressung in den Untergrund für die Erreichung einer Treibhausgasneutralität in Deutschland nicht erforderlich ist. Demnach reiche dafür allein schon die Nutzung natürlicher Senken wie Wälder, Moore sowie natürliche Binnen- und Seegewässer vollständig aus.

(Quelle: 25-07-07 SDN_PM)

Nicht nur die Nordsee, sondern sogar das Naturschutzgebiet Wattenmeer gerät immer mehr in den Sog einer steigenden Industriealisierung”, befürchtet Bürgermeister Gerd-Christian Wagner. Aktuell das schlechtete Beispiel dazu sei Gasförderung nahe Borkum sowie eine dafür geplante Kabelverlegung durch eine erst vor kurzem entdeckte Rifflandschaft.

Als Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste (SDN) sehe er die Gefahr, dass sobald diese neue Gasförderung nahe des Wattenmeeres erst einmal dauerhaft in Betrieb sei, würden weitere wirtschaftliche Aktivitäten wie Förderinseln, Pipeline- und Kabelverlegungen oder Öl- wie Gasförderungen nebst CCS wohl nur noch schwer verhindert werden können. „Unser Weltnaturerbe muss einfach besser geschützt werden!“

(Quelle: 25-06-30 SDN_PM)

Die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V. (SDN) lädt den neuen Bundesumweltminister Carsten Schneider öffentlich an die Nordsee ein, um ihm Meeresschutz-Themen ortsnah nahe zu bringen und so den Dialog ins politische Berlin zu suchen.

Insbesondere müssen wir uns dabei für einen verstärkten Schutz des natürlichen Wattenmeers einsetzen,“ betont Kapitän und Seelotse Ulrich Birstein, zweiter SDN-Vorsitzender, „und das besonders in Anbetracht der kontinuierlich steigenden Zahl von Offshore-Windparks und die damit einher gehenden Folgen für diesen einzigartigen Lebensraum.“ Dazu kämen noch viele weitere industrielle Nutzungen wie für Erdgas, Öl, LNG, Schlick-Verklappung, Militär-Übungen plus Munition, CO2-Transport und -Einlagerung sowie über Flüsse eingebrachte Schadstoffe. „Zu allem Überfluss kommen auch noch steigende Gefahren für Schiffshavarien hinzu, da die Schifffahrtswege auf See in den kommenden Jahren immer noch weiter eingeengt werden sollen.“

Wir Initiativen sollten den Umweltminister und seine Fachberater einfach und immer wieder zu uns in den Norden einladendirekt an die Küste und auf See“, regt Bürgermeister Gerd-Christian Wagner als SDN-Vorsitzender an. „Und das möglichst im kleinen Kreis direkt vor Ort der dringlichen Themen; inclusive genügend Zeit und direktem Kontakt mit Akteuren.“ Der Lebensraum Nordsee dürfe einfach nicht zu einer Industriebrache und einem Abwassersammler verkommen. Er verdiene unsere besondere Obhut!

(Quelle: 25-05-13 SDN_PM)

Die Produktion von grünem Offshore-Wasserstoff auf der Nordsee kann laut dem Helmholtz-Zentrum die Temperatur des Wassers erhöhen. Bei dem Prozess entstehen Abwärme und Sole, die nahe der Oberfläche ins Meer geleitet werden sollen, was einen lokalen Anstieg von bis zu zwei Grad Celsius hervorrufen könne. Das wiederum könne Einfluss auf die Schichtung des Wasserkörpers nehmen und sowohl den Nährstofftransport wie auch die Plankton-Produktivität beeinflussen. Um das wenigstens teilweise zu umgehen, sollten laut der Studie die Einleitungen wenigstens dezentral erfolgen.

(Quelle: Kreiszeitung Wesermarsch / 12.06.2025)

Der Meeresspiegel steigt global, wie in den Meeren auch die Temperaturen. Das begünstigt eine Ausbreitung der nicht-heimischen Pazifischen Auster im Wattenmeer zu Ungunsten der Miesmuschel.

Nun hat eine Studie der Uni Hannover ergeben, das die sich unaufhörlich ausbreitenden Austernriffe sowohl das Ökosystem als auch das Wellen- und Strömungsverhalten verändern. Das wiederum könnte Wattflächen mit einer jährlichen Rate bis zu 3,9 cm (statt 0,9 cm/Jahr) vertikal anwachsen lassen, während der Meeresspiegel aktuell lediglich zwischen 0,4 und 0,7 cm steige. Demnach würden Wattflächen schneller an Höhe gewinnen als der Meeresspiegel.

Die Studie unterstreicht zudem die Notwendigkeit interdisziplinärer Ansätze in der Küstenforschung.

(Quelle: Leibniz Universität Hannover)

Grüner Wasserstoff soll künftig auf See produziert werden. Dabei entstehen Abwärme und Salzbrühe, die nach Stand der Technik ins Meer eingeleitet werden. Auswirkungen auf die Umwelt wurden dazu bisher kaum berücksichtigt. Und das, obwohl Berechnungen ergeben, dass das oberflächennah zurück ins Meer geleitete Abwasser das umliegende Meer um bis zu 2 Grad Celsius im Jahresmittel erwärmen kann. Damit würde dessen Schichtung so beeinflusst, das sich der Nährstofftransport verändert und die Produktivität des Phytoplanktons gestört wird.

Als mögliche Gegenmaßnahmen empfehlen die Forschenden zum Einen, den Eintrag der Nebenprodukte räumlich aufzuteilen. Beispielsweise durch eine dezentrale Produktion auf einzelnen Windanlagen, statt einer zentralen Produktion auf den Plattformen. Zudem gelte es, die Abwärme durch technologische Lösungen zu reduzieren und deren Eintrag über die ganze Wassersäule zu verteilen; von der Oberfläche bis zum Meeresboden.

(Quelle: Helmholtz-Zentrum Hereon)

In März, April und Mai 2025 lagen die Wassertemperaturen in Nord- und Ostsee außergewöhnlich hoch. Somit erlebte die gesamte Nordsee nachweislich, laut BSH, das wärmste Frühjahr seit 1997. Die Temperatur stieg hier durchschnittlich auf 8,7 Grad. Wobei die Temperatur an der Oberfläche im deutschen Teil der Nordsee zwischen 0,8 und 1,5 Grad über dem langjährigen Mittel beträgt. Demnach würden sich Nord- und Ostsee kontinuierlich erwärmen, was aus Sicht des BSH eine direkte Folge des Klimawandels sei und die Meeresumwelt zunehmend verändere.

(Quelle: bsh.de)

Da, wo es das Seegras noch gibt, sieht es auf dem ersten Blick nicht gerade spektakulär aus. Dabei sind die Seegraswiesen eine der produktivsten Vegetationstypen an der Küste. Sie sind sowohl Laichgebiet und Kinderstube für Fische, filtern Nährstoffe aus dem Wasser, sind Nahrungsquelle und Lebens- wie auch Schutzraum. Sprich: von hoher ökologischer Bedeutung.

Bis in die 1930er Jahre gab es Seegras auch noch in ständig von Wasser bedeckten Zonen. Heute jedoch kommt es im Wattenmeer nur noch auf Wattflächen vor. Im niedersächsischen Wattenmeer geht es ihm, anders als in Schleswig-Holstein, bei einer deutlichen Abnahme der Bestandsdichten allerdings nicht mehr gut. Womit das Seegras aktuell zunehmend in den Fokus der Forschung rückt.

(Quelle: NLWKN)

Die Krabbenfischer in Deutschland, Dänemark und den Niederlanden haben sich dem nachhaltigen Umgang mit den Krabbenbeständen und dem Wattenmeer verschrieben und 2017 das MSC-Zertifikat für nachhaltige Fischerei erhalten.

Doch aktuelle Herausforderungen gefährden den Erhalt dieses Zertifikats.

(Quelle: msc.org)

Brennende Elektroautos an Bord eines Schiffes sind extrem schwer zu löschen. Darauf weist aktuell der Gesamtverband der Versicherer (GDV) anlässlich des dritten Großbrandes eines Autofrachters (MORNING MIDAS) auf hoher See innerhalb kurzer Zeit hin. Demnach gehen Brände im Zusammenhang mit Lithium-Ionen-Batterien mit extremer Hitzeentwicklung sowie der Bildung toxischer wie brennbarer Gase einher. Die Schiffs-Besatzung ist dabei chancenlos.

Sicher ist dabei aus Sicht des Versicherungsverbandes, dass der Transport von Elektroautos den maritimen Brandschutz vor bislang ungelöste Probleme stellt. Zumal die meisten Schiffe mit Technik der 50er-Jahre statt modernen Feuerlöschsystemen ausgestattet wären. Sie fordern vollautomatische Detektionssysteme, Hochdruck-Wasser-Nebel-Anlagen und infrarot-gesteuerte Löschmonitore als verpflichtende Ausrüstung der Schiffe.

(Quelle: GDV, hansa-online.de)

Es ist gelungen, für technische Systeme wichtige Dichtungen ohne schädliche Ewigkeitschemikalien (PFAS) zu entwickeln. Zudem ermöglichen die Neuentwicklungen den Einsatz von wasserbasierten Schmiermitteln. D.h., erdölbasierte Schmiermittel, von denen allein Deutschland jährlich rund eine Million Tonnen verbraucht, sind hier nebst geringerem Verschleiß und Reibung nicht mehr nötig. Die Lebensdauer der Dichtungen verlängert sich auch noch deutlich.

Zum weiteren Erfolg des Projektes „pureWaterSeal“, gehen die Forscher des Fraunhofer-Institutes nun in die praktische Erprobung. Mit dem Ziel, ihre Entwicklung auf große Anlagen zu übertragen und in Serienfertigung zu gehen.

(Quelle: Fraunhofer-Institut)

Nun ist erneut ein Wal Tod an den Strand gespült worden. Diesmal auf Sylt bei Rantum. Der etwa 6,5 Meter lange Zwergwal hat sich wohl in einer Fangleine verheddert und ist daran erstickt. Allerdings werden auch andere Todesursachen wie Parasitenbefall, Nahrungsmangel oder Schadstoffbelastung noch nicht ausgeschlossen. Das Untersuchungsergebnis wird in der kommenden Woche erwartet.

Zwergwale halten sich häufiger während des Sommerhalbjahres im Bereich der Doggerbank auf. Sie gelten mittlerweile als einheimische Art. Die schnellen und wendigen Meeressäuger gelten trotz ihrer Länge bis zu zehn Metern als die kleinsten Bartenwale.

(Quellen: NDR, t-online.de)

Naturschützer und Fischer stehen mit ihren Ansichten nicht immer auf der selben Seite. Wenn es aber um Meeresmüll geht, haben sie bis jetzt sogar eng an einer Lösung gearbeitet. „Fishing for Litter“ heißt das dazu gehörende Projekt. Gestartet ab 2010 sammelten die Fischer dabei den Müll aus ihren Netzen und entsorgten ihn kostenlos im Hafen zur Sichtung und Verwertung durch den NABU.

Nun sind die Müll-Container verschwunden. Ein effizientes System droht aktuell in einem Durcheinander von Kompetenz, Finanzen und Regeln bis Ende Juni unterzugehen. Zuletzt standen noch acht dieser Container an der Nordsee und weitere acht an der Ostsee, in in Spitzenzeiten von bis zu 180 Fischern genutzt wurden. Rettungsversuche werden gestartet, mit dem Ziel unabhängig von Drittmitteln zu werden.

(Quelle: Kreiszeitung Wesermarsch)

Mitte Mai stellte die Besatzung auf ihrem 320 Meter langen Containerfrachter YANTIAN EXPRESS (IMO 9229831) von Hapag Lloyd auf Reede vor Helgoland eine Rauchentwicklung fest. Eine unmittelbar vom Havariekommando eingeflogene Feuerwehrgruppe konnte allerdings nichts mehr davon feststellen.

Vorsorglich waren auch der Notschlepper NORDIC und weitere Einsatzschiffe vor Ort, zumal sich an Bord des Frachters auch Gefahrgut befand. Alles in allem zum Glück keine Katastrophe aber immerhin eine gute und erfolgreiche Einsatzübung.

(Quellen: NDR, t-online.de)

Liebe SDN-Mitglieder, Interessierte, Nordsee-Schützer,

die Schutzgemeinschaft SDN lebt vom Engagement ihrer Mitglieder und weiteren Nordsee-Schützern – zudem von der Vielfalt der Perspektiven entlang unserer Küste. Gerade auf kommunaler Ebene zeigen sich viele Entwicklungen oft früher und deutlicher als in überregionalen Debatten.

Deshalb bitten wir Sie: Bringen Sie Ihre Themen ein!

Gibt es aus Ihrer Sicht Entwicklungen oder Probleme,

– die vor Ort übersehen werden?

– die bisher nicht Teil unserer Arbeit waren?

– die dringend mehr Aufmerksamkeit benötigen?

Ob Umweltbelastung, Bauvorhaben, Küstenschutzmaßnahmen, Nutzungskonflikte, Fischerei, Tourismus oder andere Fragen:

Wir möchten wissen, was Sie bewegt.

Gerne greifen wir Ihre Anregungen für unsere zukünftige Arbeit auf.

Je konkreter, desto besser:

– Welche Auswirkungen sehen Sie vor Ort?

– Welche Akteure sind beteiligt?

– Welche Lösungsideen haben Sie bereits?

Denn nur gemeinsam können wir unserer Nordsee eine starke Stimme geben – auch in Ihrer Gemeinde.

Bitte senden Sie uns Ihre Themenvorschläge, Hinweise oder Erfahrungsberichte per E-Mail an:

geschaeftsstelle@sdn-web.de

oder per Post an:

Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V.

Zum Jadebusen 179

26316 Varel-Dangast

Der Sommer nähert sich und damit wird der Lebensraum Nordsee noch lebendiger. So bekommen jetzt auch die Seehunde ihre Kinder auf trockenen Sandbänken und Stränden. Diese können dann ihrer Mutter zwar schon kurz nach der Geburt ins Wasser folgen, gesäugt werden sie aber nur bei Niedrigwasser auf dem Trockenen.

Seehunde reagieren ängstlich auf in der Nähe befindliche Menschen mit Flucht. Was vor allem für die Jungtiere fatale Folgen hat. Schon im ersten Lebensjahr sterben 25% von ihnen im Wattenmeer. Was oft auch auf menschlichen Einfluss beruht. Wobei falsch verstandene Tierliebe eine wesentliche Rolle spielt.

So ist es immer besonders wichtig, einen weiten Abstand zu den Tieren zu halten. Und schon gar nicht den Weg zum Wasser zu versperren. So kann die Mutter ungehindert zu ihrem Kind zurückkehren. Oberstes Gebot dabei: Robbenkinder niemals anfassen, streicheln oder gar mitnehmen! – Damit wäre die dauerhafte Trennung von seiner Mutter fest besiegelt.

Für einen wirklichen Notfall gibt es zwei zuständige Seehundstationen. In Niedersachsen die Seehundstation Norddeich (04931-973330) und für Schleswig-Holstein die Seehundstation Friedrichskoog (04854-1372).

(Quellen: amrum-news.de, nationalpark-wattenmeer.de)

Der mit Fracking-Gas aus den USA beladene LNG-Tanker IBERICA KNUTSEN ist am Donnerstag 22. Mai morgens vor Rügen auf Grund gelaufen. Inzwischen ist das 274 Meter lange Schiff freigeschleppt und aus eigener Kraft sowie mit Schleppern wohl unbeschadet im Hafen Mukran angekommen. Es gab keine Verletzten und laut aktuellem Kenntnisstand blieb das Geschehen auch ohne Umweltschäden.

Wenn wir uns in Sorge um die Sicherheit der Nordsee als Lebensraum, solch ein Scenario ausgedacht hätten, wären wir wohl als Phantasten bezeichnet worden“, vermutet der SDN-Vorsitzende Gerd-Christian Wagner. Aber nicht nur wegen immer enger werdender Fahrtwege für Schiffe auf der Nordsee, sondern auch aufgrund direkten menschlichen Handelns könnten immer wieder solche Situationen eintreten; mit schlimmsten Folgen für die Meeresumwelt. „Das Problem lässt sich einfach benennen: eine einzige folgenschwere Schiffs-Havarie kann au11 ptsreichen, die Nordsee mit ihrem Wattenmeer und den Ästuaren als Lebensraum für Menschen und Tiere zu zerstören.“

(Quellen: NDR-MV, DUH, Ankerherz, SDN

)

Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser-Jade-Nordsee (WSA) hat am 16. Dezember in Hamburg den neuen Laderaumsaugbagger OSTERIFF von der Werft Blohm+Voss offiziell übernommen. Der 2016 von der Schifffahrtsverwaltung (GDWS) an die 2021 insolvent gegangene Werft Pella Sietas in Auftrag gegebene Neubau (14.11.2018 Kiellegung) lag seit 2021 unfertig bei Blohm & Voss.

Laut WSV kam es für die Fertigstellung zu kostenintensiven Verzögerungen und einem erhöhten Abstimmungsbedarf. Zukünftig soll die OSTERIFF eine wichtige Rolle beim Erhalt der Fahrrinnentiefen der Küsten- und Tidegewässer um Elbe, Weser und Jade erfüllen. Zunächst aber wird der Saugbagger in den Probebetrieb übergehen.

(Infos: WSV / 16.12.2025 und THB / 08.01.2025)

>>>Ab hier nach unten aus dem Jahr 2023<<<

Die Meeresluft enthält selbst in entlegenen Teilen der Welt Mikroplastikteilchen. Die winzigen Kunststoffpartikel stammen nicht nur von Quellen an Land, sondern gelangen auch über das Meerwasser in die Atmosphäre. Für ihre Studie analysierten deutsche und norwegische Forschende Luftproben, die sie entlang der norwegischen Küste bis in die Arktis gesammelt haben.

Das Ergebnis: In allen Proben tauchten Mikroplastikteilchen aus Polyester auf, außerdem Polyethylenterephthalate (PET), die vermutlich als Textilfasern in die Atmosphäre gelangt waren. Auch weitere Kunststoffe ließen sich nachweisen, unter anderem Polypropylen (PP), Polycarbonat und Polystyrol. Eine weitere wichtige Quelle stellte Reifenabrieb dar, also kleine Gummipartikel, die sich bei der Fahrt und vor allem beim Bremsen von Autoreifen ablösen. Die Forschenden ermittelten Konzentrationen von bis zu 37,5 Nanogramm – also Milliardstel Gramm – Mikroplastik pro Kubikmeter Luft.

Neben Forschenden des ICBM waren an der Studie auch Forscherinnen und Forscher des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholz-Zentrum für Polar und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven, der TU Berlin, des Norwegischen Instituts für Luftuntersuchungen (NILU) und des Norwegischen Instituts für Öffentliche Gesundheit (NIPH) beteiligt.

www.sdn-web.de

(Infos: uol.de/icbm/ogc / 07.08.2023)

>>>Ab hier nach unten aus dem Jahr 2021<<<

Auf See ist der Übergang von Polizeiarbeit, vorbeugendem Schutz, Militäreinsatz und Katastrophenschutz fließend, und in den letzten Jahren haben die Gefahren zugenommen. Nun müssen die Strukturen an die neuen Anforderungen angepasst werden, erklärt die SDN.

In dem nun veröffentlichten „Positionspapier Deutsche Küstenwache 2021“ wird als Lösungsvorschlag nun ein Weg aufgezeigt – unter Vermeidung einer Grundgesetzänderung und Beachtung langjähriger Forderungen des Bundesrechnungshofes sowie der föderalen Struktur – ohne Einrichtung einer zusätzlichen Behörde ein effektives maritimes Vollzugssystem zu installieren.

Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste SDN hat gemeinsam mit sechs Nautischen Vereinen und der Insel- und Halligkonferenz neuen Lösungsvorschlag für eine Deutsche Küstenwache” erarbeitet.

>>>Ab hier nach unten aus dem Jahr 2020<<<

Die Schlauchalge Vaucheria velutina ist die „Alge des Jahres 2021“. Die Sektion Phykologie der Deutschen Botanischen Gesellschaft e.V. wählte die eingeschleppte Algenart, die dieses Jahr erstmals im norddeutschen Wattenmeer nachgewiesen wurde, „aufgrund ihrer plötzlichen Dominanz und der unabsehbaren ökologischen Folgen“, die ihre Anwesenheit dort mit sich bringen könnte. In den Schläuchen der Alge, die normalerweise nur am Ufer wächst, verfängt sich der Schlick, wodurch die Gänge der Wattwürmer verstopft werden. Somit verändert sich das Weltnaturerbe Wattenmeer.

Mittlerweile bedeckt die Alge eine Fläche von mehr als 280 Fußballfeldern.Bei Sylt hat sie schon riesige Areale erobert, die sehr weit draußen im Watt bis zum Horizont reichen und wo nur selten ein Kurgast hinkommt.

Ob sich der Algenrasen bei Sylt nach der Wachstumspause im Winter weiter vergrößert und wie er das Ökosystem Wattenmeer verändern wird, bleibt abzuwarten. Schon dieses Jahr ließ sich feststellen, dass die Alge weite Sandwatten in Schlickwatt umwandelt: Feine Sedimentpartikel, die mit der Flut eingeschwemmt werden, bleiben zwischen den dicht an dicht aus dem Boden ragenden Algenfäden hängen. Im Verlauf von nur einem Sommer hat sich ein weiches Schlickpolster aufgeschichtet, das bis zu zwanzig Zentimeter höher als das umgebende Sandwatt ist. Unter der Oberfläche ist der weiche Schlick tiefschwarz und dünstet faulig riechenden Schwefelwasserstoff aus.

Schlauchalgen der Gruppe der Vaucheria zählen zu den frühesten Lebensformen unseres Planeten. Abdrücke fanden Geologen in bis zu einer Milliarde Jahre altem Gestein. Das erstaunliche an ihnen ist ihr Potenzial, sich bei optimalen Bedingungen explosionsartig zu vermehren. Vermutlich ist die Alge mit importierten Pazifischen Austern eingeschleppt worden, die in Netzbeuteln im Sylter Wattenmeer für den Verzehr „gemästet“ werden, nachdem die einheimische Auster im vorigen Jahrhundert ausgerottet wurde.

Sollte die Schlickanhäufung im Sandwatt weitergehen, würde das besonders den Wattwürmern zusetzen. Die Gesamtheit aller Wattwürmer schichtet jährlich so viel Sand im Wattenmeer um, dass sich damit die Stadtfläche von Hamburg 15 Meter hoch bedecken ließe. Wenn der zwischen Vaucheria hängenbleibende Schlick die Gänge der Wattwürmer verstopft, ist alles Leben im Wattboden davon betroffen, so die Forscherinnen und Forscher. „Das kann sogar Auswirkungen auf die Fähigkeit des Wattenmeeres haben, sich im Klimawandel dem schnell steigenden Meeresspiegel anzupassen. Derzeit verändert sich das Weltnaturerbe Wattenmeer unumkehrbar, direkt vor unseren Augen und durch eine eigentlich sehr kleine Alge.“

(Quelle: https://www.uni-goettingen.de/de/3240.html?id=6125 / 21.12.2020)

Die Havarien bei Containerschiffen häufen sich. Denn die Reedereien gehen beim Beladen häufig ans Limit. Der Ruf nach einer Reform des globalen Seerechts wird lauter.

Mark Pieth, Kathrin Betz (Gastautoren)

Unfälle wie auf einem japanischen Frachtschiff passieren immer wieder: In schwerer See gingen am 30. November 2020 1816 Container über Bord.

Mehr Unfälle als früher

Zwar versichert die Branche, bei jährlich 130 Mio. Containerbewegungen gingen im Durchschnitt lediglich 1500 Container verloren. Doch die heftigeren Stürme wegen der globalen Erwärmung setzen hinter diese Statistik ein großes Fragezeichen. Gerade diesen November hat die «One Apus» 1900 Container im Pazifik verloren. Die «MSC Zoe» und die «One Apus» haben eines gemeinsam: Beides sind neue Schiffe, konstruiert nach höchsten Ingenieurstandards.

Im Oktober dieses Jahres hat die australische Seefahrtsbehörde ihren Bericht über den Verlust von 50 Containern der «APL England» vorgelegt. Diese und weitere Untersuchungen gehen davon aus, dass die Containerverluste mit den immer größeren Schiffen zu tun haben. Diese scheinen anfällig auf sogenanntes parametrisches Rollen, welches die traditionellen Befestigungsmethoden überfordert. Im Prinzip sollte bei der Beladung auf Gewicht und Risikogüter Rücksicht genommen werden. Trotzdem kommt es immer wieder zu noch schwerer wiegenden Unfällen. Etwa wenn ein Schiff auf hoher See auseinanderbricht (so 2013 die «MOL Comfort», Verlust von 4382 Containern) oder gar in Flammen aufgeht (wie die «Maersk Honam» 2018 oder die «MSC Flaminia» 2012).

Inzwischen melden sich die Versicherer zu Wort. So hat die Allianz in einem Bericht von 2019 kritisiert, dass stets größere Schiffe bei Unfällen größere Schäden zeitigten. Auch Vertreter der Industrie stimmen ein. Analytiker wie Drewry geben zu bedenken, dass sogenannte Megaschiffe die engen Häfen blockieren und zu erheblichen Umweltrisiken führen. Demgegenüber betrage die Kosteneinsparung in der Lieferkette nur etwa 5%.

Die Schifffahrtsrouten sollten zudem überdacht werden. Auf Frachtschiffen herrschen zum Teil extreme Arbeitsbedingungen: Zahlenmässig kleine Besatzungen sehen sich mit langen Arbeitszeiten konfrontiert, es fehlt die Zeit für den Landgang. Ein Großteil dieser Schiffe fährt unter Billigflaggen. Das untergräbt sowohl die Sicherheit als auch die Arbeitsbedingungen.

(Quelle: Neue Zürcher Zeitung (NZZ) am Sonntag / 20.12.2020)

Dem Deutschen Bundestag wird empfohlen, einen „Prüfauftrag“ für den Aufbau einer Deutschen Küstenwache in Nord- und Ostsee an ein unabhängiges Institut zu vergeben.

Den Ökosystemen in Nord- und Ostsee geht es schlechter denn je. Das zeigt Greenpeace in einem neuen Report (https://act.gp/3gFHs41). Die Bestände von Dorsch und Hering in der Ostsee schwinden dramatisch, weil der Nachwuchs ausbleibt. Deutschlands einzige Walart, der Schweinswal, ist stark gefährdet. „Unsere Meere werden geplündert, zerstört und verschmutzt, nur für den kurzfristigen Profit – mit drastischen Folgen für die Artenvielfalt und letztlich für uns alle“, sagt Thilo Maack, Greenpeace- Meeresbiologe. „Die Bundesregierung muss deutlich entschlossener und konsequenter handeln und die Zerstörung durch den Menschen verbieten. Um die Meere zu retten, brauchen wir echte Schutzgebiete.“
Die deutschen Hausmeere sollten nach der gemeinsamen europäischen Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) spätestens im Jahr 2020 einen „guten Umweltzustand“ erreichen, auch die Speisefischbestände sollten in einem sicheren Zustand sein. Die EU-Kommission wirft der Bundesregierung vor, ihre ausgewiesenen Meeresschutzgebiete nicht konsequent genug umzusetzen und kündigte an, den Fall im Sommer an den Europäischen Gerichtshof zu verweisen. Mit einem Urteil in dem Vertragsverletzungverfahren drohen Deutschland tägliche Zwangszahlungen in Millionenhöhe.
Zwar hat die Bundesregierung seit 2007 fast 50 Prozent ihrer Meeresgebiete unter Schutz gestellt, doch diesen gibt es nur auf dem Papier. In den Schutzzonen der Nord- und Ostsee sowie im Nationalpark Wattenmeer sind immer noch die zerstörerische Fischerei mit Grundschleppnetzen und Stellnetzen erlaubt, auch die Ausbeutung von Öl oder Sand- und Kiesabbau.

(Quelle: Greenpeace-Hamburg / 09.07.2020)

Forschende des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) haben in einer neuen Metastudie wegweisende Erkenntnisse zu den Folgen des Klimawandels für die Fischbestände der Welt gewonnen. Die Risiken für Fische sind demnach viel größer als bisher angenommen, wenn man berücksichtigt, dass bestimmte Lebensstadien besonders empfindlich auf steigende Wassertemperaturen reagieren. Ein kritischer Engpass im Lebenszyklus der Fische ist die geringe Wärmetoleranz während der Fortpflanzung. Das bedeutet, die Wassertemperatur in den Laichgebieten entscheidet maßgeblich über den Fortpflanzungserfolg der Arten und macht Fische auf diese Weise besonders anfällig für den Klimawandel – im Meer ebenso wie in Seen, Teichen und Flüssen. Den Analysen zufolge gefährdet der ungebremste Klimawandel aufgrund steigender Wassertemperaturen den Fortpflanzungserfolg von bis zu 60 Prozent aller Fischarten.
Betroffene Arten wären dann gezwungen, sich entweder evolutionsbiologisch anzupassen – ein Prozess, der vermutlich viel zu lange dauern würde – oder aber ihre Fortpflanzung in eine andere Jahreszeit oder an einen anderen Ort zu verlagern. Fische in Flüssen und Seen stehen zudem vor dem Problem, dass ihr Lebensraum durch die Größe und geographische Lage der Gewässer begrenzt wird. In größere Tiefe oder kältere Regionen abzuwandern, ist für sie nahezu unmöglich. Wo Fische abwandern oder ihre Reproduktionsraten sinken, wird es zu neuen Interaktionen zwischen den Arten kommen und die Produktivität der Ökosysteme zum Teil abnehmen. Entsprechende Prognosen zur Zukunft der weltweiten Fischbestände hatte der Weltklimarat bereits in seinem Sonderbericht zum Ozean und der Kryosphäre im Klimawandel veröffentlicht.

(Quelle: Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung / 02.07.2020)

Forscher der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) und der Goethe-Universität Frankfurt haben gemeinsam das Vorkommen von Mikroplastik in der Elbe untersucht. Dazu haben sie das Flusswasser und die Flusssedimente von der mittleren über die untere bis hin zur äußeren Elbe beprobt. Ziel war es, die Verteilung von Mikroplastik in Flusssystemen besser zu verstehen. Ein wesentliches Ergebnis: Die Konzentration von Mikroplastik im Sediment ist rund 600.000 Mal höher als im Wasser. Aus der Konzentrationsverteilung folgern die Forscher: Sedimente in Fließgewässern sind eine bedeutende Senke für das im Wasser enthaltene Mikroplastik. Dabei stimmt die Größenordnung der an der Elbe gemessenen Werte mit denen anderer deutscher Flüsse wie Rhein, Main, Donau und Weser überein.

(Quelle: Bundesanstalt für Gewässerkunde / 02.07.2020)

Auch tief unter der Meeresoberfläche treiben Strömungen die Plastikteilchen in wahren Müllkippen zusammen. Das Problem könnte gigantisch sein – aber niemand weiß es genau.
Die großen Müllstrudel der Weltmeere kennt man – Regionen, in denen Winde und Strömungen gigantische Mengen schwimmenden Plastikabfall zusammengetrieben haben. Doch auch am Meeresboden haben sie ihre Gegenstücke; diese Müllhalden könnten um ein Vielfaches größer sein als die Müllstrudel. Eine Arbeitsgruppe um Ian Kane von der University of Manchester hat im Tyrrhenischen Meer zwischen Korsika und Italien Hinweise darauf gefunden, dass abgesunkene Plastikteile von Strömungen ebenfalls in bestimmten Zonen konzentriert werden. Wie das Team in »Science« berichtet, fand es dort eine der höchsten jemals gemessenen Plastikkonzentrationen im Meeresboden: 191 Fasern und Partikel in 50 Gramm Schlick, was nahezu zwei Millionen Plastikteilchen pro Quadratmeter Meeresboden entspricht. Die Abfälle sammeln sich in Tiefen von etwa 600 bis 900 Metern da an, wo die Strömungen entlang des Abhangs zur Tiefsee besonders stark mit dem Meeresboden wechselwirken. Dort werden tiefe Rinnen ausgespült und andernorts dicke Sedimentpakete aufgeschichtet. Und dort, so das Team, sammle sich nun der Müll.
Diese untermeerischen Müllkippen könnten wahrhaft gigantisch sein und die Müllstrudel weit in den Schatten stellen – denn diese enthielten nur etwa ein Prozent des Plastiks in den Meeren, heißt es in der Veröffentlichung. Der größte Teil des Rests lande vermutlich am Meeresboden.

(Quelle: https://www.spektrum.de/news/muellstrudel-entstehen-auch-am-meeresboden/ / 06. Mai 2020)

Über immer mehr kuriose, scheinbar abstruse und auch traurige Anfragen berichtet der NABU Niedersachsen. Dieser Trend habe sich „enorm verstärkt“, wie Rüdiger Wohlers berichtet. „Die Naturentfremdung vieler Menschen schreitet leider fort. Das ist eine gesellschaftliche Zeitbombe, denn nur was man kennt, kann man auch schützen. Umweltbildung ist daher essentiell.“ Und die sei auch dringend notwendig, denn man sehe, wie groß die Entfremdung, die oft in Vermenschlichung von Tieren abgleite, bereits wäre.
Weiter berichtet Wohlers über „beispielhafte Anfragen und Fälle, die als Spitze des Eisbergs gesehen werden müssen.“ Dazu gehörte ein Anruf eines Herrn, der in einem November anfragte, wo er Fliegen bekommen könne, da er eigenmächtig mit einem großen Kescher Schwalben eingefangen und in seine Scheune gesperrt habe. Begründung: „Ich will nicht, dass die im Süden gefressen werden!“. In einem anderen Fall stellte sich heraus, dass jemand Frösche im vergangenen Herbst aus seinem Gartenteich gefischt und in seinem Eisfach deponiert hatte, „um sie dort zu überwintern.“ Ein tödlicher Versuch! Und ebenso erstaunlich war der Anruf einer Dame, die darum bat, an einem Dezembertag eine große Anzahl Marienkäfer abzuholen: „Die stinken in diesem Jahr zu sehr.“ Was war passiert? Sie hatte laut ihrer Erzählung seit mehreren Jahren, im Herbst Marienkäfer, die sich unter Laub verborgen hatten, eingesammelt und in einen eigens umgenähten Kissenbezug gefüllt – um sie dann „mit ans Fußende ins Bett zu nehmen, da ist es schön warm“.

(Quelle: NABU Niedersachsen / 20.04.2020)

Weichen stellen für Mensch und Meer
Die Klimakrise und unser Hunger auf marine Ressourcen haben zu einem nie dagewesenen Sterben mariner Arten und Lebensräume geführt. Jetzt haben die deutschen Naturschutz- und Entwicklungshilfeverbände ein gemeinsames Forderungspapier veröffentlicht.
Das Forderungs-Papier:
200310_meeresoffensive2020_forderungspapier

Der Covid-19-Erreger ist nicht vom Himmel gefallen. Die Corona-Pandemie ist eine Folge menschlichen Handelns, eine Folge unserer Naturzerstörung, insbesondere der Vernichtung tierischer Lebensräume, und unseres ausbeuterischen Umgangs mit den Lebewesen dieses Planeten. Das Problem dabei sind nicht die Wildtiere selbst, sondern schlicht unser enger Kontakt mit ihnen, insbesondere den Säugetieren. Das ermöglicht und erleichtert ein Überspringen verschiedenster Krankheitserreger von den Tieren auf den Menschen.

Die Ausbrüche menschlicher Infektionskrankheiten nehmen immer weiter zu. In den letzten Jahren gab es Ebola, die Vogelgrippe, das Atemwegssyndrom des Nahen Ostens MERS, das Rift Valley-Fieber, das schwere akute Atemwegssyndrom SARS, das West-Nil-Virus und das Zika-Virus, um nur einige zu nennen. Jedes Mal waren ursprünglich Tiere Träger der ursprünglichen Krankheitserreger. Jedoch sind nicht diese Wildtiere und ihre natürlichen Erregerstämme der Auslöser, sondern die unnatürliche Nähe zwischen ihne und dem Menschen.

„Wenn wir so weitermachen, ist die nächste Epidemie nur eine Frage der Zeit“, meint Inger Andersen, Direktorin des UN-Umweltprogramms. Dabei sollte sich der Mensch auch bewusst machen, dass die Kosten und Folgen einer Pandemie die Kosten für ihre präventive Verhinderung bei weitem übersteigen. Intakte Ökosysteme und gesunde Wildtiere würden auch die Menschen schützen.

Die gute Nachricht ist: Wir haben es selbst in der Hand, diese Gefahr so gering wie möglich zu halten.

(Quelle: https://www.wwf.de/aktuell/ / April 2020)

Das Meer ist voll mit Kunststoffabfällen. Wohin diese im Lauf der Zeit verschwinden, ist unklar. Nun zeigt eine Studie: Das meiste kommt wieder an Land.
Eine Untersuchung von Arianna Olivelli von der Universität Utrecht und ihrem Team in den »Environmental Research Letters« zeigt, dass der größte Teil der in die Ozeane eingetragenen Kunststoffabfälle offensichtlich wieder an Land geschwemmt wird. Bislang sei ungeklärt, wohin der Müll im Meer verschwindet.
Die Wissenschaftler verglichen dazu die Daten von 635 Erhebungen in Australien, für die Müllmengen an Küsten des Kontinents ermittelt wurden. Menge und Verteilung der Zivilisationsreste korrelierten dabei eng mit vorherrschenden Windrichtungen und Meeresströmungen. Das Abfallvolumen war erwartungsgemäß in der Nähe von Siedlungen oder Straßen größer als in entlegenen Regionen. Zudem nahm die Mülldichte und Größe der einzelnen Funde mit Abstand zum Spülsaum Richtung Hinterland zu. Demnach scheinen laut der Forscher auch im weltweiten Maßstab Strände und das unmittelbar angrenzende Gebiet eine Senke für Kunststoffabfälle zu sein. Ein großer Teil unseres Mülls versinke daher nicht in der Tiefsee oder verschwinde in der Arktis, sondern gelange wieder an Land zurück.
Daten einer zweiten, noch nicht veröffentlichten, Studie deuten außerdem darauf hin, dass 90 Prozent des eingetragenen Plastikmülls innerhalb eines etwa acht Kilometer breiten Bandes im Meer bliebe und nicht auf die hohe See treibe.
https://www.spektrum.de/news/der-plastikmuell-kehrt-zurueck/

(Quelle: Universität Utrecht / Arianna Olivelli / www.spektrum.de / März 2020)

Und dann noch einmal eine Schiffs-Havarie, wie es sie bei uns natürlich nie geben könne; schon gar nicht in Anbetracht der zunehmend zugebauten Nordsee: ein 80 Meter langes Geisterschiff names MV ALTA, was ohne Besatzung seit September 2018 von den Bermudas quer über den Atlantik bis an die irische Küste getrieben ist und dort im Februar 2020 anlandete. Zum Glück gab es mit ihr auf diesem langen Weg keine Kollision. Bei uns wäre sie eventuell ja nun nicht so lang ungestört getrieben. Dafür stehen hier zu viele Wind- und Förderanlagen und fahren zu viele Schiffe.

(Quelle: THB Täglicher Hafenbericht / 19.02.2020)

Dürren, Starkregen, Schädlingsausbrüche – derartige Störungen sind in allen natürlichen Ökosystemen gegenwärtig. Doch wie gut können sich Lebensgemeinschaften anschließend wieder erholen? Das haben das Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) und das Helmholtz-Institut für Funktionelle Marine Biodiversität an der Universität Oldenburg (HIFMB) untersucht. Dafür wurden in einer so genannten Meta-Analyse 508 vorhandene Studien ausgewertet. Vorwiegend Experimente, in denen natürliche oder naturnahe Ökosysteme kurzzeitig aus dem Gleichgewicht gebracht und anschließend weiter beobachtet wurden. Die Forscher stellten fest, dass die Lebensgemeinschaften ihre Funktionen im Ökosystem – zum Beispiel als Sauerstoff- und Biomasseproduzenten – zum Ende der Experimente fast wieder so gut wie in der ungestörten Kontrolle erfüllten. Die Artenzusammensetzung erholte sich jedoch nicht.
Die Zahl der Arten wäre zwar am Ende der Experimente in der Regel fast so hoch wie vor der Störung – allerdings nicht die gleichen Arten. Das bedeute: Auch wenn nach einer Störung wieder die ursprünglichen Rahmenbedingungen herrschen, etablieren sich nicht unbedingt die gleichen Arten wie vorher. Die Forscher schlossen daraus, dass sich die Zusammensetzung von Ökosystemen nach Störungen wie Stürmen, Überschwemmungen oder Schädlingsausbrüchen nur langsam erholt.
Menschliche Eingriffe wie das Pflügen, der Bergbau oder die Fischerei setzen Ökosysteme zusätzlich unter Druck – ebenso wie der Klimawandel oder die großflächige Überdüngung von Gewässern. Die Zahl und das Ausmaß der Störungen, so haben die Umweltwissenschaftler beobachtet, nehmen derzeit zu, zudem treten im Vergleich zu vorindustriellen Zeiten völlig neue Arten von Störungen auf.

Weitere Informationen:
https://uol.de/icbm/planktologie

(Quelle: Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) / 23.01.2020)

Cyanobakterien, umgangssprachlich auch Blaualgen genannt, gehören zu den häufigsten Organismen auf der Erde. Ein Forschungsteam unter Leitung des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) und der Universität Heidelberg zeigte nun erstmalig, dass Cyanobakterien in Meeren, Binnengewässern und an Land relevante Mengen an Methan produzieren.
Das Forschungsteam untersuchte 17 Cyanobakterienarten, die im Meer, im Süßwasser oder an Land vorkommen. „Cyanobakterien im Oberflächenwasser sind eine bislang unbekannte Quelle für Methan. Wir konnten erstmalig zeigen, dass diese Bakterien das Treibhausgas im Rahmen ihres regulären Zellstoffwechsels erzeugen“, erklärt Dr. Mina Bižić, IGB-Forscherin und Erstautorin der Studie.
Das Team verglich in Laborexperimenten die Menge an produziertem Methan von Cyanobakterien mit Werten für Archaeen und Organismen mit Zellkern (Eukaryoten). „Cyanobakterien bilden bei gleicher Biomasse weniger Methan als Archaeen, aber mehr Methan als Pilze oder Pflanzen. Es ist jedoch schwierig, den globalen Anteil an Methan von Cyanobakterien abzuschätzen, denn es fehlen genaue Daten zur Biomasse dieser Organismen in Gewässern und Böden“, so Frank Keppler, Professor am Institut für Geowissenschaften der Universität Heidelberg und Mitautor der Studie.
Mehr Blaualgenblüten bedeuten höhere Methanemissionen.
Im Meer- oder Süßwasser entwickeln sie sich bei einem hohen Nährstoffgehalt und warmen Temperaturen besonders gut. Durch den Klimawandel werden Massenentwicklungen, die sogenannten Blaualgenblüten, in Zukunft also häufiger und in stärkerem Ausmaß auftreten.

(Quelle: Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) / 15.01.2020)

Wenn es um den Schutz der Ozeane geht, spielen Meeresschutzgebiete eine wichtige Rolle. Sie sollen Refugien für die Meeresbewohner schaffen und so die marine Artenvielfalt erhalten. Was solche Schutzgebiete konkret für die Artenvielfalt der Fische bringen, haben nun Forscher vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) in Leipzig im Mittelmeer untersucht.
Dabei zeigte sich, dass in Schutzgebieten nicht nur die Zahl der Fische insgesamt stieg, sondern auch die Biodiversität und die relative Balance der Arten untereinander sich positiv entwickelte. Allerdings profitieren seltene und häufige Arten in unterschiedlichem Ausmaß.
Nach Ansicht der Wissenschaftler deuten ihre Ergebnisse insgesamt darauf hin, dass Meeresschutzgebiete helfen können, der biologischen Verarmung des Ozeans entgegenzuwirken. Besonders effektiv aber sei es, wenn Schutzgebiete miteinander vernetzt würden.

(Quelle: Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig / natur.de / 10.01.2020)

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Laut einer Studie des International Council on Clean Transportation (ICCT) führt Flüssigerdgas (LNG) als Schiffskraftstoff zu 70 bis 82 Prozent höheren Treibhausgasemissionen im Vergleich zu Marinediesel. Der ICCT-Bericht untersucht die Treibhausgasemissionen aus Schiffskraftstoffen über den gesamten Lebenszyklus, einschließlich des unbeabsichtigten Methanschlupfs. Die Autoren fanden heraus, dass die Verwendung von LNG die Klimawirkung der Schifffahrt im Vergleich zu Marinediesel tatsächlich verschlechtern kann, wenn man die Emissionen betrachtet, die über einen Zeitraum von 20 Jahren emittiert werden würden.
LNG wird demnach als ein schädlicher Irrweg gesehen und tauge auch nicht als Brückentechnologie. Die Schifffahrtsbranche stoße jetzt schon mehr Treibhausgasemissionen aus als ganze Staaten – auch mehr als Deutschland. Von den 756 LNG-Schiffen, die derzeit im Einsatz oder bestellt wären, sei der mit Abstand beliebteste Motorentyp ein Dual-Fuel-Viertakter. Er habe die höchste Methanschlupfrate. Dabei seien Methanemissionen besonders problematisch, da Methan 86-mal mehr erwärme als die gleiche Menge CO2.
Studie: www.stand.earth/publication/climate-implications-using-lng-marine-fuel

(Quelle: International Council on Clean Transportation (ICCT) / NABU.de / Januar 2020)

>>>Ab hier nach unten aus dem Jahr 2019<<<

Auf vielen Flächen tummelt sich heute nicht nur eine deutlich verringerte Biomasse an Insekten, sondern auch etwa ein Drittel weniger Insektenarten als noch vor einem Jahrzehnt. Dies geht aus einer Biodiversitätsstudie zwischen 2008 und 2017 eines von der Technischen Universität München (TUM) angeführten internationalen Forschungsteams hervor. Vom Artenschwund betroffen sind demnach vor allem Wiesen, die sich in einer stark landwirtschaftlich genutzten Umgebung befinden – aber auch Wald- und Schutzgebiete wie Schafweiden, Wiesen, die drei bis viermal jährlich gemäht und gedüngt wurden, forstwirtschaftlich geprägte Nadelwälder und sogar ungenutzte Wälder in Schutzgebieten. Der größte Schwund wurde allerdings auf den Grünlandflächen festgestellt, die in besonderem Maße von Ackerland umgeben sind. Dort litten vor allem die Arten, die nicht in der Lage sind, große Distanzen zu überwinden.

(Quelle: Technische Universität München (Lehrstuhl für Terrestrische Ökologie) / 30.10.2019)

In Norddeutschland wurde im Juli 2019 mit der Deutschen Allianz Meeresforschung (DAM) eine der weltweit größten marinen Forschungsallianzen ins Leben gerufen. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, lösungsorientiertes Handlungswissen für den nachhaltigen Umgang – wie etwa zur Artenvielfalt in den Meeren oder zum Klimaschutz – mit den Meeren und Ozeanen zu erarbeiten und bündelt dafür die Expertise von Forschungseinrichtungen und Hochschulen unter einem Dach. Die ersten zwei Themen für die Pilotphase sollen einerseits Optionen für Schutz und Nutzung mariner Räume zum Erhalt der Biodiversität und Ökosystemfunktionen und andererseits Analysen zur Zukunft mariner Kohlenstoffspeicher als Handlungswissen für die Klimapolitik umfassen.

Der Bund und die fünf norddeutschen Länder Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein stellen dafür gemeinsam bis zum Jahr 2022 insgesamt 56,25 Millionen Euro bereit. Der Bund beteiligt sich zu 80 Prozent an der Finanzierung, die Länder tragen gemeinsam 20 Prozent.

Die DAM wurde am 4. Juli in Berlin von den folgenden Einrichtungen gegründet:
– Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI),
– Carl von Ossietzky Universität Oldenburg mit ihrem Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM),
– Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) mit Kiel Marine Science (KMS),
– GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel,
– Helmholtz-Zentrum Geesthacht – Zentrum für Material- und Küstenforschung (HZG),
– Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW),
– Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT),
– MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen,
– Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.(MPG) mit dem Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie (MPI-MM) und dem Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M),
– Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung mit Senckenberg am Meer,
– Universität Hamburg mit ihrem Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit (CEN),
– Universität Rostock mit ihrem Department Maritime Systeme (MTS).

(Quelle: Deutsche Allianz Meeresforschung (DAM) / 18.07.2019)

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Digitale Medien werden zunehmen so eingesetzt, dass die Menschen ihren Gehirnen keinen Gefallen damit tun, ist der Hirnforscher Martin Korte von der TU Braunschweig überzeugt. Ein Problem sei es, dass zu viel Wissen ausgelagert und nicht mehr versucht würde, es selbst abzuspeichern. Das sei aber extrem wichtig, um differenziert über komplexe Probleme nachdenken zu können und selber Lösungen zu finden.
Zudem würde das Arbeitsgedächnis und damit das Konzentrationsvermögen schrumpfen: die Zeit innerhalb der die Menschen sich konzentrieren können, ohne sich abzulenken, wird deutlich kleiner. Früher seien das 15 Sekunden gewesen, heute nur noch elf.
Das Gehirn fühlt sich schneller überfordert von der (zunehmend geringeren) Informationsmenge die es verarbeiten soll. Woraufhin es statt differenzierter zu denken in den Modus schaltet undifferenziert zu denken und weitere Informationen eher abzuwehren.

(Quelle: Nordwest-Zeitung / 15.07.2019)

Laut dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sind die Meere die am schlechtesten geschützten Lebensräume unseres Planeten. Weder die deutsche Nordsee noch die deutsche Ostsee seien demnach in einem guten Umweltzustand. Dem Statistischen Bundesamt zufolge stünden hier zwar insgesamt Bereiche von der Größe Mecklenburg-Vorpommerns unter Schutz, was immerhin 47 Prozent der deutschen Meeresflächen ausmache, allerdings gebe es diesen Schutz größtenteils nur auf dem Papier. Stattdessen hinterlasse eine zunehmende Nutzung durch Fischerei, tausenden Schiffen, Rohstoffabbau und militärische Manöver und die damit einhergehende Verschmutzung der Meere durch den Menschen nachweisbare Spuren und belaste den marinen Lebensraum schwer. „Echte Ruhezonen oder Rückzugsräume für die Natur gibt es in den Schutzgebieten bislang nicht.“
Der BUND fordert angesichts des dramatisch schlechten Zustands unserer Meeresgebiete, dass in mindestens der Hälfte der deutschen Schutzgebiete alle menschlichen Nutzungen ausgeschlossen werden – sogenannte Nullnutzungszonen – um einen Schutz der schwindenden Lebensräume und Arten unter Wasser zu gewährleisten. Leider würden sich aber die verschiedenen Regierungs-Ressorts Verkehr, Wirtschaft, Landwirtschaft, Verteidigung und Forschung gegenseitig blockieren, statt den Meeresschutz gemeinsam voranzutreiben.

(Quelle: www.bund.net/meere / 07.06.2019)

Die Weiterentwicklung des UNESCO-Biosphärenreservats Niedersächsisches Wattenmeer tritt in seine nächste Phase. Mit der „Konsultationsphase“ habe ein Prozess begonnen, in dem Grundlagen für Entscheidungen zu einem freiwilligen Beitritt von Städten und Gemeinden an der Küste geschaffen würden. Das UNESCO-Biosphärenreservat unterstützte ein lebenswertes Umfeld nahe des Nationalparks Wattenmeer, in dem auch gesellschaftliche und wirtschaftliche Aspekte eine bedeutende Rolle spielten. Es könne eine wertvolle Grundlage für eine nachhaltige Wirtschafts- und Hafenpolitik sein. Dabei wäre der Begriff „Biosphäre“ – also Lebensraum – sicherlich der glücklichere und würde auch die Unterscheidung zum Biosphärenreservat nach Bundesnaturschutzgesetz deutlich machen.
Neben dem bestehenden Nationalpark bedürfe es für die Wattenmeer-Region keiner zusätzlichen rechtlichen Sicherung von Naturschutzflächen. Vielmehr sollten hier gerade in den vom Menschen geprägten Bereichen nachhaltige Lösungswege für Zukunftsfragen modellhaft erprobt werden.

(Quelle: Nds. Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz / 31.05.2019)

Allein in Deutschland werden laut Umweltbundesamt jährlich rund 30.000 Tonnen Humanarzneimittel verkauft, von denen etwa 1.200 für die Humanmedizin zugelassene Wirkstoffe als umweltrelevant eingestuft werden. Einige dieser Substanzen gelangen aus Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen aber durch die unsachgemäße Entsorgung von ambulant verschriebenen Medikamenten auch aus Privathaushalten und der Tiermedizin in das Abwasser.
Die heute in Kläranlagen eingesetzten biologischen Aufbereitungsverfahren können einige organische Spurenstoffe im Abwasser relativ gut entfernen, andere Substanzen wie Arzneimittel allerdings nur ungenügend. Gelangen sie in den Wasserkreislauf, können sie sich schon in niedrigsten Konzentrationen auf Wasserorganismen negativ auswirken.

(Quelle: https://www.eucc-d.de / 15.05.2019)

Laut dem Bericht des Weltbiodiversitätsrates IPBES (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) zum weltweit akzeptierten Sachstand des Zustandes der Natur sind rund eine Million Arten in den kommenden Jahren und Jahrzehnten vom Aussterben bedroht. Viele davon schon in den kommenden Jahrzehnten.
Das Artensterben ist demnach heute mindestens Dutzende bis Hunderte Male größer als im Durchschnitt der vergangenen zehn Millionen Jahre. 75 Prozent der Landoberfläche und 66 Prozent der Meeresfläche wären stark verändert. Über 85 Prozent der Feuchtgebiete seien verloren gegangen. Allein der Verlust von Bestäuberinsekten habe demnach schon ungeahnte Auswirkungen auf die Nahrungsmittelproduktion und die zunehmende Schädigung wertvoller Ökosysteme würde auch wichtige Leistungen für den Menschen in Gefahr bringen.
Der Weltbiodiversitätsrat IPBES (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) ist ein zwischenstaatliches Gremium zur wissenschaftlichen Politikberatung für das Thema biologische Vielfalt und Ökosystemleistungen. IPBES ist vergleichbar mit seiner älteren Schwester, dem Weltklimarat IPCC für das Klima.
Vertreter aus 132 Mitgliedstaaten nahmen an den Beratungen des Rates vom 29. April bis 4. Mai 2019 in Paris teil.

(Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung + Süddeutsche Zeitung / 06.05.2019)

Laut einer aktuellen Todesstatistik des Bundesumweltministeriums (BMU) stehen die Schweinswale in der Ostsee – zumindest in den zentralen und östlichen Teilen – vor dem akuten Aussterben. Im westlichen Teil der Ostsee werden sie noch auf rund 18.500 Tiere geschätzt. In der Nordsee vom Ärmelkanal bis zum Nordkap sollen es noch 200.000 Schweinswale sein; was allerdings eine zahlenmäßige Reduzierung um ein Drittel in nur zehn Jahren bedeute. Grund dafür: wohl zu 60 und mehr Prozent Beifang als Todesursache. Ein genetischer Austausch zwischen beiden Populationen wird als nicht sehr wahrscheinlich angesehen.

(Gemeldete) Todfunde von Schweinswalen Nordsee / Ostsee laut BMU:
2000: 47 / 22
2001: 100 / 39
2002: 79 / 60
2003: 111 / 44
2004: 157 / 54
2005: 213 / 65
2006: 204 / 102
2007: 212 / 164
2008: 162 / 142
2009: 165 / 176
2010: 96 / 124
2011: 173 / 108
2012: 225 / 81
2013: 158 / 130
2014: 112 / 129
2015: 161 / 141
2016: 206 / 221
2017: 152 / 154
2018: — / 203
Gesamt: 2.733 / 2.159

(Quelle: taz Nord / 02.05.2019)

Milliarden Zigarettenkippen landen jährlich durch Ignoranz, Achtlosigkeit und undifferenzierte Selbstlegitimation in der Umwelt und schaffen einen Gift-Cocktail, der es bis ins Meer schafft und dort unheilvolle Wirkungen erzielt. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) landen weltweit sogar bis zu zwei Drittel aller Kippen auf dem Boden – das wären rund zehn Milliarden von 15 Milliarden Kippen täglich. Dabei seien die Filter aus Celluloseacetat so gut wie unzerstörbar und würden zudem noch über 7.000 Chemikalien beinhalten, von denen rund 250 als toxisch und 100 sogar als krebserregend gelten. Und dabei ganz zu schweigen von den rund zwei Millionen Tonnen Müll, die durch Papier, Folie, Zellophan und Klebstoff noch hinzu kommen.
Zudem sei die „Alternative“ E-Zigarette keine Rettung aus diesem Problem. Laufende Studien würden darauf hindeuten, dass leere Kapseln oder Wegwerf-Tanks auch häufig in die Umwelt geworfen würden und damit die riesige Menge an Plastikmüll deutlich vergrößern würden.

(Quelle: Weser Kurier / 09.04.2019)

Auf Helgoland bauen fast alle Basstölpel, eine Seevogelart die deutschlandweit nur hier brütet, Plastik in ihre Nester ein. Dies stellt für sie und auch für andere Seevogelarten die sich im gleichen Bereich aufhalten eine verletzende oder sogar lebensbedrohliche Gefahr dar.
Seit Januar 2019 läuft nun im Rahmen einer Promotion eine Pilotstudie, die erstmalig das Ausmaß der Plastikverschmutzung in der Helgoländer Kolonie, die Auswirkungen auf die Population sowie die Herkunft des Plastiks näher untersuchen wird. Dabei sollen durch erstmalige chemische Analysen auch Erkenntnisse darüber gewonnen werden, aus welchen Kunststoffarten das genutzte Material besteht, um es so im besten Fall Industriesparten zuordnen zu können und in Folge möglichst Lösungen zu erarbeiten.
Die Gemeinde Helgoland unterstützt die Arbeit mit einem vierjährigen Stipendium. Weitere Kooperationspartner sind neben dem Verein Jordsand das Forschungs- und Technologiezentrum Westküste der Universität Kiel (FTZ), das Alfred-Wegener-Institut (AWI) sowie das Institut für Vogelforschung „Vogelwarte Helgoland“.

(Quelle: Verein Jordsand zum Schutz der Seevögel und der Natur e. V / 28.03.2019)

In der Elbe fehle es an kompletten Jahrgängen der Schlüsselart Stint, einem Schwarm- und Wanderfisch, der die Leib- und Magenspeise vieler Arten sei, erklären die vier Elbfischerfamilien Zeeck, Grube, Buckow und Jensen. Innerhalb von nur fünf Jahren sei die Stint-Population in der Unterelbe zusammengebrochen. Neben den Fischern würden nachweislich auch Schweinswale und Zwergmöwen mittlerweile kaum mehr Beute machen und abwandern – ganz so, wie sich die einstmals größte Flussseeschwalbenbrutkolonie des Wattenmeeres im Neufelder Vorland/Schleswig-Holstein nahezu aufgelöst hat.
Für die Fischer liegen die Gründe dafür eindeutig bei der ständig durch die Unterhaltungsbaggerei verursachten Trübung im Flachwasserbereich sowie der Schlickverklappung bei Neßsand. Zudem kämen noch höherer Tidenhub und Salinität und in fast jedem Sommer Sauerstofflöcher hinzu. Und auch die vielen Möwen bei der Verklappung würden deutlich machen, dass viele tote Fische wieder zurück in die Elbe gepumpt würden.
Der Hamburger Senat sieht aktuell keinen Handlungsbedarf und will erst einmal Wissenschaftler zur genaueren Klärung beauftragen.

(Quelle: taz Nord / 11.03.2019 + Weser Kurier / 16.03.2019)

Sie gelten als Oasen der Ozeane: Meeresschutzgebiete. Sie sollen Refugien für seltene und bedrohte Arten sein, sollen Wale und Seevögel, Seegraswiesen und artenreiche Riffe vor menschlichen Aktivitäten schützen. Was aber, wenn genau das Gegenteil eintritt? Wenn eben diese Hot Spots der biologischen Vielfalt Begehrlichkeiten wecken. Genau dies zeigte jetzt eine Studie im renommierten Wissenschaftsmagazin Science.
Danach findet in ca. 60 Prozent der 700 untersuchten europäischen Meeresschutzgebiete Fischerei mit Schleppnetzen statt. Und das, obwohl lange nachgewiesen ist, dass gerade die bodenberührende Schleppnetzfischerei erhebliche Auswirkungen auf den Meeresboden und die dort lebenden Artengemeinschaften hat. Schwere Scherbretter der Fangschiffe, Scheuchleinen und -ketten schaben am Meeresboden, dringen Zentimeter tief ein und zerstören fragile Riffstrukturen mit Weichkorallen, Moostierchen und Schwämmen. Bodenlebende Fische, Seesterne und Muscheln enden als ungewollter Beifang in den Netzen und werden anschließend viel zu oft verletzt oder tot über Bord geworfen. Es sterben jene Arten, zu deren Schutz diese Gebiete ausgewiesen wurden. Paradox: In den Schutzgebieten stellten die kanadischen und deutschen Wissenschaftler sogar eine 40 Prozent höherer Fischereiintensität fest als außerhalb. Damit konterkarieren insbesondere die Fischerei, aber auch andere anthropogene Nutzungen die Ziele des Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000 – nämlich, die marine Vielfalt zu erhalten.
Die Autoren der Studie zeigen, dass insbesondere sensible und bedrohte Hai- und Rochenarten von der Schleppnetzfischerei betroffen sind. Ihre Häufigkeit sank in Gebieten mit einer hohen Schleppnetzaktivität um bis zu 69 Prozent im Vergleich mit den anderen, weniger stark befischten Gebieten. Einerseits werden die bedrohten Knorpelfische selbst gefangen, andererseits verlieren sie ihren Lebensraum, gehen wichtige Beutetiere in den zerstörten Habitaten zurück.
Die Macher der Studie zeigen, dass die Mindeststandards von Meeresschutzgebieten dringend verbessert werden müssen. Die Politik muss sich auf international vergleichbare Standards und den Ausschluss der Grundschleppnetzfischerei verständigen und das Management von Meeresschutzgebieten stärken und transparenter gestalteten. Dabei geht es vor allem um Fischerei, aber auch um die Schifffahrt, den Rohstoffabbau und den industrielle Anlagenbau. In der Summe führen die anthropogenen Aktivitäten zur kumulativen Überlastung der Nord- und Ostsee, zur Zerstörung von Riffen und zur Vertreibung von Schweinswalen und Seevögeln. Und das, obwohl die Nord- und Ostsee schon heute in einem schlechten Zustand sind. Ein Drittel der Arten steht hier auf der Roten Liste und gilt als bedroht.

(Quelle: https://blogs.nabu.de/ / 16.01.2019)

>>>Ab hier nach unten aus den Jahren 2018 bis 2015<<<

Deutsche Oberflächengewässer werden nach einer aktuellen Schätzung jährlich mit circa 70 Tonnen Kupfer aus Antifouling-Anstrichen von Sportbooten belastet, bei denen sie sehr häufig eingesetzt werden. Die freigesetzte Kupfermenge entspricht rund 19 Prozent der gesamten Kupfereinträge in deutsche Oberflächengewässer und wirkt dort ökotoxisch auf Bakterien, Algen, Flusskrebse und Fische. Daher sind vor allem hier Maßnahmen sinnvoll, um die Gewässerbelastungen zu reduzieren. Wie das geht, zeigen Beispiele aus Skandinavien.
Ein Hintergrundpapier des Umweltbundesamtes informiert rund um Antifouling-Anstriche und Stoffeinträge und gibt Empfehlungen für einen umweltfreundlichen Einsatz.

(Quelle: Umweltbundesamt / 08.08.2018)

Mikroplastik und umweltschädliche Chemikalien etwa aus Outdoor-Bekleidung verschmutzen inzwischen auch die entlegenen Regionen des Südpolarmeers. Meerwasser- und Schneeproben aus der Antarktis enthalten Giftstoffe wie per- und polyfluorierte alkylierte Substanzen (PFAS), dies zeigt eine von Greenpeace in Auftrag gegebene Laboruntersuchung.
Die gefundenen langlebigen Chemikalien der PFAS – auch PFC genannt – sind in Industrie- und Konsumgütern weit verbreitet. Sie kommen etwa als Oberflächenschicht in wasser- und fleckenabweisender Outdoor-Bekleidung vor, werden während deren Nutzung und Entsorgung freigesetzt und bleiben über Jahre in der Umwelt. Die Winde der Atmosphäre und die Meeresströmungen tragen sie auch in abgeschiedene Gebiete wie die Antarktis, dort bleiben sie über viele Jahrzehnte in der Natur. Menschen nehmen die Schadstoffe durch Trinkwasser und Nahrung auf. Sie reichern sich im Körper an, können Krebs auslösen und stören den Hormonhaushalt.
Neben den Mikroplastikproben fand die unabhängige Umweltschutzorganisation zwischen den Eisbergen auch Plastikmüll der Fischerei wie Bojen, Netze und Planen.

(Quelle: Greenpeace / 07.06.2018)

Gemeinsam mit der Insel- und Halligkonferenz und sechs Nautischen Vereinen stellte die SDN am 27.02.2017 in Hamburg ein Positionspapier zur Schaffung einer Deutschen Küstenwache vor.

Hier nun das veröffentlichte „Positionspapier Deutsche Küstenwache 2017“.

Der Natur selbst ist es egal, ob Arten massenhaft aussterben, Landschaften verschwinden, ganze Ökosysteme umkippen und das Antlitz der Erde dabei wieder einmal umgekrempelt wird. Es gehört zu den Erkenntnissen der Evolutionsbiologie, dass Artentod und Aussterben den Lauf der Erdgeschichte bestimmen. Das Kommen und Gehen ist der biologische Normalfall. Keine Art lebt ewig.

Fünf große Massensterben lassen sich aus den Zeugnissen vom Werden und Vergehen der Arten im Fossilbefund ermitteln. Jedes Mal folgte daraufhin ein Evolutionsschub und ein Aufschwung der Artenvielfalt. Das jüngste weltweite Sterben läuft allerdings in kürzester Zeit und immer schneller ab. Der entscheidende Unterschied diesmal – das Wirken des Menschen. Es ist ein stilles Sterben der Natur, vor allem mit 99 Prozent der Wirbellosen, welches sowohl von der Politik wie der Gesellschaft ignoriert wird. Ein anonymes Riesenheer an Tierarten, das für immer von der Erde verschwindet. Eine Kaskade ökologischer Auswirkungen.

Längst gefährden wir auch unsere eigene Existenz.

Dabei ist eine Artenvielfalt die Versicherung für Krisenzeiten. Je größer die Organismenvielfalt, desto geringer wirkt sich eine Umweltkatastrophe aus. Natürliche Störungen werden von artenreichen Ökosystemen besser aufgefangen.

Fazit: Schon wenn einzelne zentrale Arten aus einem Lebensraum verschwinden, hat dies erhebliche Folgen; sterben sie aber zu Dutzenden oder gar Hunderten aus, werden Ökosysteme in ihren Grundfesten erschüttert.

www.sdn-web.de

(Quelle: www.boell.de/de/2016/11/29/boellthema-32016-biologische-vielfalt / 29.11.2016)

Wenn die Bundeskanzlerin bei Übungen für terroristische Großlagen unter Führung der Polizei auch die Bundeswehr einbinden will, erhebt sich die Frage, warum die Zusammenfassung der schwimmenden Kräfte von Bund und Ländern in einer »Deutschen Küstenwache« nicht möglich sein soll.

Es ist kein Zufall, dass in den Jahren nach der Deepwater Horizon Ölpest im Golf von Mexiko so viele neugeborene und junge Delfine tot an die Strände gespült wurden: Das Öl beeinträchtigte die Entwicklung der Delfin-Babys schon im Mutterleib und führte unter anderem zu Anomalien ihrer Lungen.
Am 20. April 2010 begann mit einer Explosion auf der Bohrinsel Deepwater Horizon im Golf von Mexico eine der größten Umweltkatastrophen der Neuzeit. Rund 700 Millionen Tonnen Öl und 500.000 Tonnen Methangas strömten ins Meer. Der Ölteppich verseuchte mehr als tausend Kilometer Küste und den Lebensraum von mehr als 8.000 Arten, darunter Fische, Vögel, Weichtiere, Reptilien, Krebse und Meeressäuger.
Unter den Delfinen im Golf von Mexiko löste die Ölpest das größte bekannte Massensterben dieser Region aus. Unter ihnen waren besonders viele neugeborene oder junge Delfine.
Die Forscher fanden eindeutige Indizien für einen negativen Einfluss der Ölpest. Die toten Delfin-Babys waren signifikant kleiner als diejenigen, die in den Jahren vor der Ölpest oder in nicht betroffenen Gebieten gestrandet waren. Zudem hatten 88 Prozent der Jungdelfine im Golf von Mexiko Anomalien der Lunge. Dies führte dazu, dass die Lungen der Meeressäuger teilweise oder komplett kollabierten – die Tiere erstickten. Bei der Untersuchung der toten Delfine stießen die Wissenschaftler zudem auf Indizien für Probleme bereits während der Schwangerschaft. Besonders häufig waren die Jungdelfine aus dem Golf mit Brucellose infiziert, einem Bakterium, das Gehirn, Lungen und Fortpflanzungsorgane angreift.
Die Ölpest hatte damit nicht nur schwerwiegende Folgen für die Meeressäuger, die während des Ölaustritts und kurz danach im betroffenen Gebiet lebten, sondern auch für deren Nachkommen.
(Quelle: University of Illinois at Urbana-Champaign/natur.d)

Woran liegt es, dass Deutschland immer noch keine Küstenwache hat? Welche Rolle spielen Parteien und Verwaltungen?

Wenn die haushälterische Situation so knapp sei, sollten die Länder die ihnen in den fünfziger Jahren übertragenen Aufgaben des schifffahrtspolizeilichen Vollzugs an den Bund zurückgeben. Damals hatte der Bund den Ländern diese Aufgabe wegen des FehleInhalt des Toggles hier reinns eigener Kräfte übertragen. Heute besäße der Bund jedoch eine eigene Bundespolizei See, und mit einem Zusammenschluss des Wasserzolls in Form einer »Deutschen Küstenwache« könnte eine einheitliche Organisation mit monokratischer Führung und dem vorhandenen Personal und Material Nord- und Ostsee überwachen.

In der Neufassung seiner umfassenden Statistik über Unfälle mit Munitionsaltlasten und versenkten Giftkampfstoffen in Nord- und Ostsee listet der Koblenzer Meeresbiologe Dr. Stefan Nehring in der nicht-kommerziellen Fachzeitschrift WATERKANT eine fast doppelt so hohe Opferzahl wie acht Jahre zuvor: Mindestens 418 Tote und 720 Verletzte seien demnach in der im Juni 1945 beginnenden Bilanz nachgewiesen. „Keine offizielle Stelle hat bis heute die Initiative ergriffen, dieses lebensgefährliche Problem für die Fischer (und Verbraucher) zu lösen“, so Nehring.
Die Untersuchung von Dr. Stefan Nehring: „Munitions-Unfälle – und kein Ende“ steht unter „www.waterkant.info/wp-content/uploads/2016/01/2015-04_07-nehring.pdf“ gratis zum Download zur Verfügung.

(Quelle: http://www.waterkant.info / Januar 2016)

Die SDN lobt die Beschaffung neuer Patrouillenboote zur Überwachung der deutschen Küsten sieht darin einen »wichtigen Beitrag zu einem effektiveren Küstenwachsystem«

Die schwimmenden Verbände von Bund und Ländern müssen zu einer »Deutschen Küstenwache« zusammengefasst werden. Bund und Länder sollten dies – auch unter finanziellen Aspekten – diskutieren.

Angesichts zunehmender Seetransporte und der großflächigen Industrialisierung von Nord- und Ostsee mit Offshore-Windfarmen fordert die SDN, die Sicherheitslage zu überdenken und der Realität anzupassen.

Ab hier nach unten aus den Jahren 2014 bis 2010

Wachsende Aufgaben, weniger Personal: SDN fordert Küstenländer auf, ihre Wasserschutzpolizeien nicht noch weiter zu reduzieren.

Ineffektive Strukturen der Gefahrenabwehr auf See, nicht durchdachte Verkehrsregeln zwischen Offshore-Windparks, zu viel Müll in den Meeren: Deutliche Kritik am Koalitionsvertrag auf Bundesebene übte die Mitgliederversammlung der Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste (SDN).

Dieter Harrsen: Verzicht auf einheitliche Küstenwache ist ein Armutszeugnis.

„Amtshilfe“ und „Organleihe“ reichen nicht / SDN fordert Politik zum Handeln auf.

Politik muss handeln / „Wo bleiben die angekündigten Maßnahmen?“

Küstenwache bleibt auf der Tagesordnung (…) SDN zieht verhalten positive Bilanz.

SDN fordert Umsetzung des Koalitionsvertrages zur Schaffung einer einheitlichen Deutschen Küstenwache auf Bundesebene.

Auf massive Kritik und Unverständnis stoßen die Aussagen des ehemaligen Senators Claus Grobecker, der im Auftrag der Bundesregierung bei der Havarie der Pallas von 12 Jahren das Schiffsunglück untersucht und Vorschläge für eine verbessertes Sicherheitssystem vorgelegt hatte.

>Ab hier nach unten aus den Jahren 2009 bis 2005< [/av_toggle] [av_toggle title='Deutsche Küstenwache auf Bundesebene möglich? / 28.10.2009′ tags=“ custom_id=“ av_uid=’av-g0vztx‘]

Elf Jahre nach Strandung der »Pallas«: SDN bewertet Koalitionsvertrag positiv / Gutes Personal braucht gute Strukturen.

Die Entführung eines finnischen Frachters auf der Ostsee mit einer Dauer von 12 Stunden ohne Kenntnis von Behörden werfen Fragen auf, die angesichts vorhandener elektronischer Meldesysteme dringend beantwortet werden müssen.

SDN fordert sachliche Diskussion / Inseln wollen Deutsche Küstenwache in Cuxhaven.

Nicht locker lassen will die SDN in dem Bemühen, eine Deutsche Küstenwache zu schaffen, in der die Kräfte von Bund und Ländern gebündelt und zu einer einheitlichen Organisation zusammengefasst werden.

Als vor zehn Jahren Ende Oktober nach der Havarie des brennenden Holzfrachters »Pallas« eine breite Diskussion über das Sicherheitskonzept in der Deutschen Bucht begann, hatten Bund und Länder mehr Maßnahmen für den Schutz der Küsten an Nord und Ostsee angekündigt. Eine Bilanz der SDN.

Wer glaubt, den sicherheitspolitischen Herausforderungen auf See sowie dem internationalen Terrorismus und dem Klimawandel mit den Mitteln der ‚Organleihe‘ und ‚Amtshilfe‘ auf föderaler Ebene begegnen zu können, habe die Zeichen der Zeit nicht erkannt, sagt der Vorstandssprecher der SDN, Hans von Wecheln, heute in Husum.

»Verhalten optimistisch« äußert sich die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste SDN über die Bemühungen der Föderalismuskommission II, die derzeit über die Schaffung einer Deutschen Küstenwache berät.

Angesichts der Ölverschmutzungen an der nordfriesischen Küste vor drei Wochen hat die SDN eine verstärkte Überwachung der Nordsee – auch aus der Luft – gefordert.

In einem offenen Brief an Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee beklagt die SDN die Vorgehensweise der Bundesverwaltung. Statt mit dem MSZ eine weitere Verbesserung der Seesicherheit zu erreichen, habe ein Prozess begonnen, der von »Pleiten, Pech und Pannen, Unfähigkeit oder vorsätzlicher Nichterfüllung eines Auftrages« gekennzeichnet sei, schreibt die SDN an den Minister.

Der Vorstoß des bayerischen Innenministers Günther Beckstein für eine neue Rechtsgrundlage zur Bekämpfung von Terrormaßnahmen auf Nord- und Ostsee stößt bei der SDN auf grundsätzliche Zustimmung.

SDN begrüßt gemeinsames Lagezentrum. Föderalismus verhindert bessere Lösungen.

Politisch Verantwortliche sollen handeln. Warum verhindert Niedersachsen?

SDN: Ein guter Tag für die Nordsee / Deutschland besitzt das beste Flugüberwachungssystem Europas.

Küstenstaaten können Gesamtlage beurteilen / Kapitäne scheuen häufig Hilfegesuche.

Kanzlerin soll sich der Gründung einer Küstenwache annehmen.

»Cuxhavener Erklärung« zur Gründung einer Deutschen Küstenwache.

Unabhängiges Gutachten für die Politik / Kanzlerin und Kabinett gefordert.