SDN warnt: Kabeltrasse gefährdet Trinkwasser und Weltnaturerbe
Langeoog. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Nordseeküste (SDN) übt scharfe Kritik am geplanten Offshore-Netzanbindungsprojekt „BalWin5 Seeseite“. Nach Auswertung der Planunterlagen sieht die Organisation erhebliche Risiken für Natur, Trinkwasserversorgung und Tourismus.
Besonders problematisch sei die mögliche Gefährdung der Süßwasserlinse auf Langeoog, die die Insel vollständig mit Trinkwasser versorgt. „Ein Eingriff in dieses sensible System kann nicht kompensiert werden und gefährdet die Existenzgrundlage der Insel“, erklärte die SDN.
Zudem betreffe die geplante Trasse zentrale Schutzgebiete, darunter das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer, den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer sowie EU-Vogelschutz- und FFH-Gebiete. Laut Naturschutzbund Deutschland drohen erhebliche Beeinträchtigungen für Seehunde sowie Brut- und Zugvögel.
Die SDN kritisiert insbesondere, dass umweltschonendere Alternativen – etwa entlang bestehender Infrastrukturkorridore – nicht ausreichend geprüft worden seien. Auch negative Auswirkungen auf Tourismus und regionale Wirtschaft seien zu erwarten.
Kapitän Birstein, stellvertretender Vorsitzender der SDN, erklärte:
„Wer glaubt, man könne durch das Wattenmeer einfach eine neue Schneise schlagen, hat weder die Dynamik der Nordsee noch die Verantwortung gegenüber den Inseln verstanden. Hier geht es nicht nur um Natur – hier geht es um Lebensgrundlagen.“
Mit freundlicher Bitte um Beachtung und Veröffentlichung,
SDN Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V.
– Pressestelle –
